Freitag, 22. April 2011

Wir wünschen frohe Ostern!

Wir wünschen allen Lesern ein schönes Osterfest. Bayo und Alastair genießen den Frühling, sind ausgelassen und freuen sich über das schöne Wetter. Aber Bilder sagen mehr als tausend Worte....

 
 




Samstag, 16. April 2011

Welche Zutaten sollten nicht in den Napf? Welche Dinge sind für Hunde giftig?



Gerade Hundehalter, die das Futter für ihre Tiere selbst zusammen stellen, stehen oft vor der Frage: was darf mein Hund eigentlich fressen? Welche Obst- und Gemüsesorten sind geeignet? Aber auch Hundebesitzer, die ihrem Liebling Fertigfutter geben, sollten sich darüber bewusst sein, welche Dinge ein Hund gefahrlos zu sich nehmen kann und welche nicht. Es gibt nämlich einige Nahrungsmittel, von denen man gar nicht vermutet, dass sie dem Hund schaden könnten.

Im Folgenden habe ich eine Liste mit Dingen erstellt, die ein Hund nicht oder nur in geringen Mengen fressen sollte. Die Liste erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

NahrungsmittelAufnahme möglich? Warum?Symptome / Folgen
Auberginen Nein, Auberginen enthalten Solanin sowie verschiedene Steroide. Solanin reizt die Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes, es kann nach der Resorption hämolytisch (Zerstörung der roten Blutkörperchen) wirken. Nach kurzer Erregung kann es hemmend auf das Nervensystem wirken: Unterdrückung der Atmung, der motorischen Zentren und in großen Mengen Herzstillstand
Avocados Nein, einige Sorten enthalten Persin. Herzmuskelschäden, Atemnot, Husten und Bauchwassersucht
Eicheln Nur in geringen Mengen, denn Eicheln enthalten viele Gerbstoffe. Magenschleimhautreizung, Erbrechen, Durchfälle
Erdnüsse Nein. Erdnüsse können bei Hunden epileptische Anfälle auslösen. Außerdem enthalten sie Trypsininhibitoren.
Gartenbohnen (roh) Nein, rohe Gartenbohnen enthalten Glykoside (Phasin) sowie Trypsininhibitoren. Fressunlust bis Futterverweigerung, Durchfall, bei schweren Vergiftungen Krämpfe, Hypertrophie der Pankreas, Tod
Gewürznelken Nein, sie enthalten Oleanolsäure. Durchfall und Übelkeit
Holunderbeeren (roh) Nein, Holunderbeeren enthalten cyanogene Glykoside (Sambunigrin). Übelkeit, Erbrechen, Magenkrämpfen und Durchfall
Hülsenfrüchte (roh) Nein, rohe Hülsenfrüchte enthalten Glykoside (Phasin), außerdem Tannine und Alkaloide sowie Trypsininhibitoren. Fressunlust bis Futterverweigerung, Durchfall, bei schweren Vergiftungen Krämpfe, Hypertrophie der Pankreas, Tod
Kaffee Nein, Kaffee enthält Koffein, Theophyllin sowie Theobromin. Herzmuskelstörungen, Neurologische Störungen
Kakao/Schokolade Nein, Kakao und Schokolade enthalten das für Hunde giftige Theobromin. Durchfall, Erbrechen, Zittern, Krämpfe, Lähmungen, Bewusstseinsstörung bis hin zum Tod, Tödliche Dosis: 60 g Milchschokolade, bzw. 8 g Blockschokolade (je nach Kakaogehalt) pro kg Körpergewicht
Kartoffeln (roh) Nein, rohe Kartoffeln enthalten Atropin, Solanin und Glykoside (Phasin). Tremor (Zittern) u. Herzrhythmusstörungen, siehe auch: Auberginen
Knoblauch Ja, aber nur in kleinen Mengen. Knoblauch enthält Allylpropylsufid und N-Propyldisulfid. Knoblauch ist in geringen Mengen sehr gesund für Hunde, da Knoblauch antibakterielle, antivirale und antiparasitäre Eigenschaften hat. Er enthält auch viele ätherische Öle, die den Milchsäuregeruch der Haut überdecken - dieser lockt nämlich unter anderem Zecken und andere Parasiten an. Erst ab 5 g pro kg Körpergewicht des Hundes kann Knoblauch zu einer Anämie führen, das entspricht einer Menge von ca. 150g Knoblauch (ca. 50 Knoblauchzehen) für einen 30 kg Hund.
Macadamia Nüsse, Bittermandeln, Muskatnuss, Bambus Nein, sie enthalten cyanogene Glykoside. Muskelschwäche, allgemeine Schwächung des Bewegungsapparates und teilweise geschwollene Extremitäten
Obstkerne Nur in geringen Mengen, denn Obstkerne enthalten Blausäure. Speicheln, Erbrechen, Durchfall, Fieber, Atemnot, Krämpfe
Paprika, grün und gelb Nein, grüner und gelber Paprika enthält das für Hunde giftige Solanin. Im Reifungsprozess wird das Solanin abgebaut, weswegen roter Paprika gefüttert werden kann. Solanin reizt die Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes, es kann nach der Resorption hämolytisch (Zerstörung der roten Blutkörperchen) wirken. Nach kurzer Erregung kann es hemmend auf das Nervensystem wirken: Unterdrückung der Atmung, der motorischen Zentren und in großen Mengen Herzstillstand.
Quitten Nein, sie enthalten viele Tannine (Gerbstoffe). Magenschleimhautreizung, Erbrechen, Durchfälle
Tomaten (unreif) Nur in kleinen Mengen, denn Tomaten enthalten Atropin, cyanogene Glykoside sowie Solanin. Erbrechen, Störung der Gehirnfunktion und Schleimhautreizung, bei schweren Vergiftungen Koma und Tod
Walnüsse (unreif) Die Nuss und deren braunen Schale sind nicht giftig. Die grünen Fruchtschalen jedoch können von einem Pilz befallen sein, der das Gift Roquefortin C produziert. Stark neurotoxische Wirkung bis hin zum Tod
Weintrauben/Rosinen Nein, oder nur in Kleinstmengen. Die Ursache für die toxische Wirkung ist  noch unklar. Ab 11,6 g Trauben pro kg Körpergewicht des Hundes führen Weintrauben/Rosinen zu Nierenversagen.
Xylit (Süßstoff) Nein, dieser Süßstoff ist giftig für Hunde. Grundsätzlich sollte man Hunden keinen Süßstoff geben. Xylit hat bei Hunden einen stark Insulin-ausschüttenden Effekt, der zu Hypoglykämie führen kann, aber auch schwere Leberschädigungen bis zum Leberversagen und Gerinnungsstörungen können eine Folge sein.
Zwiebeln Ja, aber in kleinen Mengen. Zwiebeln enthalten Allylpropylsufid und N-Propyldisulfid. Ab 1530 g pro kg Körpergewicht des Hundes können Zwiebeln zu Durchfall, Erbrechen verursachen, ab 50 g pro kg Körpergewicht können Zwiebeln zu einer Anämie führen.

Natürlich gilt bei den genannten Lebensmitteln: „Allein die Menge macht das Gift“. Man muss also nicht in Panik geraten, wenn der Hund mal ein Stück Tomate oder eine Weintraube frisst. Man sollte eben darauf achten, dass der Hund sich zu diesen Dingen keinen freien Zugang verschafft und sie in entsprechenden Mengen zu sich nimmt.

Anders verhält es sich mit Medikamenten aus dem Humanbereich - diese können bereits in Kleinstmengen schwerwiegende Konsequenzen haben. Es gibt natürlich auch Medikamente, die für Hunde geeignet sind, aber die Gabe sollte man dringend mit einem Tierarzt abstimmen. Auch Alkohol, Nikotin oder andere Drogen sollte man natürlich einem Hund niemals verabreichen.

Es gibt auch eine ganze Reihen von Beeren, die nicht nur für Hunde giftig sind, z. B.: Einbeere, Faulbaum, Goldregen, schwarzer Holunder, Kermesbeere, Kirschlorbeer, Echter Kreuzdorn, Gemeiner Liguster, Schwarzer Nachtschatten, Schneeball, wolliger Schneeball, Immergrüner Schneeball, Tollkirsche, Weißwurz.

Auch gewisse Zimmerpflanzen können für Hunde durchaus gefährlich werden, z. B.: Alpenveilchen, bestimmte Ficus Arten inkl. Feigenbaum, Gummibaum, Birkenfeige, Banyanbaum, Bobaum, Geigenfeige, Kletterficus  sowie Stechplame (bekannt als Weihnachtsdeko), Drudenfuß (=Mistelzweig), Einblatt, Fensterblatt, Flamingoblume, Klivie, Korallenbaum, -kirsche,-strauch, Kroton, Wunderstrauch, Krebsblume, Philodendron, Weihnachsstern und Zimmerkalla.

Und bestimmte Gartenpflanzen sollten Vierbeiner auch nicht fressen, z. B.: Alpenrose, Adonisröschen, Akelei,  Amaryllis, Anemone, Aronstab, Blauregen, Buchsbaum, Clematis, Eibe, Engelstrompete, Efeu, Fingerhut, Fliegenpilz, Geissblatt, Ginster, Goldregen, Heliotrop, Herbstzeitlose, Hortensie, Hyazinthe, Kartoffelpflanze, Kirschlorbeer, Lebensbaum, Maiglöckchen, Narzissen, Osterglocke, Oleander, Pfaffenhütchen, Primel, Rittersporn, Schneeglöckchen, Tollkirsche, Tulpe, Wasserlilie, Zypressenwolfsmilch

Was aber sollte man tun, wenn der Hund Vergiftungserscheinungen zeigt?
  • Zunächst gilt es, eine weitere Giftaufnahme zu unterbinden, um dann so schnell wie möglich einen Tierarzt aufzusuchen.
  • Niemals sollte man Erbrechen auslösen! Auch wenn man meint, damit dem Tier zu helfen. Ein Brechmittel zu verabreichen gehört in die Hände eins Fachmanns.
  • Wenn möglich, Proben des Giftstoffes einsammeln
  • Keine eigenständige Medikation vornehmen!
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Quellen: 
Campbell, A. (2007): Grapes, raisins and sultanas, and other foods toxic to dogs
Lee K. W. et al. (2000): Hematologic changes associated with the appearance of eccentrocytes after intragastric administration of garlic extract to dogs
Meyer, H., Zentek, J. (2013): Ernährung des Hundes: Grundlagen – Fütterung – Diätetik
http://www.vetpharm.uzh.ch