Sonntag, 21. August 2011

Die BARF „Todsünden“ – was sollte man nie tun?

 Barfen ist eigentlich eine ganz einfache Sache. Das Futter für den Hund selbst zusammen zu stellen, muss man nicht vermeintlichen Experten überlassen. Immerhin haben Hunde jahrtausendelang mit und neben dem Menschen gelebt und wurden ernährt – auch ohne industrielles Futter, ohne Nährwerttabellen und ohne Taschenrechner. Man muss keine Wissenschaft aus der Fütterung machen, es gibt aber einige Dinge, die man vermeiden sollte, weil sie zu Problemen führen können. Die folgende Liste zeigt die wichtigsten Dinge, die man beachten sollte - sie fasst auch die häufigsten Anfängerfehler zusammen und hilft, grobe Fehler zu vermeiden.


Nie gekochte Knochen verfüttern - Lebensgefahr! 

Kocht man Knochen, so werden sie spröde und porös. Sie können splittern und lebensgefährlich sein. Knochen IMMER roh füttern.

Nicht einseitig füttern - Mangelernährung! 

Eine abwechslungsreiche Ernährung ist der Grundstein für die Bedarfsdeckung aller lebenswichtigen Nährstoffe. Man sollte daher am besten Fleisch, Innereien und Knochen von 2 - 3 verschiedenen Tieren füttern und auch beim Gemüse oder Getreide immer unterschiedliche Sorten verwenden. Natürlich sollte man dabei auf Verträglichkeit achten. Die Fütterung von exotischen Fleischsorten ist nicht nötig. Es empfiehlt sich außerdem, sich eine Fleischsorte vorzubehalten, die man grundsätzlich nicht füttert (z. B. Pferd). Sollte der Hund mal eine Allergie entwickeln, kann man mit dieser Sorte eine Ausschlussdiät machen. Die Voraussetzung dafür ist, dass der Hund die Fleischsorte noch nie zu sich genommen hat.

Nicht zu energiearm füttern – Leber- und Nierenschäden! 

Jeder Organismus braucht Energie. Diese gewinnt der Hund am effizientesten und natürlichsten aus Fett. Viele Hunde vertragen aber auch Kohlenhydrate. Eiweiß soll nicht als Energiequelle dienen, weil bei der Verstoffwechselung von Eiweiß Abbauprodukte entstehen. Das ist völlig normal. Wenn der Hund aber überwiegend Eiweiß zur Energieversorgung nutzen muss, dann entstehen zu viele Eiweißabbauprodukte und das überfordert auf Dauer Leber und Nieren. Also niemals dauerhaft zu mageres Fleisch füttern. Das Fleisch sollte 15-25 % Fett enthalten. Ist dem nicht so, kann man ganz einfach Butter, Schweineschmalz oder andere Fette sowie auch Hirse oder Reis zufüttern. Fett ist für Hunde nicht schädlich. Man darf die menschlichen Ansprüche hier nicht auf den Hund übertragen. Ein Indiz für eine zu energiearme Ernährung ist die Futtermenge. Braucht der Hund bei normaler Aktivität auffällig viel Futter, dann sollte man dringend die Energiemenge im Futter überprüfen. Grundsätzlich gilt aber auch für jeden Hund: durchwachsenes Fleisch verwenden! Als kleine Orientierung mal folgendes Beispiel: Hunde brauchen z. B. im Schritt 4,2 kJ pro km pro kg KM im Schritt, 4,2 kJ im Trab und 5,6 kJ im Galopp. Wenn ein 25 kg Hund also 1h trabt und dabei ca. 15 km zurücklegt, dann braucht er dafür 1.600 kJ oder auch 41g Fett zusätzlich zum Grundumsatz.

Fleisch nie unter Luftabschluss auftauen lassen – Lebensgefahr!  

Das Bakterium Clostridium botulinum könnte sich im Fleisch vermehren und einen Giftstoff ausschütten, der für Hunde tödlich ist. Das Bakterium vermehrt sich aber nur unter Luftabschluss. Also einfach den Deckel der Fleischdose etwas öffnen
.

Kein Rohes Schweinefleisch füttern – Lebensgefahr! 

Es kann das Aujeszky-Virus enthalten, das eine für Hunde tödliche Krankheit hervorrufen kann. Das Virus stirbt allerdings ab, wenn man das Schweinefleisch lange genug kocht. Dann kann auch das verfüttert werden.

Kein Schilddrüsengewebe (Kehlkopf oder Kopffleisch-Mixe) füttern – Schädigung der Schilddrüse! 

Die darin enthaltenen Schilddrüsenhormone können die Funktion der Schilddrüse beeinflussen und bei Hunden eine eigentlich sehr seltene Schilddrüsenüberfunktion provozieren. Dies kann den gesamten Hormonhaushalt durcheinander bringen. Vor allem Hunde mit Schilddrüsenerkrankungen sollten gar keine Nahrungsmittel mit Schilddrüsengewebe zu sich nehmen. Am besten beim Fleischlieferanten nachfragen, ob die Schilddrüse bei entsprechenden Fleisch-Mixen entfernt wurde. Bei Geflügel befindet sich die Schilddrüse übrigens nicht im oberen Bereich des Halses, sondern weiter unten, in Richtung Brust.

Wenig jodhaltige Algen füttern – Schädigung der Schilddrüse! 

Jod hat einen großen Einfluss auf die Schilddrüse. Hunde tolerieren zwar auch große Mengen an Jod (bis zu 85 mcg/kg KM und Tag gelten als ungefährlich), aber viele Lebensmittel sind in Deutschland bereits mit Jod angereichert und eine Überversorgung kann eine Schilddrüsenunterfunktion herbeiführen. Man sollte lieber nachrechnen, wie viel Jod man mit den Algen zuführt und nicht einfach Pi mal Daumen einen EL über´s Futter geben.

Zusätze in Maßen füttern - Überversorgung! 

Es gibt allerlei Zusätze, die man einem Hund als Barfer verabreichen kann. Aber man sollte diese unbedingt sparsam und mit Verstand einsetzen. Lebertran z. B. enthält sehr viel Vitamin A und D. Diese beiden Vitamine sind nicht wasserlöslich und können daher überdosiert werden. Vorsicht ist auch bei calciumhaltigen Zusätzen wie Muschelkalk oder Eierschalenpulver geboten. Auch Kräutermixe enthalten oft sehr viel Calcium. Heilkräuter sollte man nur zweckmäßig einsetzen und niemals dauerhaft füttern. Selbst hochwertige Öle sollte man nicht in großen Mengen füttern, da der hohe Anteil an ungesättigten Fettsäuren den Vitamin E Bedarf des Hundes erhöht. Besser die Packung genau studieren und im Zweifel auf unnötige Zusätze verzichten.

Nicht unverhältnismäßig füttern – Mangelernährung / Überversorgung! 

Man sollte bei der Zusammenstellung der Rationen auf gewisse Verhältnisse achten. Der Anteil an tierischen Zutaten sollte bei 70 – 80 % liegen und zu 50 % aus Muskelfleisch, 20 % aus grünem Pansen/Blättermagen, 15 % aus Innereien und 15 % aus rohen fleischigen Knochen bestehen. Wenn man dieses Verhältnis einhält (es orientiert sich am Beutetier), stellt man eine optimale Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen sicher. Füttert man aber z. B. zu viele Knochen, dann nimmt der Hund zu viel Calcium zu sich und das führt dann zu Nierenerkrankungen, Magnesiummangel oder Gelenksfehlbildungen. Außerdem begünstigt eine sehr calciumhaltige Ernährung Magendrehungen. Ebenso verhält es sich mit der Gabe von zu vielen oder zu wenigen Innereien. Führt man z. B. in viel zu großen Mengen Leber zu, so nimmt der Hund zu viel Vitamin A zu sich. Füttert man zu wenig, fehlen dem Hund wertvolle Vitamine. Das kann aber nicht passieren, wenn man die o.g. Verhältnisse einhält. Diese Excel-Tabelle hilft bei der Berechnung.

Wenig thiaminasehaltigen, rohen Fisch füttern – Vitamin B Mangel! 

Thiaminase vernichtet das Vitamin B1 und ist z. B. in Karpfen, Hering, Hecht, Kabeljau, Flunder oder Thunfisch enthalten. Füttert man zu viel und dauerhaft derartige Fische, kann ein Vitamin B Mangel entstehen. Gibt man dem Futter gleichzeitig Bierhefe hinzu, kann man den Verlust wieder ausgleichen. Thiaminase wird durch Erhitzen zerstört.

Wenig oxalsäurehaltige oder phytinsäurehaltige Nahrungsmittel füttern – Calciummangel! 

Oxalsäurehaltige Lebensmittel wie Mangold, Spinat, Grünkohl, Rharbarber und Amaranth sollte man in Maßen füttern, da sie die Aufnahme von Calcium hemmen. Gleiches gilt für phytinsäurehaltige Nahrungsmittel wie Getreide.

Schlussendlich sollte man natürlich auch beachten, dass es einige Lebensmittel gibt, die schlichtweg giftig für Hunde sind. Hier gibt es eine Liste dieser Dinge.

Eine ganz schön lange Liste, oder? Aber keine Sorge, daran gewöhnt man sich schnell. Das Wort "Todsünden" ist dabei auch sicher etwas übertrieben. Bei einigen der genannten Dinge ist die Gefahr nicht besonders groß bei anderen muss man eher aufpassen, weil sie recht häufig vorkommen und fatale Konsequenzen haben können.

http://www.amazon.de/gp/product/3000496327/ref=as_li_tl?ie=UTF8&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=3000496327&linkCode=as2&tag=w002-21&linkId=CMRYTDYO6UR4FLJH

Kommentare:

ChiTac hat gesagt…

Ich lerne auf dieser Seite immer mehr. Vielen Dank für diese Ausführungen!

Larya hat gesagt…

In 3 Wochen zieht ein Mini-Aussie bei uns ein. Ohne diese Seite hätte ich mich nicht an das Thema BARF rangetraut. Ganz großes Lob!
Bin grad am Erstellen eines Futterplans. Wie sieht es bei der Fütterung von Hühner- oder Putenhälsen aus in Bezug auf die Schilddrüsenhormone? Oder sollte man besser auf Rinder- oder Kalbsbrustknochen ausweichen?

Nd. hat gesagt…

Bei Vögeln liegt die Schilddrüse viel weiter unten als bei Säugetieren, eher in Richtung Brust. Von daher sollte man bei Hühner- und Putenhälsen damit kein Problem haben. Auch die Menge ist natürlich eine ganz andere als beim Rind.

Larya hat gesagt…

Dann bin ich ja beruhigt. Danke für die Info.

Anonym hat gesagt…

hallo, meine kleine war jetzt 3 monate Scheinschwanger (ich weiß viel zu lange haben es aber auch medikamentös behandelt) sie ist ein super fresser aber schon während der läufigkeit fing sie an zu mäkeln. zum schluss fraß sie mir gar nichts mehr außer pansen udn hungerte bis zu 5 tage Oo. jetzt hat sie vorher schon ungerne leber und nieren gefressen und dann gar nicht mehr. egal was ich versucht habe. ist es denn jetzt ganz schlimm dass sie im grunde über 3 monate keine leber mehr bekommen hat und auch die nieren knapp 3 monate gefehlt haben? seit ca. 2 wochen frisst sie wieder und soger vor ein paar tagen die niere wieder (zwar nur gewolft unters futter gemischt aber besser als gar nicht) jetzt will ich ihr mal wieder leber geben (lertran hab ich noch nie gegeben da es hieß im wachstum sei es nicht gut für den hund)
woran merke ich dass sie evt einen magel hat?
LG

Nd. hat gesagt…

Hallo,

Leber und Niere liefern vor allem Vitamin A und Selen, sowie Vitamin D, Natrium, Eisen, Vitamin B2, B12, B5, Nikotinsäure und Biotin. Es ist aber nicht so, dass diese Nährstoffe im normalen Muskelfleisch nicht auch vorkommen, dort sind sie nur etwas geringer "dosiert".

Wenn ein Hund diese Dinge überhaupt gar nicht frisst, würde ich Lebertran füttern (für Vitamin A und D) und vielleicht gemahlene Paranüsse (Selen), außerdem würde ich in dieser Zeit etwas mehr Eigelb geben. Damit sollte man schon gut ausgleichen, was die Innereien liefern würden. Es gibt ja Hunde, die Innereien immer verschmähen.

Ob der Hund einen Mangel hat, oder nicht, ist schwierig zu beurteilen. Aber Hunde sind recht hart im Nehmen. Wenn diese Nährstoffe dauerhaft fehlen, wird irgendwann die Haut trocken, das Fell wird schlecht, die Krallen werden brüchig, das Immunsystem wird geschwächt usw.

Viele Hündinnen fressen während einer Scheinträchtigkeit sehr schlecht - das trifft ja auch auf Hündinnen zu, die Fertigfutter bekommen. Ich würde jetzt einfach versuchen, sie wieder an ihr normales Futter heranzuführen. Und bei der nächsten Scheinträchtigkeit (sofern denn eine auftritt), diese Dinge ergänzen, die ich genannt habe.

Anonym hat gesagt…

super vielen Dank. Gut untergemischt Frisst sie jetzt wieder alles bin daher sehr froh darüber. habe gehört dass man mit wenig Futter während der Hitze evt. einer scheinschwangerschaft vorbeugen kann, auch habe ich Probolies da die ich auch frühzeitig geben werde und dann hoffe ich dass es nicht noch einmal so weit kommt ist ja auch gefährlich, Gebärmutterentzündung + Mamatumoren, das muss nicht sein, wenn das auch nicht hilft muss sie leider auf den Op-Tisch.

Nd. hat gesagt…

Manche Hündinnen haben leider immer wieder Probleme damit. Unsere Mädels hatten das Gott sei Dank nie, aber ich halte seit Jahren nur noch Rüden, daher kann ich Dir da gar keinen Tipp geben. Eine Freundin von mir hat eine Hündin und deren erste Läufigkeit war der reinste Horror. Monate lang war das Mädchen zu nichts zu gebrauchen. Die zweite Läufigkeit war schon viel besser. Also würde ich abwarten. Wenn es gar nicht besser wird, kann man immer noch kastrieren. Aber auch Kastrationen haben eben Nachteile (zwar ist die Gefahr von Mammatumoren geringer, aber dafür steigt die Gefahr anderer Krebsarten ziemlich stark an - nur einer der Nachteile), daher sollte man sich gut informieren und die Entscheidung abwägen. Viele TÄ greifen leider zu schnell zum Skalpell. Es gibt ein gutes Buch zum Thema "Kastration und Verhalten beim Hund".

Babettw hat gesagt…

Ganz faszinierend finde ich ja, wie unsere Hunde ohne diese Weisheiten 100000 von Jahren überleben konnten... und erst unsere Kinder... Ein Wunder!!!

babette hat gesagt…

Ach... meinte damit nur, dass die Fleischfütterung super ist, aber warum muß man das abwiegen denn so übertreiben? Immer noch Welten besser als dieses mistige, billig zusammengeschmissene Trocken-Getreide-Futter... Hat sich da wirklich schon einmal jemand die Zusammensetzung durch geschaut? Von wegen-ausgewogen... das ich nicht lache...

Nd. W. hat gesagt…

Babette, Du kannst diese Hinweise gern alle ignorieren. Gib ruhig gekochte Knochen, füttere am besten nur magere, rohe Schweinelende(am besten Wildschwein), gib dazu noch jeden Tag einen Kehlkopf vom Rind, täglich 5 EL Seealgen und 1 Liter Lebertran, und als Gemüse bitte nur rohen Rhabarber und bloß keine Innereien, dafür rohen Karpfen. Aber dann wundere Dich nicht, dass Dein Hund krank wird und geh bitte nicht zum TA und behaupte, Du würdest barfen. Sag dann dem TA, Du würdest konzeptlose Fleischfütterung betreiben. Nicht, dass er noch auf die Idee kommt, BARF sei mal wieder daran Schuld, dass der Hund dann krank ist...

Ich habe diese Dinge aufgeschrieben, weil ich immer wieder E-Mails von Leuten bekam, deren Hunde tatsächlich krank gefüttert wurden. Da wundert man sich dann, dass der Hund Nieren- oder Leberprobleme bekommt, weil man von getreidehaltigem TroFu auf nahezu kohlenhydratfreies und zu energiearmes Rohfutter umgestellt hat oder dass er Mangelerscheinungen entwickelt, weil man einfach mal gar keine oder zu wenig Innereien oder Knochen gegeben hat. Du darfst nicht vergessen, dass sich heutzutage jede Art von Rohfütterung BARF schimpft, auch wenn sie vollkommen unausgewogen ist, weil 75 % RFK gefüttert werden etc. pp. Erstaunlicherweise nehmen seitdem ich die Hinweise zusammengefasst habe, diese E-Mails ab. Hmm. Also kann die Übersicht so falsch und vollkommen übetrieben nicht sein... und ja, ich schaue mir die Zusammensetzung eines jeden Trockenfutters an und bewerte einige sogar auf meinem Blog. Einfach mal lesen.

Ich habe nirgends geschrieben, dass man irgendetwas abwiegen soll. Wenn Du in der Lage bist, z. B. die Futterzusammensetzung für einen 2 kg Chihuahua mit Augenmaß abzumessen, dann mach das doch. Und wenn Du weißt, wie viel 0,3 g Algen oder 1 TL Lebertran ist, dann gib die Sachen ohne abzuwiegen in den Napf. Ich z. B. wiege gar nichts mehr ab. Anfangs hab ich das natürlich gemacht, um ein Gefühl für die Mengen zu bekommen. Aber jetzt kaufe ich nur noch die Grundzutaten im richtigen Verhältnis ein und gebe sie den Hunden nach Augenmaß.

Dein Vergleich zu den letzten 100.000 Jahren hinkt leider etwas. Früher hat man Hunde automatisch ganz anders gefüttert. Sie bekamen Essensreste und Schlachtabfälle oder fingen sich selbst Ratten etc. Gerade die Dinge, die Hunden viele Vitamine und Nährstoffe liefern, also z. B. Knochen, Innereien und Blut, hat man den Hunden gegeben, weil man das selbst nicht essen wollte. Heutzutage hat sich die Einstellung zum Hund geändert. Er ist ein Familienmitglied und soll es gut haben. Aus dieser Überlegung heraus füttern einige Leute den Hund nicht wie früher, sondern wollen es "hochwertiger" gestalten und dem Hund lieber nur "das Beste" geben und so übertragen diese Leute einfach menschliche Vorlieben (lowcarb, fettfrei, Innereien und Blut sind ekelhaft etc.) auf den Hund, ohne zu wissen, dass das nun gerade falsch ist. Das führt schnell dazu, dass wirklich nur mageres Muskelfleisch und etwas Gemüse im Napf landet und das ist dann eben wirklich gesundheitsschädlich für den Hund.

Alfons Mair hat gesagt…

Hallo Nd.W.; Du hast vollkommen recht wie Du den Umgang mit dem barfen beschreibst, man muss sich als Hundebesitzer eben etwas Gedanken zur Ernährung des Hundes machen. Aber wer tut das heute schon hat doch gerade die Fertigfutterindustrie Milliarden im Umlauf und versucht mit Ihrem Marketing die Hundebesitzer auf Ihren Weh zu locken. Grundsätzlich gilt, dass man sich bei der Ernährung eines Hundes wie auch dessen Besitzer Gedanken machen sollte was wohl richtig ist. Nun wir haben bei unserem Hund im Alter von 8 Wochen mit dem Barfen begonnen. Er hatte leider eine etwas schwere Welpenzeit, da er an einem Megaösophagus gelitten hat. Ihn hatten die Tierärzte zu diesem Zeitpunkt bereits aufgegeben und man hatte uns den Rat gegeben den Welpen doch einzuschläfern.

Das war natürlich erst einmal ein Schock, so etwas von einem renomierten Tierarzt gesagt zu bekommen.

Das Einschläfern eines so jungen Hundes war allerdings zu keinem Zeitpunkt eine Option, viel mehr haben wir uns im Internet sachkundig gemacht und dann entsprechend eine Züchterin (Slovensky Cuvac) in Baden Württemberg kennen gelernt, diese hat umgehend viele Ratschläge erteilt und uns dann empfohlen doch zu barfen.

Die erste Reaktion war natürlich mehr oder weniger überraschend, denn damit hatten wir uns noch nie befasst. Es ist quasi Hundefutter selber herstellen, und man muss sich zwangsläufig damit beschäftigen, nur so bekommt man eine ausgewogene Ernährung hin. Wer nur die ganze Zeit Schokolade isst, braucht sich nicht wundern, wenn er dann irgendwann immer nur noch Verstopfung hat. Es ist also in der Tat so, man muss sich mit dem Thema beschäftigen. Denn es geht schon bei der Rohstoffauswahl los. Wer ist ein zuverlässiger Lieferant und welcher liefert gleich bleibend hochwertige Fleischarten. Pansen ist nicht gleich Pansen und Knochen nicht gleich Knochen.

Dann kommt die Futterzusammenstellung, auch das muss man erst lernen, aber mit ein wenig lesen und der Beobachtung des Tieres kann man auch viel erreichen.

Es gibt einfach ein paar Verhaltensregeln die man beherzigen soll, ein gekochter Knochen kann lebensgefährich werden, auch das trinken aus Wasserpfützen im Sommer ist für einen Hund lebensbedrohlich. Es kann 100 mal gut gehen und beim 101. ten male geht es dann schief.

Deshalb sollte man immer daran denken, was macht Sinn und was nicht, die Tierärzte wollen heute auch nur schnelles Geld verdienen. Selten gibt es Tierärzte die fair sind. Trotzdem zeigt sich, dass mehr und mehr Tierärzte beim Thema Barfen nicht gleich die Keule aus der Tasche holen sondern dies sogar empfehlen.

Nun was soll ich sagen heute ist unser weißer Bär 4 Jahre alt und hat ein glänzendes Fäll und die Power eines jungen Hundes.

Die meisten Hundehalter schätzen den weißen Bären heute auf 1,5 Jahre und das nur weil er ein glänzendes Fell hat und eben keine Ekzeme, und er riecht auch nicht nach Hund, denn er bekommt keine 80% Getreide.

Der Grundsatz lautet einfach "Gehirn einschalten" und sich mit dem Thema auseinander setzen, dann wird man auch den richtigen Weg für seinen Hund finden.

Ich finde es wichtig, dass solche Blogs zu finden sind, denn man kann sich immer neue Anregungen suchen und sollte dies auch tun.

Fleisch, Pansen und Gemüse gehören dazu, aber eben auch eine Prise Salz hin und wieder und dann eben mal wieder etwas Brennesseln oder Möhren (gegen Würmer) aber alles gemixt , so dass die gesunden Inhaltsstoffe auch aufgenommen werden können. Man kann in der Tat ganze Bücher mit dem Thema füllen, aber der Grundsatz früher lasse ich nicht gelten, "Denn früher haben alle aus einer Schüssel gegessen", das macht man heute auch nicht mehr.

Ich möchte damit nur sagen, nicht immer nur auf den Gott in Weiß hören, sondern seinen Hund beobachten und verstehen lernen, nur so wird man zusammen ein gesundes und glückliches Leben verbriungen können.

Gruß
Alfons

Christine Lietz hat gesagt…

Hallöchen und vielen Dank für diese sehr Hilfreiche Seite :)
Was mich nur verwirrt das man folgendes nicht füttern sollte: "Kein Schilddrüsengewebe (Kehlkopf oder Kopffleisch-Mixe) füttern – Schädigung der Schilddrüse!" Ist denn Kopffleisch vom Rind nicht ratsam? Und Kehlkopfknochen?

Nd. W. hat gesagt…

Hallo Christine,

bei Kopffleisch kommt es eben darauf an, wie es verarbeitet ist. Wenn es große Stücken sind, sieht man ja gut, ob es wirklich Fleisch ist oder ob da Kehlkopf mit verarbeitet wurde, denn der Kehlkopf ist quasi ein großer Knorpel. Wenn man aber gewolfte Kopffleisch-Mixe kauft, dann sieht man es eben nicht mehr. Man kann dann beim Hersteller nachfragen, ob der ausschließen kann, dass Schilddrüsengewebe verarbeitet wurde. Wenn er das kann (was meist nicht der Fall ist) und man der Aussage vertraut, dann kann man auch solche Mixe durchaus füttern.

Ich glaube, einen Kehlkopfknochen gibt es nicht. Was als Rinderkehlkopf verkauft wird, ist eher der Kehlkopf selbst, also ein großer Knorpel, der auch Schilddrüsengewebe enthält. Wenn man das Gewebe entfernt, kann man den schon regelmäßig füttern, aber ich finde es schwer, das Schilddrüsengewebe auszumachen.

Insgesamt ist es halt so, dass ein Hund eine ganze Weile bräuchte, um ein komplettes Rind aufzufressen. Und man sollte ja so füttern wie die Teile im Beutetier vorliegen. Ein Rind wiegt 600 kg. Um ein ganzes Rind zu fressen, bräuchte mein Hund etwa zwei Jahre. Ich könnte also alle 2 Jahre einen Kehlkopf mit Schilddrüsengewebe geben ;) Wenn man kleinere Tiere verfüttert, wie etwa Hühner, dann ist das genau deswegen nicht so tragisch, denn dann ist derartiges Gewebe eben auch viel kleiner.

Ich hoffe, das hilft Dir weiter.

Liebe Grüße
Nd.

Anonym hat gesagt…

Hi Nadine,

was hältst du denn von Rinderhackfleisch als durchwachsenes Muskelfleisch? Das hat ca. 15 % Fettanteil. Filet ist es natürlich nicht, aber auch kein Abfall drin (hoffe ich mal, hole es immer vom Fleischer im Ort).
Grüße

Anonym hat gesagt…

Hallo,danke für diese tollen Tipps.Super Seite.Ich habe aber eine Frage.Es heißt man soll Salz zum Futter geben damit der Hund mit Natrium versorgt ist.Ich möchte aber anstelle Salz Blut dazu geben.Nur wieviel?Ich habe bisher nirgendwo genaue Angaben gefunden:(.Der Hersteller sagt pro 100g Futter 1blister(5g).Mein Hund ist jetzt 5 Monate alt und wiegt fast8Kilo.Er bekommt im Moment noch 7%seines Gewichtes.Also ca 4 Blister dann täglich? Lg

Brunhilde hat gesagt…

Hallo Nadine,
wir haben einen Hund der an SDU leidet und mit Forthyron behandelt wird.Seit einiger Zeit barfen wir. Da es 1 X pro Woche Fisch gibt und ich Karpfen und Forelle gekauft habe, möchte ich mich noch vergewissern, welche Fische ich einem Schildi füttern darf. Vielen Dank für deine Mühe

katrin Prischmann hat gesagt…

Hallo Nadine, erstmal ein frohes neues Jahr und vielen Dank für diese vielen sehr informativen Dinge über BARF. Ich habe eine Rhodesian-Ridgeback-Lady (knapp 14 Monate). Ich barfe seit ca. 2 Monaten und am Anfang war es schon etwas schwierig. Mittlerweile frisst sie recht gut. Was aber überhaupt nicht angerührt wird, sind Pansen bzw. Blättermagen. Ich hab schon einige Tricks versucht, aber es wurde alles aus dem Topf raus gefressen, aber Pansen blieb immer schön im Topf. Hast du vllt. eine Idee, wie ich meinen Hund dazu bringe, Pansen zu fressen?
vielen Dank schon mal im Voraus und
liebe Grüße aus Hamburg
Katrin

Kommentar veröffentlichen

Die Kommentare auf diesem Blog werden moderiert, d. h. sie werden gegebenenfalls nicht freigeschaltet. Werbliche Kommentare (z. B. mit Links) werden generell nicht erlaubt, ebenso wenig wie beleidigende, rassistische oder verfassungswidrige Inhalte. Solange Beiträge, auch kritische, sachlich vorgebracht werden, erfolgt eine Freischaltung. Diese kann bis zu 24 h dauern.