Samstag, 18. Juni 2011

BARF Mythos #5: Fleisch macht Hunde aggressiv

Beim Thema Hundefütterung scheiden sich die Geister. Jeder Hersteller ist der Meinung, das beste Futter zu produzieren und jeder Tierarzt ist sich sicher, das beste Futter zu empfehlen. Dabei gerät immer wieder das Thema BARF in die Kritik. Es gibt eine Reihe von Mythen um diese Ernährungsform, die jedoch meist in das Reich der Märchen und Sagen gehören, aber dennoch oft von Kritikern aufgeführt werden.

BARF Mythos #5: Rohes Fleisch bzw. Fleisch im allgemeinen löst bei Hunden aggressives Verhalten aus und steigert das Jagdverhalten


Auch diese Vorurteil hält sich nach wie vor sehr hartnäckig. Immer wieder wird davor gewarnt, Hunden rohes Fleisch zu servieren, da dies automatisch Aggressionen hervorrufen kann. Offenbar stellt man sich einen Hund vor, der durch den Genuss von Fleisch in eine Art Blutrausch versetzt wird… Ein Ammenmärchen, welches schon ziemlich alt ist: In einem Hundeernährungsbuch aus dem Jahre 1960 fand ich unter der Überschrift „Sogenannte Volksweisheiten“ den folgenden Satz: „Fleisch macht die Hunde „falsch“ und wild“. Eine Aussage, die der Autor sogleich widerlegt. Seiner Ansicht nach führt eine unsachgemäße Behandlung und schlechte Zuchtauswahl zu Aggressionen und nicht etwa Fleisch.[1]

Auch heute – über 50 Jahre später – gibt es keine Studien, die den Zusammenhang zwischen Rohfleischfütterung und Aggressionen oder Jagdtriebsteigerungen bei Hunden belegen konnten: „Eine Korrelation zwischen der BARF-Fütterung und erhöhter Aggression oder auch verstärkter Jagdleidenschaft wurde in keiner wissenschaftlich belastbaren Studie nachgewiesen, jedoch sollte der Umkehrschluss, dass kein mit Fertigfutter gefütterter Hund zum Jagen neigt, diese These hinreichend widerlegen.“ [2]

In Deutschland werden 87% aller Hunde hauptsächlich mit Fertigfutter ernährt, 11% aller Hunde erhalten Fertigfutter zusätzlich zu anderer Nahrung.[3] Tausendfach pro Jahr ereignen sich Beißvorfälle. Wie wahrscheinlich ist es wohl, dass diese Angriffe ausschließlich von Hunden ausgehen, die rohes Fleisch bekommen haben, wenn doch die meisten Hunde doch Fertigfutter erhalten…? Mangels Datengrundlage lässt sich diese Frage nicht beantworten, aber es gibt natürlich wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Futter und Aggression.


Der Zusammenhang zwischen Fütterung und Aggressionen

Aggressionen bei Hunden können sehr vielfältige Ursachen haben: so werden genetische oder biochemische Ursachen angeführt, aber auch krankheitsbedingte Ursachen (Aggressivität in Verbindung mit bestimmten Erkrankungen). Traumata können Aggressionen auslösen, aber auch Angst und Schmerz. Ohne vertiefend auf die Ursachen eingehen zu wollen, spielt aber interessanterweise auch die Ernährung eine Rolle:

„So fördern größere Mengen qualitativ minderwertiger Eiweiße die Neigung zu gesteigerter Aggressivität bzw. zu ausgeprägter Territorialverteidigung. In diesem Zusammenhang kommt dem Ammoniak und den Aminosäuren Tyrosin und Tryptophan besondere Bedeutung zu, da sie die Bildung von Metaboliten beeinflussen, die für das Verhalten von Hunden bedeutsam sind.“[4]

Für Hunde minderwertige Eiweiße sind aufgrund ihrer ungünstigen Aminosäurenzusammensetzung z. B. Futtermittel pflanzlicher Herkunft (z. B. Maiskleber, Weizenkleber)[5] wie sie oft in kommerziellen Fertigfuttern in großen Anteilen vorkommen. In diesen Futtermitteln kommt wenig Tryptophan, dafür aber verhätlnismäßig mehr lange, neutrale Aminosäuren (LNAA) wie z.B. Tyrosin vor. Tryptophan ist eine essenzielle Aminosäure die vor allem in Fleisch, Milchprodukten und Eiern vorkommt, weniger jedoch in Getreide[6]. Als biosynthetische Vorstufe des Neurotransmitters Serotonin (im Volksmund bekannt als Glückshormon), hat es u.a. Auswirkungen auf die Stimmung eines Lebewesens. Eine verminderte Serotoninbildung kann möglicherweise zu einer aggressiveren Reaktion auf Reize führen.

Glücklicher durch optimales Aminosäurenprofil

Wie aber kann die Rationsgestaltung einen Einfluss auf die Serotoninfreisetzung haben? Die meisten Proteine haben einen geringen Tryptophan-Anteil (Trp) und einen hohen Anteil an LNAA. Diese LNAA konkurrieren mit Tryptophan um das gleiche Transportsystem durch die Blut-Hirn-Schranke, sodass die Fütterung proteinreicher Nahrung den Trp:LNAA Quotienten erniedrigt und den Transport von Tryptophan durch die Blut-Hirn-Schranke verringert. Je schlechter das in der Nahrung vorliegende Verhältnis zwischen Trp und LNAA ist, desto ausgeprägter ist dieser Effekt. Diäten mit geringerem Eiweißgehalt (aber entsprechendem Fett- oder Kohlenhydratgehalt) und besserer Aminosäurenzusammensetzung führen im Gegensatz dazu zu einem höheren Trp:LNAA Quotienten, der den Transport von Tryptophan über die Blut-Hirn-Schranke fördert.[7]

Der Einfluss von Energieträgern

Und welchen Einfluss haben Kohlenhydrate oder Fett? Kohlenhydratreiche Rationen stimulieren die Insulinsekretion. Das vermehrt ausgeschüttete Insulin steigert die Aufnahme derjenigen LNAA in die Muskelzellen, die mit Tryptophan in das Gehirn gelangen. Da nun der Trp:LNAA Quotient höher ist, gelangt mehr Tryptophan in das Gehirn. In Bezug auf den Fettgehalt der Nahrung findet ein anderer Prozess statt: Die Erhöhung freier Fettsäuren im Blut nach der Nahrungsaufnahme führt zur Verdrängung des an Albumin gebundenen Anteils von Tryptophan. Das so freigesetzte Tryptophan wird vermehrt in das Gehirn transportiert und steht nun aus diesem Grund vermehrt für die Synthese von Serotonin zur Verfügung.[8] Im Übrigen hat auch der im Zusammenhang mit BARF oft praktizierte Fastentag einen positiven Effekt auf die Stimmung des Hundes, denn Tierversuche belegen, dass es bei kurzzeitigem Fasten zu einer erhöhten Tryptophanverfügbarkeit im Gehirn und daher zu einer gesteigerten Serotoninsynthese kommt.

Weniger Aggression nach Futterumstellung

In Studien wurde übrigens eine Verbesserung der Aggressionsprobleme bei Hunden durch das Umstellen der Fütterung auf eine selbst zubereitete Schonkost auf Lammfleischbasis mit geringem Proteingehalt beobachtet. Ob die Verbesserung aufgrund mangelnder Zusatzstoffe (Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker im Trockenfutter) oder der Veränderung der Proteinquelle eingetreten ist, konnte nicht abschließend geklärt werden.[9] Interessant ist jedoch: die Hunde waren aggressiver als sie noch kommerziell hergestelltes Futter bekamen.

Zusammenfassend kann man sagen: Ein Hund, der eine auf Fleisch basierende Nahrung zu sich nimmt, in der er eine optimale Aminosäurenzusammensetzung und zudem einen niedrigen Proteingehalt (siehe BARF-Mythos #1) sowie ausreichend Fett vorfindet, wird weniger wahrscheinlich aggressiv sein als ein Hund, der aufgrund des hohen Anteils pflanzlicher Proteine im kommerziellen Fertigfutter eine ungünstige Aminosäurenzusammensetzung in seiner Nahrung und dafür einen höheren Proteingehalt vorfindet, auch wenn dieser hohe Anteile an Kohlenhydraten zu sich nimmt.

Andere fütterungsbedingte Aspekte

Ein weiterer Aspekt, der zwar nicht isoliert im Zusammenhang mit Fleisch, allerdings mit einer optimalen Fütterung steht und Aggressionen auslösen kann, ist Schmerz. Es ist hinlänglich bekannt, dass Schmerzen Aggressionen verursachen können.[10] Es gibt viele Hunde, die kommerzielle Futtermittel nicht vertragen. Sie reagieren mit Unverträglichkeiten und Allergien auf Getreide, Futtermilben, Zusatzstoffe oder sogar bestimmte Fleischsorten, die sich durch Magen-Darm-Probleme oder Hautreaktionen bemerkbar machen.[11] Natürlich verursachen derartige Unverträglichkeiten oftmals auch Schmerzen und diese können eben auch ein aggressives Verhalten nach sich ziehen. Mit BARF ist es relativ einfach, sich auf die Bedürfnisse eines Hundes einzustellen und Futtermittel zu vermeiden, die der Hund nicht verträgt und die ihm Schmerzen bereiten. Bei einem kommerziellen Futter ist das vollkommen unmöglich, da nicht nachvollziehbar ist, welche Zutaten sich nun genau im jeweiligen Futter wiederfinden. Das erschwert erstens die Suche nach dem Auslöser der Unverträglichkeit und zweitens natürlich dessen Vermeidung bei der Fütterung.

Fazit

Rohes Fleisch macht Hunde nicht aggressiv. Ganz im Gegenteil: Eine getreidebasierte Nahrung wie sie oft mit kommerziellem Hundefutter zugeführt wird, fördert die Entstehung von Aggressionen, da wichtige Aminosäuren im Futter fehlen. Eine fleischbasierte, natürliche Enrährung hingegen kann Aggressionen sogar verringern, weil die Aminosäurenzusammensetzung der Nahrung besser ist.

Weitere BARF-Mythen?

BARF-Mythos #1: zu viel Fleisch, zu viel Eiweiß
BARF-Mythos #2: Barfen sei zu teuer
BARF-Mythos #3: Rohes Fleisch macht Hunde krank
BARF-Mythos #4: Nicht alle Nährstoffe im richtigen Verhältnis 
BARF Mythos #6: BARF ist zu kompliziert und zu zeitaufwendig

http://www.amazon.de/gp/product/3000496327/ref=as_li_tl?ie=UTF8&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=3000496327&linkCode=as2&tag=w002-21&linkId=CMRYTDYO6UR4FLJH

_____________________________
[1] Donath (1960): Hunde – gesund ernährt, S. 162.
[2] Hinger, M. (2008): BARFen - ein alternatives Ernährungskonzept?, in: Zeitschrift für Ganzheitliche Tiermedizin, 01/2008, S. 24 ff.
[3] http://de.statista.com/statistik/daten/studie/174762/umfrage/verwendungshaeufigkeit-von-fertigfutter/
[4] Meyer/Zentek (2010): Ernährung des Hundes, S. 137.
[5] Meyer/Zentek (2005): Ernährung des Hundes, S. 102 ff.
[6] Meyer/Zentek (2005): Ernährung des Hundes, S. 249.
[7] Köhler, K. (2005): Evaluierung von somatischen Ursachen für Verhaltensveränderungen beim Hund in der tierärztlichen Praxis, S. 19. 
[8] http://www.aerzteblatt.de/V4/archiv/artikel.asp?id=9630
[9] Köhler, K. (2005): Evaluierung von somatischen Ursachen für Verhaltensveränderungen beim Hund in der tierärztlichen Praxis, S. 18-19.
[10] Köhler, K. (2005): Evaluierung von somatischen Ursachen für Verhaltensveränderungen beim Hund in der tierärztlichen Praxis, S. 19.
[11] Meyer/Zentek (2005): Ernährung des Hundes, S. 187

Sonntag, 5. Juni 2011

BARF Mythos #4: Nicht alle Nährstoffe im richtigen Verhältnis

Beim Thema Hundefütterung scheiden sich die Geister. Jeder Hersteller ist der Meinung, das beste Futter zu produzieren und jeder Tierarzt ist sich sicher, das beste Futter zu empfehlen. Dabei gerät immer wieder das Thema BARF in die Kritik. Es gibt eine Reihe von Mythen um diese Ernährungsform, die jedoch meist in das Reich der Märchen und Sagen gehören, aber dennoch oft von Kritikern aufgeführt werden.

BARF Mythos #4: Beim Barfen kann man nicht sicherstellen, dass alle Nährstoffe in jeder Mahlzeit im richtigen Verhältnis vorliegen, deswegen führt BARF zu Fehl-, Unter- oder Überversorgungen


Das ist eine Aussage, die gern von Futtermittelherstellern, aber auch von Tierärzten angebracht wird. Der Hund müsse in jeder Mahlzeit, jeden erdenklichen Nährstoff im exakt richtigen Verhältnis vorfinden. Dies könne nur mit Fertigfutter sichergestellt werden.

Offenbar scheint aber der Hund einzige Lebewesen auf dieser Erde zu sein, der in jedem Futterbrocken eine homogene Zusammensetzung vorfinden muss, denn weder wild lebende Hunde, noch der Wolf, noch Menschen ernähren sich auf diese Weise…

Man stelle sich vor, man müsste sich Sorgen machen, weil man zum Frühstück nur ein Müsli, mittags Spaghetti mit Tomtensoße und abends einen Salat gegessen hätte: zu wenig Protein, zu wenig Magnesium, zu wenig Calcium, ... Nein, man isst einfach am nächsten Tag zum Frühstück einen Joghurt mit einer Banane, mittags ein Steak mit Kartoffeln un Pilzen und abends einen Käseteller und schon sieht die Ernährungsbilanz über die zwei Tage schon ganz anders aus.

Einen Blick auf die Ernährung (unregelmäßige, oft einseitige Nahrungsaufnahme) des Wolfes, der so eng mit dem Haushund verwandt ist, dass insbesondere der Verdauungskanal nahezu identisch ist, spare ich mir an dieser Stelle. Denn ein Hund ist nun einmal kein Wolf. Der Energiebedarf ist geringer, die Lebensumstände sind völlig anders und ein Chihuahua sieht nun einmal gar nicht aus wie ein Wolf. Betrachten wir lieber ganz konkret den Haushund.


Die Ernährung des Hundes in der Vergangenheit

Irgendwann, vor tausenden von Jahren schloss sich der Wolf dem Menschen an und entwickelte sich zum Haushund wie wir ihn heute kennen. Man schätzt, dass es den Haushund  seit etwa 10.000 Jahren gibt.1 Das erste „Fertigfutter“ für Hunde wurde 1860 (Spratt's Patent Meat Fibrine Dog Cakes) entwickelt – also nicht bereits vor 10.000 Jahren. Bis in Industrieländern dessen flächendeckende Ausbreitung begann, vergingen noch einmal fast 100 Jahre, in machen Ländern sogar noch mehr...2 Wie hat der Hund es bloß geschafft, so viele tausend Jahre zu überleben, ohne dass er in jeder Mahlzeit alle Nährstoffe im optimalen Verhältnis vorfand? Wie konnte er nicht nur überleben, sondern sogar so ernährt werden, dass er als Arbeitstier (Schlittenhund, Jagdhund, Zugtier) große Leistungen erbringen konnte?

Nicht nur, dass es nicht alle Nährstoffe im richtigen Verhältnis vorlagen, es gab oftmals überhaupt nichts Gutes. Denn der Hund bekam Essensreste und diese entsprachen natürlich den Lebensbedingungen der damaligen Hundehalter – und die waren nun einmal oft sehr einfach. Kein Mensch achtete darauf, dass Hunde in jeder Mahlzeit alle Nährstoffe im optimalen Verhältnis vorfanden, auch wenn es bereits vor 3.000 Jahren Luxushunde gab, die ganze spezielle Mahlzeiten genießen durften.

Weder in meinem ältesten Hundebüchern (Walther Busack „Die Hunderassen in Wort und Bild“, 1943 oder Prof. Dr. W. F. Donath „Hunde – gesund ernährt“, 1960) noch in modernen, wissenschaftlichen Publikationen (Helmut Meyer/Jürgen  Zentek, „Ernährung des Hundes“, 2010) konnte ich die Anforderung  „alle Nährstoffe in jeder Mahlzeit im richtigen Verhältnis“ finden. Demzufolge scheint eine derartige Rationsgestaltung nicht nötig zu sein.

Zusammensetzung der Nahrung mit BARF

Man wird nicht in jeder BARF-Mahlzeit alle Nährstoffe im optimalen Verhältnis zusammenstellen können, aber das ist auch gar nicht nötig.

Bayo bekommt an dem meisten Tagen 300 g Muskelfleisch, 140 g Pansen, 100 g Innereien, 100 g fleischige Knochen, 150 g Gemüse, 50 g Fett, 0,9 g Seealgen, ein paar Nüsse/Samen, etwas Bierhefe und 1 EL Omega-3-6-Öl. Damit erhält er fast täglich einen Großteil aller wichtigen Nährstoffe, Energie und auch Ballaststoffe, die er benötigt.

Von bestimmten Nährstoffen gibt es an einigen Tagen mal mehr, mal weniger. So gibt es an manchmal 100 g Rinderleber (reich an Vitamin A) und dann wieder 100 g Rinderniere (reich an Selen), aber der Bedarf wird über einen Zeitraum von wenigen Tagen dennoch gedeckt.

Einige Kritiker selbst erstellter Futterrationen führen an, dass die stoßweise Deckung des Nährstoffbedarfs zu Problemen führen kann. Dabei nennen sie Beispiele wie ich es auf einer Website fand:

„Beispiel: Die Deckung des Calciumbedarfs über die stoßweise Verabreichung des 10-fachen Tagesbedarfs (z.B. durch Knochenfütterung) alle 10 Tage zu einer ansonsten calciumarmen Ration (mit vielleicht noch falschem Ca:P-Verhältnis) kann die hormonelle Mineralstoff-Regulation (Calcitonin, Parathormon, Cholecalciferol) im Körper aushebeln und die Verwertung anderer Elemente (Kupfer, Zink , die sowieso schon oft unterversorgt sind) behindern.“3

Was hat eine derartige Vorgehensweise mit BARF zu tun? Würde ich Bayo nur alle 10 Tage seine Knochenration geben, dann  müsste der arme Kerl fast 1 kg Knochen auf einmal fressen, was mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Verstopfung führen würde. Ebenso verhält es sich, wenn man die Innereien-Ration nur alle 10 Tage verabreichte, nur dass diese wahrscheinlich zu Durchfall führen würde. Würde ich Bayo nur alle 10 Tage seine Gemüseration kredenzen, ließe er vermutlich den gefüllten Napf stehen...

Es ist ganz und gar nicht die Idee von BARF, die Einzelbestandteile in derart großen Portionen auf derart lange Zeiträume zu verteilen. Die meisten Barfer füttern die Knochen- oder Innereienportion verteilt auf 3 Tage pro Woche, d. h. der Hund erhält nur an jedem zweiten Tag mal etwas mehr, mal etwas weniger Calcium, aber auf 2 Tage verteilt beträgt das Ca:Ph-Verhältnis wieder 1,5. Das ist einerseits überhaupt nicht mit dem düsteren Szenario zu vergleichen, welches im o.g. Zitat aufgezeigt wird und ist andererseits für einen Körper auch unproblematisch, da der nicht auf einen exakt kontinuierlichen Zufluss sämtlicher Nährstoffe angewiesen ist.


Fazit

Es ist gar nicht nötig, dass in jeder Mahlzeit, die ein Hund zu sich nimmt, alle Nährstoffe im optimalen Verhältnis vorliegen müssen. Daher spielt es auch keine Rolle, dass eine BARF-Mahlzeit nicht vollkommen homogen zusammengesetzt ist. Kein Tier auf dieser Welt ernährt sich auf diese Weise. Eher wird über eine abwechslungsreiche Ernährung ein ausgewogener Zufluss an Nährstoffen verteilt auf mehrere Mahlzeiten sichergestellt.


Weitere BARF-Mythen?

BARF-Mythos #1: zu viel Fleisch, zu viel Eiweiß
BARF-Mythos #2: Barfen sei zu teuer
BARF-Mythos #3: Rohes Fleisch macht Hunde krank
BARF-Mythos #5: Fleisch macht Hunde aggressiv

http://www.amazon.de/gp/product/3000496327/ref=as_li_tl?ie=UTF8&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=3000496327&linkCode=as2&tag=w002-21&linkId=CMRYTDYO6UR4FLJH

_______________________
1 Ziemen, E. (2010): "Der Hund", S. 125.
2 Thurston, M.E. (1996):  „The Lost History of the Canine Race“, S. 235 ff.
3 http://www.heiltierarzt.de/hunde-katzen-richtige-ernaehrung/barfen-biologisch-artgerechte-rohfuetterung.htm