Sonntag, 28. März 2010

Bayo wird immer schwerer ;-)


Nun ist Bayo schon über 10 Monate alt. Er ist ein junger Mann geworden und die Sonntagswaage ergab, dass er nun 37,4kg wiegt und 63cm misst. Somit hat er im Vergleich zur vergangenen Woche über 1,5kg zugenommen - was in diesem Alter eigentlich schon etwas zu viel ist. Aber da sein Gewicht in den Wochen davor relativ konstant war und er wie man auf dem Bild schön sehen kann, ganz und gar nicht fettleibig ist, gehen wir davon aus, dass er einen Wachsstumsschub hatte, der sich jedoch nicht auf die Wiederristhöhe ausgewirkt hat. Wir fragen uns, wo er die zusätzlichen 1,5kg versteckt hat.

An seinen Pfoten hat er jedenfalls nicht zugenommen :-)

Samstag, 27. März 2010

In Memoriam: Shiraa 2000 – 2009


In der vergangenen Woche erfuhr ich, dass Neo´s Schwester Shiraa im Alter von 9 Jahren ihre letzte Reise antreten musste. Auch sie fiel einer tumorösen Erkrankung zum Opfer, auch sie durfte nur 9 Jahre alt werden und folgte meinem Neo wenige Monate nachdem auch er gehen musste.

Shiraa wuchs bei meinen Eltern auf. Sie war eine wunderschöne, zarte Ridgeback-Hündin. Sie konnte laufen wie der Wind, war viel mutiger als Neo und schlug jeden Feind in die Flucht. Dennoch war sie so sanft und anmutig wie kaum ein anderer Hund. Oft schlich sie sich wie eine Raubkatze an Neo heran, um ihn in eine wilde Verfolgungsjagd zu verwickeln. Oft teilte sie ihr Futter mit ihm. Oft brachte sie uns zum lachen und den Postboten zum weinen. Sie war eine wundervolle Hündin.
Shiraa hatte einen viel ausgeprägteren Bewegungs- und vor allem Erkundungsdrang als Neo – was in einer städtischen Umgebung mehr und mehr zum Problem wurde, denn Shiraa beschloss, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden und brachte sich in Gefahr. Meine Eltern konnten Shiraa‘s Bedürfnissen nicht gerecht werden und so entschieden sie zu Tode betrübt, aber im Sinne ihrer geliebten Hündin, dass es besser wäre, ein neues geeigneteres Zuhause für sie zu finden. Shiraa durfte noch 5 wunderbare Jahre auf einem großen Bauernhof bei einer Familie verbringen, die sie über alles liebte. Sie bereiste die Welt, lernte sogar eine Katze lieben und durfte im Wald nach Fährten suchen.

Shiraa folgte ihrem Bruder im Herbst 2009. Ruhe in Frieden, mein Shi-Mädchen. Wir werden Dich nie vergessen.

 Neo (links) und Shiraa am Balaton

Samstag, 20. März 2010

Nun ist der Schnee aber wirklich weg...!

.. und der weißen Pracht folgt der Matsch, der Schlamm und der Regen. Bayo und Alastair begrüßen diesen Umstand nicht unbedingt, denn aus ihrer Sicht haben Spaziergänge im Schlamm katastrophale Konsequenzen...
Der Blick - Bayo fühlt sich extrem wohl ;-)
Heute scheint die Sonne - Bayo ist geblendet...


Ja, ja... Du bist ein schöner Kerl ... Angeber!


Frauchen hat es endlich mal geschafft, ein Ganzkörperfoto von Bayo zu machen. Das Baby ist im Laufe der Zeit ganz schön gewachsen. Bayo misst nun 63cm (Mindestgröße für Rüden lt. Rassestandard wäre damit erreicht) und wiegt 35,8kg. Frauchen ist gespannt, ob da noch ein paar cm folgen.

Samstag, 13. März 2010

Marketing auf höchstem Niveau – oder auch: Ich glaub mich knutscht ein Hirsch!

Neulich entdeckte ich etwas Interessantes auf www.eukanuba.de. Nach dem Öffnen dieser Website wird der Besucher mit einer sehr schönen Flash-Animation begrüßt, die mit dem Teaser „In jedem Hund steckt ein Wolf“ beginnt. Ich freute mich über dieses Intro sowie auch über die wunderbaren Fotos von Caniden verschiedener Art und klickte mich erwartungsvoll durch die grafisch eindrucksvoll gestaltete Website. Es wird doch nicht etwa endlich ein Trockenfutter geben, das die ernährungsphysiologischen Bedürfnisse eines Hundes, der ja nun einmal wie sein Stammvater, der Wolf, ein Beutefresser ist, tatsächlich berücksichtigt? Das wäre ja eine Revolution auf dem Fertigfuttermarkt und damit unglaublich! Aber schauen wir uns die Sache genauer an.

Der geneigte Betrachter erblickt beim Betreten der Website die folgenden Sätze (Inhalte von Eukanuba werden im Folgenden als Zitat gekennzeichnet):
"In Jedem Hund steckt ein Wolf“
Endlich! Eine solche Aussage aus der Marketingabteilung eines Futtermittelherstellers. Darauf habe ich schon seit Jahren gewartet. Soweit, so gut.
„Artgerechte Ernährung ihres Hundes“
Klingt interessant.
„Der Vorfahre Ihres Hundes, der Wolf, würde nicht nach Mais, Weizen oder Soja jagen. Er will Fleisch. Seit Tausenden von Jahren ist Ihr Hund genetisch und durch Evolution bedingt vom Zahn bis zum Verdauungstrakt auf Fleisch ausgelegt. Deswegen ist Huhn die Hauptproteinquelle in jeder Packung Eukanuba. Warum sollten Sie ihn mit etwas anderem füttern?“
Es wird ja immer besser: Wölfe fressen gar kein Getreide, sie wollen Fleisch. Völlig richtig! Bereits jetzt hyperventiliere ich, so aufgeregt bin ich nach dem Lesen dieser Sätze… aber es wird noch besser, klick:
„Ihr Hund:  zum Fleischfresser geschaffen. Wir gehen davon aus, dass alle Hunde unabhängig von ihrer Größe, Körperform oder Rasse vom Wolf abstammen. Und wie ihre wilden Vorfahren sind Hunde grundsätzlich dazu geschaffen, Fleisch zu jagen, zu fressen und zu verdauen. Wie Wölfe haben Hunde von Geburt an:
  • fast dieselben Gene (über 98 %) wie Wölfe
  • ausgeprägte Sinne wie Geruchs-, Seh- und Hörvermögen
  • Zähne, die für das Zerreißen und Schneiden von Fleisch ausgelegt sind
  • einen relativ kurzen Verdauungstrakt, der auf die Verdauung von tierischem Protein als Hauptbestandteil der Nahrung ausgelegt ist
Deswegen ist Huhn die Hauptproteinquelle in jeder Packung Eukanuba.“
Ich bin fassungslos. Der Hund ist tatsächlich ein Fleischfresser. Gott sei Dank, endlich muss ich den Hunden also nicht mehr einreden, sie wären Tauben! Einen Klick später liest man dann:
„Ihr Hund stammt von Fleischfressern ab. Ernähren Sie ihn artgerecht. Mit Blick auf die Vorfahren und Ernährungsanforderungen Ihres Hundes stellt Eukanuba sicher, dass Huhn, nicht Getreide, die Hauptproteinquelle in Eukanuba ist. Vom Verdauungssystem bis hin zu der Art und Weise, wie er Energie und Nährstoffe umsetzt, ist Ihr Hund so gebaut, dass er tierisches Protein und Fett besser verarbeitet und nutzt als große Mengen an Ballaststoffen oder Gemüse (Hervorh. d. Verf.)."
Wow! Mit diesen Sätzen gibt Eukanuba ein völlig neuartiges Wissen preis (ok, ok – es ist nicht neuartig, sondern gehört eher zur Allgemeinbildung), welches selbst manchem Tierarzt völlig fremd ist. Ein weiterer Klick… und dem Betrachter wird von der Existenz eines Hundefutters berichtet, welches der Natur des Hundes entspricht…
„Nahrung, die seiner Natur entspricht
Hochwertige Nahrung, die von der Wildnis inspiriert ist“
„EUKANUBA Produkte: Eukanuba Wild Nature Venison & Multigrain… 
…Bevor der Hund zum Haustier wurde, war Fleisch der Hauptbestandteil seiner Nahrung. Auch heute noch ist tierisches Protein ein unverzichtbarer Nahrungsbestandteil für den Körper eines jeden Hundes. Eukanuba berücksichtigt die artspezifischen Ernährungsbedürfnisse Ihres Hundes. Die Hauptzutat in Eukanuba mit viel Hirsch & Mehrkorn ist daher Hirsch.(Hervorh. d. Verf.) So ernähren Sie Ihren Hund artgerecht!“
Nun stehen mir bereits Freudentränen in den Augen. Endlich ist es da: ein artgerechtes Trockenfutter. Generationen von Hunden haben darauf gewartet. Die Hauptzutat ist tatsächlich Fleisch. Kein billiges Getreide, keine sinnlosen Füllstoffe, denn
„…der Vorfahre Ihres Hundes, der Wolf, würde nicht nach Mais, Weizen oder Soja jagen. Er will Fleisch.“
Eine kleine Handbewegung mit der Maus später und man scrollt zu der Textstelle, in der die Zutaten dieses artgerechten Futters beschrieben werden:
„Inhaltsstoffe: Wild (>14%), Mais (>14%), Sorghumhirsemehl, Hühnermehl, Reis(>10%), Gerste, tierisches Fett, Geflügelmehl, getrocknete Zuckerrübenschnitzel, Trockenvollei, Hühnerproteinhydrolysat, Kaliumchlorid, Bierhefe, Fischöl, Natriumchlorid, Natriumhexametaphosphat, DL-Methionin, Calciumcarbonat, Dicalciumphosphat. Mit Antioxidans EG-Zusatzstoff. Die Vitamingehalte sind bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum garantiert.“
Ähm. Moment. Irgendetwas stimmt doch da nicht. Ich erinnere mich, im Vorfeld Folgendes gelesen zu haben:
„Die Hauptzutat in Eukanuba mit viel Hirsch & Mehrkorn ist daher Hirsch.“
und auch
„…der Vorfahre Ihres Hundes, der Wolf, würde nicht nach Mais, Weizen oder Soja jagen. Er will Fleisch.“ 
Habe ich etwas übersehen? Ist ja möglich, mal sehen:

Tierisches: Wild >14% + etwas Hühnermehl + tierisches Fett + Geflügelmehl
Getreide / Pflanzliches: Mais >14% + Sorghumhirsemehl + Reis >10% + Gerste + getrocknete Zuckerrübenschnitzel

Die Inhaltsstoffe müssen nach Ihrem Gewichtsanteil sortiert aufgeführt werden. Heißt das etwa, dass dieses artgerechte Futter enthält genau so viel Wild (Wild ist übrigens hier nicht gleichbedeutend mit Wildfleisch... Wild bedeutet vielmehr "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse vom Wild") wie Mais und mehr Sorghumhirsemehl (über 10%, da Reis erst danach aufgeführt wird) als Hühnermehl (alias "Getrocknete Nebenerzeugnisse vom Huhn") sowie mehr Reis und Gerste als tierisches Fett und Geflügelmehl (alias "Getrocknete Nebenerzeugnisse vom Geflügel") enthält? Bedeutet das, dass in diesem Futter mehr Getreide und Füllstoffe als Hirsch drin ist? Das kann doch nicht sein! Das glaube ich nicht! Ich will es nicht glauben! Ich muss mich einfach irren. Ein wenig Enttäuschung macht sich breit.

Hieß es doch:
„Die Hauptzutat in Eukanuba mit viel Hirsch & Mehrkorn ist daher Hirsch.“
Zwar haben die Eukanuba-Marketingstrategen mitgedacht, denn sie betonen auf der Webseite meistens, dass in Ihrem Trockenfutter Fleisch die Hauptproteinquelle darstellt (nicht etwa die Hauptzutat, wie ein Wolf es wollen würde.) Aber beim Eukanuba Wild Nature Hirsch & Mehrkorn wurde irgendwie gepatzt. Wie ärgerlich! Die Hauptzutat scheint gar nicht Hirsch zu sein. Es sei denn Mais, Sorghumhirsemehl, Reis und Gerste ließen sich unter einer innovativen Gesamtgetreideart namens „Hirsch“ zusammenfassen. Eine ausführliche Recherche ergab: es gibt kein Hirschgetreide. Schade eigentlich. Gleiches gilt übrigens auch für Eukanuba Wild Nature Lachs & Mehrkorn sowie Eukanuba Wild Nature Truthahn & Mehrkorn – auch hier kann vorweggenommen werden: es existiert weder ein Lachsgetreide noch ein Truthahngetreide, wobei letzteres für Truthähne (denn es sind ja Vögel) sicher besonders artgerecht wäre…

All das Eukanuba Wild Nature enthaltene Getreide liefert also eher ein wenig hochwertiges (= tierisches) Protein und Fett, massenhaft Kohlenhydrate in Form von Stärke (wir erinnern uns daran wie „gut“ Hunde Stärke verdauen können….) sowie für den Hund nicht verwertbare Ballaststoffe. Wie artgerecht, wenn man bedenkt, dass Hunde überhaupt gar keine Kohlenhydrate benötigen… und Eukanuba selbst festgestellt hat, dass der Hund
„tierisches Protein und Fett besser verarbeitet und nutzt als große Mengen an Ballaststoffen oder Gemüse“
Was sind Kohlenhydrate für Hunde, wenn sie sie nicht benötigen…?

Sind Sie verwirrt? Ich auch und das ist auch gut so. Hut ab – vor der Marketingabteilung von Procter & Gamble kann man sich mal wieder nur ehrfürchtig verneigen: I love Marketing!

Immerzu – besuchen Sie die Website von Eukanuba und sehen Sie selbst. Es ist ein fantastisches Spektakel!

(Nachtrag 20.03.2011: Eukanuba hat diese Webseiten offenbar vom Netz genommen. Ich habe natürlich damals Screenshots erstellt. Wer möchte, ich schicke sie gern auf Anfrage zu.)

Um Missverständnissen und Neid vorzubeugen: Procter&Gamble (Eukanuba) ist natürlich nicht der einzige Hersteller, der derart großartige Marketing-Leistungen vollbringt und somit massenhaft Preise verdient hat. Lesen Sie im nächsten Beitrag zu diesem Thema etwas über Pedigree`s großartiges Versprechen an Sie und Ihren Hund und erfahren Sie mehr darüber, was richtig gutes Futter ist ;-)

Sonntag, 7. März 2010

Sollte man einen Welpen bei einem "Vermehrer" kaufen?





Süß so ein Welpe, oder?  Bayo war ein paar Wochen alt als diese Aufnahme entstand. Er kann sich glücklich schätzen, denn die Menschen, die dieses Foto von ihm machten, meinten es gut mit ihm:
  • sie wählten die Elterntiere sorgfältig aus (Ja, bereits dort fängt es an - physisch oder psychisch kranke Tiere sollten keinesfalls verpaart werden.)
  • sie kümmerten sich liebevoll um die trächtige Hündin, unterstützten sie angemessen bei der Geburt und halfen ihr bei der Versorgung der 11 Welpen (eine gestresste oder überforderte Hündin kann keine gute Mutter sein)
  • sie ließen die Welpen im Familienverband aufwachsen: die ersten vier Wochen verbrachten die Welpen komplett in der Wohnung der Züchter, erst danach ging es ins Welpenhaus im Garten
  • sie brachten die Welpen in einer warmen, sauberen, trockenen und hellen Umgebung unter und gaben ihnen genug Futter, sodass es propere Welpen wurden
  • sie achteten darauf, dass die Welpen genügend, aber nicht zu viel Neues und Zweibeiner als etwas Positives kennen lernten und sorgten dafür, dass die Welpen Gelegenheit hatten, die Welt spielerisch in einem großen Auslauf zu erkunden und sich danach zu erholen
  • sie sorgten für eine medizinische Versorgung und ließen die Welpen von Tierärzten und einem Zuchtwart untersuchen
  • sie suchten kritisch nach einem geeigneten neuen Zuhause für die Welpen, luden die Interessenten zu sich ein, präsentierten stolz die Zuchthündin und den -rüden und ließen sich Löcher in den Bauch fragen und die Zuchtanlage sowie das Wohnhaus ausgiebig betrachten
  • sie übergaben die Welpen in einem angemessenen Alter mit einem rechtskräftigem Kaufvertrag, gültigem Impfausweis und den notwendigen Papieren
  • sie kümmern sich auch heute noch um "ihre Kinder", indem sie Welpentreffen organisieren und regelmäßig bei den neuen Familien der Vierbeiner anrufen und nach dem Rechten fragen


Bayo hatte es gut. Er wuchs in einer schönen, liebevollen Umgebung auf und fand ein - wie ich meine - schönes, neues Zuhause. Leider ist das nicht immer so, denn es gibt Millionen von Welpen, die in eine ganz andere Welt hinein geboren werden. Sie sind der 10. Wurf einer Hündin, die abgemagert, schlecht sozialisiert, verwurmt und am Ende ihrer Kräfte ist. Die vielleicht geschlagen wird, kein gutes Futter bekommt, Flöhe hat, die nie Liebe erfahren hat und Menschen leider als etwas kennen gelernt hat, was man besser meiden sollte. Diese Welpen werden in Käfigen gehalten, sehen oft nicht einmal das Sonnenlicht und haben keinerlei Möglichkeit, die Welt zu entdecken. Sie werden viel zu früh von den Müttern getrennt, werden gar nicht geimpft oder entwurmt und leben bis zu ihrer Abgabe in verdreckten Zwingeranlagen mit anderen Welpen verschiedener Rassen. Sie erfahren keine Liebe und die Frühprägungsphase verstreicht ungenutzt. Irgendwann werden sie dann von ihren s.g. "Züchtern" auf einen Markt geschleppt, um feilgeboten zu werden. Jeder normale Mensch findet Welpen süß und zwar auch jene, die diesen Weg gegangen sind. Das Kindchenschema wirkt auch hier zuverlässig. So geraten viele Hunde in ein neues Zuhause. Dort bleiben sie oft leider nicht lange, denn entweder sterben sie nach ein paar Wochen, oder landen im Tierheim, weil die mangelnde Sozialisierung der Tiere im Welpenalter früher oder später zu Problemen führt, die den neuen Besitzer überfordern. Im besten Falle kauft man auf so einem Markt einen Hund, der sein Leben lang krank ist und (teuer) medizinisch behandelt werden muss.

Und warum das alles? Nun ja, auf der einen Seite wäre da die Profitgier von Menschen, denen das Wort Tierliebe fremd ist und auf der anderen Seite Welpenkäufer, die ein paar Euro am Kaufpreis für den Hund sparen wollen oder Mitleid haben. Unglücklicherweise folgt jedem Welpen, den man von einem Vermehrer kauft und vermeintlich rettet, eine weitere unglückliche Hundeseele, die den beschriebenen leidvollen Weg gehen muss.

Um die Frage im Titel zu beantworten: Nein! Auf keinen Fall! Niemals. Abgesehen davon, dass man mit so einem Kauf diese schreckliche Art von Welpenhandel fördert, sind Welpen doch auch zukünftige Familienmitglieder und sie sollten in einer artgerechten Umgebung aufgewachsen und gut sozialisiert sein. Daher sollte man unbedingt darauf achten, wo man einen Welpen kauft. Mit etwas gesundem Menschenverstand kann man einen Vermehrer schnell entlarven. Wenn Welpen verschiedener Rassen auf einem Markt oder aus einem Kofferraum an einer Autobahnraststätte verkauft werden, ist das kein gutes Zeichen. Sollte die Mutterhündin gerade angeblich auf einer Austellung sein oder eine Hündin präsentiert werden, die die Welpen meidet oder gar vertreibt, ist Vorsicht geboten. Auch wenn die Welpen auffällig aufgeblähte Bäuche, stumpfes Fell oder Augenausfluss haben, sollte man sich die Augen zuhalten (um die süßen Welpen nicht sehen zu müssen) und so schnell wie möglich das Weite suchen. Ebenso deuten ängstliche Hunde darauf hin, dass mit der Zucht etwas nicht stimmt. Werden Rassewelpen "mit Papieren" weit unter dem üblichen Marktpreis angeboten (ein Ridgeback kostet zwischen 1.500 - 2.000 Euro, ein Cavalier zwischen 1.000 - 1.500 Euro), sollte man lieber aufpassen, denn wer am Kaufpreis spart, spart an der völlig falschen Stelle. Auch wenn der s.g. Züchter die Welpen "ohne Papiere" zu einem günstigeren Preis anbietet als "mit Papieren" ist Vorsicht geboten.

Man sollte sich die Zuchtstätte sehr gut ansehen und erst dann über den Kauf entscheiden. Dabei ist nicht wichtig, dass die Welpen die neusten High-Tech-Spielzeuge besitzen und im Bücherregal des Züchters die in Leder gebundenen aktuellsten Werke zur Hundezucht stehen, sondern dass die Welpen artgerecht aufwachsen. Eine völlig verwahrloste, dreckige Anlage ist ebenso schlimm wie ein steriler Raum ohne Tageslicht. Werden die Welpen zu früh mit zu vielen Besuchern und neuen Dingen konfrontiert, kann das ebenso furchtbare Konsequenzen haben wie eine fehlende Sozialisierung. Man sollte immer bedenken, dass die ersten Wochen, in denen ein Lebewesen die Welt entdeckt, entscheidend für die weitere Entwicklung sind. Ein Hund, der in dieser Zeit Zweibeiner als etwas Gefährliches oder Unangenehmes kennen lernt, kann schnell zu einer Gefahr für Mensch und Tier werden. Lebt der Welpe in dieser Zeit in einem Käfig und hat keine Möglichkeit, "sein Geschäft" außerhalb seines Bettes zu verrichten, wird er möglicherweise niemals stubenrein werden. Die Konsequenzen einer solchen Aufzucht sind in den meisten Fällen verheerend. Auch beim Welpenkauf gilt: wer billig kauft, kauft zwei Mal! Dann doch lieber ein paar Euro mehr in die Hand nehmen und einen guten Züchter auswählen oder im Tierheim um die Ecke vorbei schauen - dort gibt es auch genügend Hunde, die dringend ein Zuhause suchen und gegen eine geringe Schutzgebühr abgegeben werden. Welpen bei Vermehrern zu kaufen ist entweder falsch verstandene Tierliebe (auch wenn es schwer fällt, die niedlichen Welpen bei den grausamen Leuten zu lassen) oder unangebrachte Sparsamkeit.

Mehr zu dem Thema auch unter: http://www.tasso.net/

Im Übrigen ist selbst der relativ hohe Kaufpreis eines RR-Welpen rein gar nichts im Vergleich dazu, was so ein Hund im Laufe seines Lebens an Kosten verursacht. Siehe hierzu >>Wie viel kostet die Haltung eines RR?