Dienstag, 15. Juni 2010

Passend zur WM: Sport frei!



"Früh übt sich, wer ein Meister werden will" - das trifft sicher auf viele Dinge zu, jedoch nicht auf jeden Hundesport. Natürlich sollte man schon im Welpenalter mit der Erziehung des Hundes beginnen, aber das Training für diverse Hundesportarten muss warten, bis der Hund ausgewachsen ist.

Für Ridgebacks kommen eine Menge Hundesportarten infrage, jedoch sollte letztendlich eine individuelle, auf den Hund und Besitzer abgestimmte, Wahl getroffen werden. Grundsätzlich kommen für Laufhunde wie Ridgebacks natürlich Ausdauersportarten wie Joggen oder Radfahren in Frage. Aber auch Agility, Fährtenarbeit oder Wasserarbeit sind geeignete Freizeitaktivitäten. Ridgebacks sind schnelle Läufer und erreichen Spitzengeschwindigkeiten über 50 km/h. Das reicht wohl kaum für einen Sieg bei einem Hunderennen, aber auch dieser Sport kommt als Abwechslung infrage. Natürlich ist es auch möglich, einen Ridgeback jagdlich zu führen oder sich im Mantrailing zu versuchen.

Wofür ein Ridgeback meist völlig ungeeignet scheint, ist der Schutzdienst (Vielseitigkeitssport). Oftmals liest man, man solle diesen Sport mit einem Ridgeback nicht ausüben, weil diese Rasse zu schlau sei und der Hund dadurch erkennen würde, dass er in der Lage ist, Menschen zu verletzen. Bei aller Liebe zu dieser Hunderasse: Ich habe starke Zweifel daran, dass ein Schäferhund weniger intelligent sein soll als ein Ridgeback. Außerdem lernt ein Schutzhund (im Gegensatz zu einem Polizeithund) nicht, wie man einen Menschen verletzt, er lernt unter anderem, einen Menschen zu stellen und auf Befehl in einen speziellen Schutzarm zu beißen. Ich habe mal eine Hündin erlebt, die eine Schutzhundeausbildung hatte. Als ihre Besitzerin von Betrunkenen angepöbelt wurde, wollte sie die Angreifer mithilfe der Hündin verjagen. Diese unternahm jedoch trotz des "Voran" Befehls nichts, da die Betrunkenen keinen Schutzarm bei sich trugen. Mein nicht ausgebildeter Ridgeback, Neo, schritt allerdings sofort zur Tat und vertrieb die Männer... Wer also glaubt, ein Ridgeback sei sich seiner Stärke nicht bewusst, weil man ihm diese Tatsache nicht beibringen würde, der liegt vollkommen falsch.

Aus meiner Sicht eignet sich der Ridgeback aber dennoch nicht für den Schutzdienst, aber eher aufgrund seines Wesens. Er klebt nicht gern am Bein vom Frauchen, starrt es an und führt ein perfektes "Fuß" aus. Er apportiert nicht gern, er bellt nicht unbedingt gern. Ihm fehlt der Wille zum sklavischen Gehorsam. Hunde, die für den Schutzdienst geeignet sind, müssen stark kontrollierbar und vor allem sehr arbeitseifrig sein. Das ist der Ridgeback eher nicht. Er ist kein Arbeitshund, er ist ein Lauf- und Jagdhund. Daher sollte man lieber eine andere Sportart ausüben, eine, die dem Hund und dem Besitzer Spaß macht.

 Neo (nicht Bayo!) beim Training auf dem Hundeplatz - er liebte Agilitly. 
Ein Ridgeback im Wachstum sollte solche Sprünge nicht machen.

Bei allen Sportarten sollte man aber darauf achten, mit dem Training nicht zu früh zu beginnen. Gerade großwüchsige Rassen sind Spätentwickler, die noch weit nach ihrem 18. Lebensmonat wachsen, auch wenn die Hauptwachstumsphase in den ersten 12 Monaten abgeschlossen wird. Während sich Knochen und Gelenke noch im Wachstum befinden, sollte man einen Hund noch keinen großen Belastungen (vor allem intensive, gleichförmige Bewegungen oder Sprünge) aussetzen. Daher fangen wir erst jetzt, da Bayo ein Jahr alt ist, ganz langsam mit dem Lauftraining an. Laufhunde wie Rhodesian Ridgebacks können sich meist für Ausdauersportarten begeistern. Ganz nebenbei sorgt man für ein ausreichendes Maß an Bewegung - für Zwei- und Vierbeiner. Aber  man darf es keinesfalls übertreiben. Bayo muss sich nach wie vor an die 5-Minuten-Regel halten, d.h. 5 Minuten Bewegung pro Lebensmonat pro Spaziergang. Bayo darf also ca. 1 Stunde spazieren gehen. Um ihn langsam an das Laufen heranzuführen, fangen wir mit einer 15-minütigen Einheit an und steigern uns dann langsam.  Auch ein Löwenjagdhund muss seine Ausdauer erst einmal trainieren.



Bayo hat sich zu unserer Freude auch zu einer Wasserratte entwickelt. Er schwimmt unheimlich gern - was bei Ridgebacks nicht immer der Fall ist. Das Schwimmtraining ist gerade im Sommer und auch während der Hund noch wächst eine gute Möglichkeit, den Hund zu bewegen. Das Wasser kühlt den Hund, sodass er nicht überhitzt und der Auftrieb sorgt dafür, dass Gelenke und Sehnen geschont werden.

In diesem Sinne: Sport frei!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Unsere Ridgeback eignet sich hervoragend fürs Maintrailing. Er ist begeistert bei der Sache dabei.
Alles was ich hier gelesen habe trifft auch auf meinem "Kleinen" zu.

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