Freitag, 28. Dezember 2012

Wie wichtig sind Obst & Gemüse beim Barfen?



Wenn es um pflanzliche Zutaten in der Ernährung von Hunden geht, scheiden sich die Geister. Man findet alle Extreme: Von der komplett veganen Ernährung eines Hundes, über riesige pflanzliche Anteile im Futter bis hin zur reinen Fleisch-, Knochen- und Innereienfütterung.

Samstag, 10. November 2012

Wie ersetzt man Knochen beim BARFEN?

Knochen stellen bei der Frischfütterung von Hunden einen wichtigen Bestandteil dar, denn sie liefern essenzielle Mineralstoffe und Spurenelemente. Sie sind entgegen der Auffassung von vielen Kritikern Bestandteil der natürlichen Ernährung eines jeden Beutefressers: Jeder Fuchs frisst die Knochen seiner Beute, ebenso wie jeder Wolf und jede Katze, die sich eine Maus fängt. Daher kann und sollte ein gesunder Hund, der an die Rohfütterung gewöhnt ist, sie (in rohem Zustand) in angemessener Menge fressen. Außerdem dienen Knochen natürlich der Zahnreinigung.

Allerdings gibt es Gründe, warum ein BARF-Plan keine RFK (Rohe, fleischige Knochen) enthält. Sei es, weil der Hund Knochen nicht verträgt (Symptome: z. B. Erbrechen, unverdautes Ausscheiden, Knochenkot bei kleinster Knochenmenge) oder weil er aufgrund einer Erkrankung (z. B. bei Bauchspeicheldrüsenentzündung oder Niereninsuffizienz) keine Knochen fressen darf, oder weil der Besitzer sich schlichtweg zu sehr vor der Knochenfütterung fürchtet, weil er schlechte Erfahrungen damit gemacht hat, der Hund zu sehr schlingt oder man der Sache einfach nicht traut.

Ein weiterer Grund könnte auch sein, dass der Hund gar kein Rohfutter verträgt und daher bekocht werden muss: Auch in dem Fall ist eine Knochenfütterung ausgeschlossen, denn Knochen dürfen niemals gekocht verfüttert werden!

Sonntag, 16. September 2012

Futtermitteldeklaration: Fleisch oder nicht Fleisch, das ist hier die Frage




Nachdem Bücher wie „Katzen würden Mäuse kaufen“ und „Hunde würden länger leben“ die Zusammensetzung von Tierfutter kritisch beleuchtet haben, warfen viele Tierhalter einen Blick auf das Futter, was täglich im Napf ihres Vierbeinigen Lieblings landet und stellten fest, dass dies offenbar nicht besonders artgerecht sein kann. Nachdem der größte Schock verdaut war, machten sie sich auf die beschwerliche Suche nach einem guten Futter für ihren vierbeinigen Liebling.

Auch ich habe mich vor Jahren auf diese Reise begeben, musste jedoch feststellen, dass sie nicht nur beschwerlich und oft ergebnislos ist, sondern offenbar auch eine Beschäftigung mit gesetzlichen Regelungen erfordert. Mir jedenfalls war vollkommen unklar, was sich hinter Begriffen wie "Tierische Nebenprodukte" oder "Geflügelfleischmehl" verbirgt, dies war mir jedoch wichtig zur Beurteilung der Futterqualität, denn ich wollte meinem Hund keine getreidebasierte Nahrung mehr füttern. So wühlte ich mich mit laienhafter Unkenntnis durch den Paragraphendschungel und stellte fest: Ich bin so klug als wie zuvor.

Samstag, 7. Juli 2012

Mein Hund frisst mir die Haare vom Kopf – oder auch: Die Ode an das Fett

Immer wieder liest man in Internetforen, dass Hunde mit den „normalen“ Futtermengen, die man bei BARF üblicherweise ansetzt (2‒4 % des Körpergewichts: große Hunde eher 2‒3 %, kleine eher 3‒4 %) nicht zurechtkommen und trotz immenser Futtermengen abnehmen. Die Hunde fressen dann meist utopisch große Fleischberge und sind dennoch zu dünn. Wie kommt es dazu und wie kann man entgegenwirken?

Die Erklärung ist eigentlich recht einfach: dem Hund fehlt es meist an Energie! Denn viel Futter heißt im  Umkehrschluss nicht unbedingt auch viel Energie.

Der Grund für die Energiearmut so mancher BARF-Portion ist das menschliche Bestreben, möglichst mageres Fleisch zu füttern, weil Fett schlichtweg in unseren Köpfen als „böse“ verankert ist. Nur zu gern kaufen wir für uns selbst fettreduziertes Essen, schneiden die Fettränder vom Fleisch ab und züchten sogar Schlachttiere, die möglichst wenig davon haben. So kommt es auch dazu, dass in vielen BARF-Läden oder –Shops recht mageres Fleisch angeboten wird. Für den Hund ist das aber fatal, denn Fett ist für ihn die Energiequelle Nummer 1!

Samstag, 19. Mai 2012

Happy Birthday Bayo!



Mein lieber Bayo-Bär, heute ist schon Dein 3. Geburtstag. Wir wünschen Dir von ganzem Herzen alles Gute, viel Spaß und vor allem Gesundheit für Deinen weiteren Lebensweg.

Wir hatten ein tolles gemeinsames Jahr: Über 1.800 km haben wir gemeinsam auf Spaziergängen, Fahrradfahrten oder beim Joggen gemeinsam zurückgelegt. Wir haben sehr viel Spaß gemeinsam gehabt und wir sind stolz auf Dich.

Nun, da Du 3 Jahre alt bist, giltst Du als körperlich und mental ausgewachsen. Aber wir konnten keine große Veränderung feststellen. Weder hast Du im letzten Jahr zugenommen, noch hast Du Dich charakterlich verändert. Es gab nie eine Rüpelphase, denn Du warst schon immer vernünftig. Du bist so ein braver Junge, stets geduldig und zurückhaltend - es sei denn, ein Nachbar oder gar ein Fremder wagt es, "Deinen" Garten zu betreten - dann wird gebellt, was das Zeug hält.


Du bist unser Kasper, Frauchens Wärmekissen auf dem Sofa und Herrchens Schoßhund. Du bringst uns täglich so viel Freude. Wir sind froh, dass wir Dich gefunden haben und wir hoffen, dass wir Dich noch sehr lange an unserer Seite haben dürfen.

Natürlich hat Frauchen wieder einen Leber-Buchweizen-Sesam-Kuchen gebacken. Lecker!


Herzlichen Glückwunsch auch an die Mashanga-Geschwister: Bayo, Bakari, Bakiri, Bhanu, Badu, Bahiya, Badawi, Boma-Sharif, Beyla und Banjoko.

Montag, 30. April 2012

Braucht man beim Barfen Zusätze?


Man findet sie mittlerweile in jedem Zoofachgeschäft: Nahrungsergänzungsmittel für Hunde. Ohne, kann man einen Hund scheinbar nicht ausgewogen mit BARF ernähren. Von simplen Mineralstoffmischungen, über Grünlippmuschelextrakt bis hin zu Bio-Hagebuttenmehl findet man eigentlich alles am Markt, was das Barferherz begehrt – und braucht? Das ist die Frage: sind all diese Zusätze bei einem gesunden Hund wirklich nötig?

Um zu beurteilen, ob man ohne jegliche Zusätze barfen kann, muss man zunächst einmal definieren, was BARF überhaupt ist. Es gibt verschiedene Ansätze und so verschieden wie die Ansätze sind, ist auch die Nährstoffversorgung der einzelnen Modelle. Von Billinghurst und Lonsdale, über Simon bis hin zu Messika / Schäfer. Die Aufteilung der Futterpläne nach „Tierischem und Pflanzlichem“ variiert sehr stark, manche Pläne beinhalten einen sehr hohen Knochenanteil, andere sehr viele Innereien. Es gibt also gar keine einheitliche Definition des Begriffs. Weil mir der Gedanke, einen Futterplan am Aufbau eines möglichen Beutetiers zu orientieren am sinnvollsten erscheint, habe ich mich für das Modell von Swanie Simon entschieden.

Ich beziehe mich also im folgenden auf die Definition, die hier zusammengefasst ist.

Nun zurück zur Frage, ob man beim Barfen wirklich Zusätze benötigt. Ich habe dazu einfach mal die Nahrungsbestandteile eines BARF-Futterplans mit den wissenschaftlich ermittelten Bedarfswerten des National Research Council (NRC) von Hunden abgeglichen und noch ein in Tierarztpraxen erhältliches Futter zum Vergleich aufgeführt. Dieser Futterplan enthält die von Swanie Simon vorgeschlagenen Zusätze und basiert auf den Daten eines 38 kg Hundes:

Nährstoffwerte BARF vs. Fertigfutter

Wie man gut sehen kann, werden mit diesem BARF-Plan nahezu alle Bedarfswerte gedeckt: mit der Ausnahme von Selen. Auch das häufig „gefürchtete“ Ca:P-Verhältnis wird angemessen eingehalten, es beträgt 1,4:1. Bei einigen Nährstoffen gibt es Überdeckungen, die jedoch die vom NRC angegebene Obergrenze nicht überschreiten und daher unproblematisch sind. Auch das Trockenfutter deckt fast alle Bedarfswerte, wobei der Gehalt an Vitamin K im Futter herstellerseitig nicht angegeben wurde. Bei Selen, Vitamin B2 und B3 (Nikotinsäure) erreicht man mit dem Futter eine Unterdeckung, überdeckt den Bedarf jedoch auch im Bereich von überdosierbaren Spurenelementen (z. B. Jod) oder Vitaminen (z. B. ADE = fettlöslich, also überdosierbar). Auch diese Überdeckungen sind unproblematisch. Das Ca:P-Verhältnis des Futters beträgt 1,3:1.

Schauen wir uns nun die Nährstoffe an, die mit BARF vermeintlich nicht gedeckt werden.

Zink

Die Bioverfügbarkeit und die Absorption von Zink in der Nahrung werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Dabei spielen diätische Antagonisten, die die Aufnahme von Zink stören (z. B. Phytinsäure, Phytat, die in Getreide stark vorkommen oder hohe Magenisum- und Calciumanteile in der Nahrung) eine Rolle, die Herkunft des Zinks (Zink aus Fleisch wird besser verwertet als Zink aus Getreide[1]) und die generelle Zufuhr (je mehr zugeführt wird, desto weniger wird absorbiert und umgekehrt).[2]

Die Bedarfszahl von 2 mg je kg Stoffwechselgewicht pro Tag geht von einer Bioverfügbarkeit von Zink in Höhe von 25 % aus[3], was für industriell hergestelltes Futter auch Sinn macht, weil es zu großen Teilen aus Getreide oder Soja besteht und meist im Hinblick auf Magnesium oder Calcium weitaus höhere Anteile aufweist als BARF. Insgesamt kann man davon ausgehen, dass die Bioverfügbarkeit von Zink bei gebarften Hunden wesentlich höher liegt als nur bei 25 %, weil ihre Nahrung wesentlich weniger aufnahmestörende Faktoren beinhaltet. Geht man von höheren Raten aus, so sinkt der Bedarfswert und somit wäre der tatsächliche Bedarf eines gebarften Hundes gedeckt, der sich vom Bedarf eines mit Getreide ernährten Hundes naturgemäß unterscheidet.

Nun könnte man meinen: was soll´s – eine zusätzliche Gabe von Zink kann ja nicht schaden. Sicher ist sicher. Das mag bis zu einem gewissen Punkt richtig sein, aber ein Zinküberschuss kann zu einem sekundären Kupfermangel führen.

Ein Hund, der mit BARF ernährt wird, benötigt also keine zusätzlichen Zink-Tabletten, um angemessen versorgt zu werden.

Selen

Laut NRC gibt es keine Studien, die den Selenbedarf an erwachsenen Hunden belegen. Der Bedarf ist also ein reiner Schätzwert, der nicht belegt ist. Vergleicht man die Selenzufuhr von BARF und z. B. Royal Canin Maxi, liefert BARF aber immerhin noch fast 50 % mehr Selen und kommt damit dem geschätzten Bedarfswert näher als ein unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten konzipiertes Trockenfutter.

Wer sich Sorgen um die eine ausreichende Versorgung mit Selen macht, kann seinem Hund Paranüsse oder Kokosraspel füttern. Letztere werden ohnehin gern eingesetzt, um den Hund wurmwidrig zu ernähren. Mit einem EL Kokosraspel pro Tag wäre der wissenschaftliche Schätzwert bei einem 38 kg Hund gedeckt.

Kalium

Der Mindestbedarf an Kalium beträgt 5,91 mg pro kg Stoffwechselgewicht. Man geht doch von einem Erhaltungsbedarf von 19,7 mg / kg Stoffwechselgewicht aus, weil auch bei diesem Mineralstoff die Aufnahme durch bestimmte Faktoren gehemmt wird: So steigt der Kaliumbedarf bei der Fütterung von Stärke bzw. Kohlenhydraten im Allgemeinen oder Cellulose recht stark an. Auch schwer verdauliche Futtermittel wie bindegewebsreiche Schlachtabfälle (wie sie oft in Trockenfuttern vorkommen) erhöhen den Bedarf.[6] Da diese Zutaten kaum in BARF Mahlzeiten zu finden sind, ist der Kalium-Bedarf bei roh ernährten Hunden geringer.

Was geschieht, wenn man die Zusätze weglässt?

Da die Frage beantwortet werden soll, ob man auch ohne Zusätze barfen kann, werde ich nun in den nächsten Schritten nach und nach Zusätze wie Kräuter, Nüsse / Samen, Salz und Lebertran aus dem Plan entnehmen und die Nährstoffversorgung überprüfen.

Futterplan ohne Nüsse / Samen, Kräuter und Salz

Nährstoffwerte BARF ohne Nüsse / Samen, Kräuter und Salz


Lässt man diese Komponenten aus dem Futterplan weg, zeigt die Tabelle eine leichte Unterversorgung mit Magnesium an. Aber stimmt das wirklich?

Magnesium


Auch die Absorption von Magnesium wird von der Aufnahme anderer Stoffe beeinflusst: so spielen auch hier die aufgenommene Menge an Phytinsäure aus Getreide und übermäßige Calciummengen eine Rolle.[4] Der Bedarfswert für Hunde (19,7 mg pro kg Stoffwechselgewicht und Tag) enthält bereits Sicherheitsaufschläge[5], die den Fakt berücksichtigen, dass Hunde Trockenfutter erhebliche Mengen an Getreide enthalten.

Für mit BARF ernährte Hunde liegen keine wissenschaftlichen Daten vor, es ist allerdings aufgrund der fleischbasierten Nahrung ohne Getreide von einem geringeren Bedarf auszugehen.

Kupfer

Auch der Kupferbedarf hängt von der Zufuhr anderer Nährstoffe ab. So beeinträchtigen hohe Mengen an Calcium, Zink und Eisen beispielsweise die Aufnahme.[7] Die Angaben des NRC beziehen sich auch bezüglich der Kupferversorgung auf einen Hund, der mit handelsüblichem Fertigfutter ernährt wird. Wie aus der Übersicht hervorgeht, liefert das Beispieltrockenfutter wesentlich mehr Calcium, Zink und Eisen als der BARF-Plan. Demzufolge ist davon auszugehen, dass der Kupferbedarf eines gebarften Hundes geringer ist als jener eines mit Fertigfutter ernährten Hundes.

Futterplan ohne Lebertran

Nährstoffwerte BARF ohne Lebertran

Streicht man den Lebertran vom Speiseplan, weist dieser einen Mangel an Vitamin D auf. Aber stimmt das wirklich?

Vitamin D

Ob Hunde Vitamin D überhaupt aus der Nahrung aufnehmen müssen, wird kontrovers diskutiert. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass Hunde wie wir Menschen in der Lage sind, Vitamin D mit Hilfe von UV-Strahlung selbst zu synthetisieren. Andere Wissenschaftler behaupten das Gegenteil, nämlich, dass der Hund mit der Nahrung Vitamin D aufnehmen sollte. [8] Welchem Ansatz man Glauben schenkt, ist einem selbst überlassen. Ich persönlich gehe davon aus, dass Hunde Vitamin D nicht primär und vollständig mit der Nahrung aufnehmen müssen: Wie hätten sie sonst in der Vergangenheit ohne Vitamin D-Tabletten oder Lebertran überleben können?

Geht man davon aus, dass Hunde Vitamin D zumindest in Teilen selbst synthetisieren können, kann man auf die Gabe von Lebertran verzichten. Führt man Lebertran zu, sollte man dies aber in Maßen tun, denn die darin enthaltenen Vitamine A und D sind fettlöslich und somit überdosierbar. Für einen 38 kg Hund genügt ein reichlicher EL Lebertran pro Woche, um den Vitamin D Bedarf über die Nahrung zu decken.

Futterplan ohne Algen

Nährstoffwerte BARF ohne Algen

Streicht man auch noch die Algen vom Futterplan, so ergibt sich rechnerisch ein Jodmangel.

Jod


Auch bei Jod geht man von einer Interaktion verschiedener Mineralien aus. So beeinflussen hohe Gehalte an Calcium und Kalium die Absorption.[9] Hunde scheinen jedoch recht anpassungsreich in Bezug auf die Jodversorgung zu sein. So gab man Beagle-Welpen über einen längeren Zeitraum lediglich 5 µg pro kg KM und sie entwickelten keine klinischen Symptome eines Jodmangels, allerdings veränderten sich die Schilddrüsenwerte der Tiere. Nach einigen Monaten hatten sich die Werte bei gleich bleibender Jodzufuhr wieder normalisiert.[10] Für erwachsene Hunde geht man von einem Bedarfswert von 15 µg pro kg KM aus. Diese Werte sind mit Fleisch, Innereien, Knochen und Gemüse nicht zu erreichen.

Findet sich viel Seefisch im Futterplan, kann man auf eine zusätzliche Gabe von Algen verzichten, ansonsten stellen Algen einen sinnvollen Zusatz dar, um ausreichend Jod zuzuführen. Es reichen bereits kleinste Mengen an Algen aus, um den Bedarf zu decken. Für einen 38 kg Hund wären das täglich etwa 0,7–0,9 g der Alge Ascophyllum Nodosum. Achtung, Jod kann auch überdosiert werden, man sollte tunlichst vermeiden, größere Mengen Algen zu füttern.

Futterplan ohne Öle

Entfernt man das Öl aus dem Futterplan, entstehen im Hinblick auf Mineralien, Spurenelemente und Vitamine keine Defizite. Allerdings verschiebt sich das Fettsäurenspektrum, welches dem Hund zur Verfügung steht. Hunde haben einen Bedarf an essenziellen Fettsäuren (Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren), den sie über die Nahrung decken müssen. Mit natürlich ernährten Beutetieren nehmen sie davon auch genug auf. Allerdings füttern die meisten Barfer ihre Hunde nicht mit Fleisch von Tieren aus reiner Weidehaltung oder von Wild, sondern meist von Tieren aus Massentierhaltung. Das Fleisch dieser Tiere weist ein Defizit an Omega-3-Fettsäuren auf[11], welches man durch die Gabe von Ölen mit einem hohen Omega-3-Fettsäurengehalt ausgleicht (z. B. Fischöl oder Leinöl). Achtung, der Vitamin E Bedarf des Hundes steigt mit der Aufnahme mehrfach ungesättigter Fettsäuren an. Es gibt also auch ein Zuviel von wertvollen Ölen. Es ist daher sinnvoll, diese Öle grundsätzlich sparsam einzusetzen und Varianten zu verwenden, die mit natürlichem Vitamin E angereichert sind oder z. B. Lachsöl mit etwas Weizenkeimöl zu ergänzen.

Bekommt der Hund genügend Fleisch von Tieren aus artgerechter Haltung bzw. Wildfleisch oder Seefisch zu fressen, kann man auf die Gabe von zusätzlichem Öl verzichten.

Fazit

Grundsätzlich ist zu erwähnen, dass wissenschaftliche Bedarfswerte nicht 1:1 auf gebarfte Hunde übertragen werden können, da sie basierend auf einer Nahrung ermittelt wurden, die im Gegensatz zu einer Ernährung mit BARF sehr viele diätische Antagonisten (wie z. B. hohe Getreide- oder Stärkemengen) liefert, die die Bioverfügbarkeit bestimmter Nährstoffe herabsetzen und daher die Bedarfswerte verzerren. Obendrein können Bedarfswerte immer nur eine Orientierung sein, da sie auf das individuelle Tier längst nicht zutreffen müssen. Man sollte demnach bei BARF nicht stur an Werten festhalten, die für diese Ernährungsform ohnehin nicht zutreffend sein können.

Geht man von einer höheren Bioverfügbarkeit bestimmter Nährstoffe bei einer fleischbasierten, getreidearmen /-freien Ernährung aus, benötigt man keinerlei Nahrungsergänzungsmittel, um einen gesunden Hund über BARF bedarfsgerecht zu ernähren. Es gibt jedoch einige Zusätze, die aufgrund der Tatsache, dass sich in den meisten Hundenäpfen kein Bio-Fleisch oder ausreichend Seefisch bzw. ganze Beutetiere wieder finden, Sinn machen. So ist eine Ergänzung des Futterplans mit Algen und Kräutern, Salz sowie Öl mit hohem Omega-3-Fettsäurengehalt durchaus sinnvoll. Eine Substitution mit anderen Nahrungsergänzungsmitteln ist nur dann angebracht, wenn der Hund z. B. keine Knochen fressen darf oder Innereien verschmäht.

Hat der Hund einen ausgewogenen Futterplan sollte die unüberlegte Gabe von diversen Mineralstoff- oder Vitaminmischungen oder auch von Heilkräutern hingegen tunlichst vermieden werden. Einerseits sind einige Nährstoffe durchaus überdosierbar, andererseits wird die Interaktion von Nährstoffen beeinflusst, sodass sekundäre Nährstoffmängel entstehen können. Und wie der Name Heilkraut schon sagt, sind diese zur Unterstützung im Krankheitsfall gedacht und kein normaler Nahrungsbestandteil.

Ergänzend will ich noch erwähnen, dass bestimmte Krankheiten zu Verschiebungen bestimmter Bedarfswerte führen können – in so einem Fall sollte dann, wie bei jeder anderen Ernährungsform für Hunde auch – eine Substition mit dem Tierarzt abgestimmt werden.

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Quellen

[1] Hortin AE et. al (1993): Bioavailability of zinc in ground beef. J Anim Sci. Jan; 71(1): 119‒23.
[2] NATIONAL RESEARCH COUNCIL (2006): Nutrient requirements of dogs and cats, National Science, S. 174 ff.
[3]NATIONAL RESEARCH COUNCIL (2006): Nutrient requirements of dogs and cats, National Science, S. 175
[4] NATIONAL RESEARCH COUNCIL (2006): Nutrient requirements of dogs and cats, National Science, S. 156
[5] Meyer/Zentek (2005): Ernährung des Hundes, S. 71
[6] Meyer/Zentek (2005): Ernährung des Hundes, S. 73 / NATIONAL RESEARCH COUNCIL (2006): Nutrient requirements of dogs and cats, National Science, S. 163
[7] Meyer/Zentek (2005): Ernährung des Hundes, S. 75
[8] NATIONAL RESEARCH COUNCIL (2006): Nutrient requirements of dogs and cats, National Science, S. 201
[9] NATIONAL RESEARCH COUNCIL (2006): Nutrient requirements of dogs and cats, National Science, S. 182
[10] NATIONAL RESEARCH COUNCIL (2006): Nutrient requirements of dogs and cats, National Science, S. 182‒183
[11] http://www.wyomingextension.org/agpubs/pubs/B920R.pdf


Nährwertdaten: Souci, S.W. et al. (2008): Food Composition and Nutrition Tables: Die Zusammensetzung der Lebensmittel, Nährwert-Tabellen / Meyer/Zentek (2005): Ernährung des Hundes / Dillitzer, N. (2012): Tierärztliche Ernährungsberatung: Diätetik und Fütterung von Hunden, Katzen, Reptilien, Meerschweinchen und Kaninchen

Samstag, 14. April 2012

Es war einmal… das Märchen vom hohen Fleischanteil

Viele Trockenfutterhersteller haben eine großartige Entdeckung gemacht, nämlich die, dass der Hund ein Fleischfresser ist. Seit einigen Jahren wächst die Anzahl der Futtersorten, die mit einem hohen Fleischanteil beworben wird. Ein Trend, der eigentlich zu begrüßen ist, wenn der suggerierte Fleischanteil denn tatsächlich so hoch ist, wie die Hersteller angeben.

Oftmals wird mit dem Versprechen geworben, ein Trockenfutter würde „70 % Fleisch“ enthalten. Was sehen Sie vor sich, wenn Sie an ein Hundefutter mit „70 % Fleisch“ denken? Wahrscheinlich etwas wie das hier, oder?

600 g Fleisch + 250 g gekochter Reis
Aber ist das, was Sie vor Ihrem geistigen Auge sehen auch das, was im Futtersack enthalten ist? Möglich. Aber nicht sicher. 

Sonntag, 18. März 2012

Wie erkenne ich ein gutes Dosenfutter?

Viele Hundehalter haben nicht die Möglichkeit, ihren Hund frisch zu füttern bzw. zu barfen, haben Angst davor, Fehler zu machen oder fürchten gefährliche Keime im Fleisch. In solchen Fällen empfehle ich meist, ein gutes Dosenfutter zu geben. So genanntes Feuchtfutter hat den Vorteil, dass es – wie der Name schon sagt – nicht trocken ist (was die Gefahr einer Magendrehung deutlich reduziert) und dass es ohne Konservierungsmittel sehr lange haltbar ist. Oftmals enthält es auch wesentlich hochwertigere Zutaten und kommt mit weniger Füllstoffen und Getreide aus als Trockenfutter. Es ist im Gegensatz zu Frischfleisch sehr leicht zu lagern und die Fütterung ist ähnlich unkompliziert wie bei Trockenfutter. Es vereint also die Möglichkeit einer recht natürlichen Nahrung mit der Unkompliziertheit von Trockenfutter. Einziger Nachteil von Feuchtfutter sind die im Vergleich zu Trockenfutter oft höheren Kosten (was zu einem Großteil den hochwertigeren Inhaltsstoffen geschuldet ist) und das ökologische Problem der höheren „Müllmenge“ durch die Art der Verpackung.

Für die Fraktion der Frischfütterer bzw. Barfer stellt Dosenfutter außerdem eine gute Alternative für Notzeiten (vergessen, Fleisch aufzutauen, Frischfleischbestellung zu spät ausgelöst) oder für Urlaube mit dem Hund dar.

Ein Hundefutter ist aber leider nicht per se hochwertig, nur weil es aus einer Dose kommt. Einige Hersteller pressen äußerst minderwertige Zutaten in gulaschähnliche Brocken mit Soße. Wie erkennt man also ein gutes Dosenfutter?

Um es vorweg zu sagen, einen Garant gibt es nicht wirklich, man kann lediglich auf die Versprechen der Hersteller vertrauen und die Analysewerte betrachten.

Was soll (nicht) enthalten sein?

Bei der Fütterung von Hunden kommt es auf verschiedene Aspekte an. Optimalerweise orientiert sich das Futter an der natürlichen Nahrung eines Beutefressers, welche sich hauptsächlich aus Beutetieren, aber auch aus einigen pflanzlichen Zutaten zusammensetzt. Ein Beutetier wiederum weist eine bestimmte Zusammensetzung auf, die sich so ähnlich auch im Futter wiederfinden sollte: So besteht ein Beutetier nicht reinweg aus Lunge, Grieben, Knochen und Schwarte, sondern eben auch aus einem großen Anteil Muskelfleisch sowie vitamin- und mineralstoffreichen Innereien und auch Fett. Diese Zusammensetzung ermöglicht die Versorgung des Tiers mit allen essenziellen Nährstoffen.


A) Zieht man diese Tatsachen in Betracht, so sollte ein gutes Dosenfutter zu:
  • 45 % aus durchwachsenem Muskelfleisch, 
  • 20 % aus Mägen (z. B. Pansen) – dieser Teil kann auch durch Muskelfleisch ersetzt werden, 
  • 10 % aus Innereien, 
  • 20 % aus Obst / Gemüse 
  • 5 % aus anderen Zutaten (Knochenmehl, Fischöl, Kräuter etc.) bestehen. 

B) Da Hunde recht opportune Beutefresser sind, kann ein gutes Futter auch einen gewissen Teil aufgeschlossenes Getreide enthalten, ohne dass der Hund davon einen Schaden trägt auch wenn dieses nicht natürlicherweise im Beutetier vorkommt. Demnach kann ein Dosenfutter auch zu:
  • 40 % aus durchwachsenem Muskelfleisch, 
  • 15 % aus Mägen (z. B. Pansen) – dieser Teil kann auch durch Muskelfleisch ersetzt werden, 
  • 10 % aus Innereien (z. B. Leber, Niere, Milz, Lunge), 
  • 20 % aus Obst/Gemüse, 
  • 10 % aus Getreide, 
  • 5 % aus anderen Zutaten (Knochenmehl, Fischöl, Kräuter etc.) bestehen.

Um sich darüber ein Urteil bilden zu können, ist es unabdingbar, dass der Hersteller der Dosen genau aufführt, welche Zutaten im Futter enthalten sind. Deswegen ist die Art und Weise der Deklaration entscheidend.


Die Deklaration

Erst wenn Komponente bekannt ist, kann man beurteilen, ob ein Futter hochwertig ist oder nicht. Das ist bei Dosenfutter leider nicht immer der Fall, denn der Gesetzgeber ermöglicht verschiedene Varianten der Deklaration.

Beispiel für offene Deklaration: 40% Kronfleisch vom Rind, 16 % Hühnerhälse, 12 % Rinderpansen, 8 % Karotten, 5 % Spinat, 5 % Apfel, 4% Rinderleber, 4% Rinderniere, 4 % Rindermilz, 1 % Lachsöl, 0,8 % Petersilie, 0,1 % Ascophyllum Nodosum ( Seealgen), 0,1 % Dorschlebertran

In diesem Beispiel sind alle Inhaltsstoffe genau nachvollziehbar. Hier kann der Tierhalter sehr gut nachvollziehen, welche Komponenten verarbeitet wurden.

Beispiel für halboffene Deklaration: 64 % Rind (z. B. Lunge, Pansen, Leber), 16 % Huhn, 18 % Gemüse und Obst, 2 % Öle, Kräuter und Algen

Beispiel für geschlossene Deklaration:
Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (4 % Rind), Getreide, Mineralstoffe, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Öle und Fette, Fleischbrühe.

Die beiden letzten Formen der Deklaration ist problematisch: Der Käufer weiß nicht, wie sich „Rind“ und „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ genau zusammensetzen. Es ist unklar, welche Öle verwendet wurden, ob sich Knochen im Futter befinden, ob genügend Innereien vorhanden sind, welches Getreide eingesetzt wurde und ob die eingesetzten Nährstofflieferanten immer natürlichen Ursprungs sind. Futtersorten, die in der Form deklariert werden, sollte man daher meiden, denn es ist unklar, ob darin z. B. Unmengen an billigen Fleischzutaten wie Lunge oder gar Tiermehle verarbeitet wurden. Man muss auch unbedingt darauf achten, dass wirklich einzelne Fleischsorten aufgelistet sind: z. B. Putenbrust und nicht einfach Pute. Bei ersterem handelt es sich nämlich tatsächlich um Fleisch, letzteres könnten auch einfach nur Putenfedern oder Putenfüße sein.

Unglücklicherweise deklarieren einige Hersteller ihre Dosen aber nicht offen. Als Gründe hierfür werden meist die Geheimhaltung der Rezeptur oder auch eine unkomplizierte Anpassung der Rezeptur ohne der Notwendigkeit, jedes Mal die Etiketten und Werbematerialien anpassen zu müssen, angegeben. Nun, es ist nicht so unglaublich schwierig, eine Rezeptur für ein gutes Dosenfutter zu konzipieren, sodass es notwendig wäre, die Rezepte zu schützen. Und Kundenorientierung sowie Transparenz sollten einem Hersteller mehr wert sein als Flexibilität bei der Zusammensetzung des Menüs. Es geht schließlich um das Wohl unserer geliebten Vierbeiner. Und da es Hersteller gibt, die offen deklarieren, scheint das kein Ding der Unmöglichkeit zu sein.

Wenn ein Dosenfutter halboffen oder geschlossen deklariert ist, bieten die Analysewerte eine Orientierung (keine Sicherheit) zur Beurteilung.

Der Proteingehalt

Da hochwertige Proteine für den Hund wichtig sind, spielt dieser Wert eine recht große Rolle. Besteht die Nahrung aus den o. g. Zutaten, so ergibt sich für die Variante A ein durchschnittlicher Proteinwert von 13–14 %, für die Variante B ein Wert von etwa 12–13 %. Betrachtet man so genannte Vollfleischdosen, so liegt der Wert sogar bei 17–24 % – je nachdem, um welche Fleisch- oder Fischsorte es sich handelt.

Liegt der Proteinanteil unter den genannten Werten, so kann das z. B. daran liegen, dass der Hersteller der Dose Wasser oder Fleischbrühe hinzufügt, oder aber bindegewebsreiche Schlachtabfälle oder vermehrt Innereien wie Lunge bzw. verhältnismäßig viel Pansen oder eben auch Getreide einsetzt. Diese Futtermittel weisen oftmals einen niedrigeren Proteinwert auf. Beide Vorgehensweisen sind nicht vorteilhaft. Erstere hat Nachteile für den Geldbeutel des Käufers, letztere für den Hund, denn dieser benötigt nun einmal hochwertiges Protein.

Der Proteinwert des Futters kann übrigens auch recht hoch sein und dennoch nachteilig für den Hund, denn einige Futtermittel wie z. B. Grieben liefern zwar sehr viel Protein (sogar mehr als Muskelfleisch), aber das Protein ist für den Hund nicht wirklich wertvoll und in großen Mengen sogar schädlich. Siehe dieser Artikel zum Thema.

Um den Proteingehalt eines Futters wirklich abschließend beurteilen zu können, ist daher eine offene Deklaration der Futterbestandteile essenziell.


Der Feuchtigkeitsgehalt

Dieser Wert wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst: einerseits zeigt er, ob der Dose zusätzlich Wasser beigefügt wurde, andererseits haben die Zutaten selbst einen Einfluss auf den Feuchtigkeitsgehalt eines Dosenfutters.

Reines Muskelfleisch besteht in etwa zu 70 % aus Wasser. Handelt es sich um durchwachsenes Fleisch (was für den Hund besser wäre), dann sinkt der Wert auf etwa 60 %. Pansen und Blättermagen besteht zu 70–80 % aus Wasser, Innereien wie Leber und Niere enthalten 70–75 % Wasser und Obst und Gemüse liegen mit Werten um die 70–90 % noch etwas höher. Allein Getreide (Haferflocken, Reis) enthält deutlich weniger Feuchtigkeit und besteht zu lediglich 10 % aus Wasser.

Enthält eine Dose etwa die Zusammensetzung wie in Variante A beschrieben, so liegt der Feuchtigkeitswert bei unter 70 %, bei Variante B natürlich durch das Getreide sogar etwas niedriger.

Weist eine Dose einen deutlich höheren Feuchtigkeitswert auf, so wurde höchstwahrscheinlich Wasser hinzugefügt oder es wurde viel Gemüse verarbeitet. Für den Hund stellt das kein Problem dar, aber wahrscheinlich spiegelt sich der Wert im Portemonnaie wider, da die zu verfütternde Menge ansteigt.

Der Rohascheanteil

Dieser Wert zeigt, wie viel organische Masse ein Futter enthält. Jedes Lebensmittel verfügt über einen bestimmten Rohascheanteil – man muss sich also nicht etwa Sorgen darüber machen, dass hier ein Hersteller dem Futter tatsächlich „Asche“ hinzugefügt hat. Der Rohascheanteil wird durch Verbrennung eines Lebensmittels bestimmt. Das was übrig bleibt, ist die Rohasche und sie gibt u. a. Aufschluss über den Mineralstoffgehalt eines Futtermittels.

Muskelfleisch hat nur einen sehr geringen Rohascheanteil. Er liegt bei etwa 0,8–1 %. Pansen und Blättermagen weisen einen Anteil von 0,3–1,2 % auf, Innereien wie Leber und Niere enthalten 1,2–1,4 % Rohasche und Obst und Gemüse liegen mit Werten um die 0,3–2,0 % noch etwas höher. Getreide (Haferflocken, Reis) besteht zu etwa 1–2,5 % aus Rohasche, Getreidenebenprodukte wie etwa Weizenkleie liegen hingegen bei Werten um die 5 %. Besonders hohe Werte weisen Futtermittel wie Hornmehl (11 %) oder Knochen (30 %) auf. Natürlich liefern auch Komponenten wie Knochenmehl oder Mineralstoffmischungen sehr viel Rohasche. Ein durch entsprechende Zugaben von Brühe oder Wasser erhöhter Feuchtigkeitsgehalt, wirkt sich übrigens rechnerisch senkend auf den Rohascheanteil aus.

Variante A der oben genannten Zusammenstellung sollte etwa einen Rohascheanteil von 1,3 % entsprechen, Variante B enthält ca. 1,4 % Rohasche.

Enthält eine Dose mehr Rohasche, so könnte es daran liegen, dass entweder wesentlich mehr Getreide (oder sogar Getreidenebenprodukte) verarbeitet wurde, oder aber Futtermittel wie Hornmehl oder Tiermehl enthalten sind. Eine recht hohe Dosierung an Mineralstoffen wäre auch denkbar.

Der Rohfaseranteil

Rohfaser ist für den Hund unverdaulich und hauptsächlich in Obst (0,5–1,0 %), Gemüse (0,5–2,0 %) und Getreide (0,5–11,0 %) enthalten. Muskelfleisch, Fett oder Innereien enthalten gar keine Rohfaser. Lediglich grüner Pansen weist einen Rohfaseranteil von etwa 1 % auf, weil er eben Futterreste enthält. Hunde benötigen einen gewissen Teil Rohfaser im Futter, um die Darmperistaltik anzuregen. Zu viel Rohfaser ist allerdings nicht wünschenswert, da dadurch die Verdaulichkeit des Futters insgesamt absinkt.

Variante A des Futters dürfte etwa 0,5 % Rohfaser aufweisen – je nachdem, welche Gemüsesorten eingesetzt werden. Variante B liegt etwa bei 1,0 %.

Sind in einer Dose höhere Rohfaseranteile aufgeführt, so liegt es meist daran, dass sehr viel Gemüse oder Getreide (oder schlimmer noch Getreidenebenprodukte) verarbeitet wurde.

Der Fettgehalt

Fett ist für den Hund der natürliche Energieträger. Neben dieser Funktion führt Fett natürlich auch noch essenzielle Fettsäuren zu, die für den Organismus lebenswichtig sind.

Der natürlichste Fettlieferant für den Hund ist durchwachsenes Muskelfleisch. Es kann durch hochwertige Öle ergänzt werden, um die Versorgung mit den entsprechenden Fettsäuren sicherzustellen. Das ist insbesondere bei Fleisch aus Massentierhaltung wichtig, denn das weist eine deutlich ungünstigere Fettsäurenzusammensetzung auf als beispielsweise Fleisch aus Weidehaltung oder Wildfleisch. Worauf es dabei ankommt und warum bestimmte Pflanzenöle (z. B. Sonnenblumenöl, Maiskeimöl, Distelöl) nicht ins Hundefutter gehören, ist hier nachzulesen.

In der Variante A des Futters dürften etwa 10 % Fett enthalten sein, Variante B liefert ungefähr 8 % Fett. Bei Variante B dient aber das enthaltene Getreide bzw. die darin enthaltenen Kohlenhydrate als Energielieferant. Man sollte auf einen ausreichenden Fettanteil achten, um den Hund ausreichend mit Energie zu versorgen. Ist der Energiegehalt des Futters zu niedrig, kann es passieren, dass man sehr viel davon füttern muss, was nachteilig für Geldbeutel und den Organismus des Hundes ist.

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe

Unter diesem Punkt werden Stoffe gekennzeichnet, die abgesehen von den in der Deklaration genannten Zutaten im Futter eingesetzt werden und der Nährstoffversorgung dienen. In den seltensten Fällen handelt es sich bei diesen Zusätzen, um Vitamine oder Mineralstoffe natürlichen Ursprungs. Es sind in der Regel synthetische Supplemente. Leider stehen synthetische Vitamine im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Manche sind sogar krebserregend, sodass sie im Humanbereich schon seit Jahrzehnten verboten sind (z. B. Vitamin K3). Ein durchdacht konzipiertes Dosenfutter ist bedarfsdeckend und kommt ganz ohne synthetische Zusatzstoffe aus, auch wenn beim Kochvorgang z. B. der Vitamingehalt reduziert wird. Anders ließe sich nicht erklären, warum man das Futter für den Hund selbst kochen kann, ohne synthetische Zusätze zu verwenden. Es gibt auch natürliche Vitamine, z. B. aus Ölauszügen oder Pflanzenextrakten, aber die sind wesentlich teurer als die synthetische Variante. Man sollte also beim Anbieter nachfragen, was genau eingesetzt wird, um sicherzugehen, dass keine synthetischen Zusätze enthalten sind.

Der Preis

Wer kennt sie nicht, Großmutters Weisheiten á la "Qualität hat ihren Preis."? Trifft das auch auf Dosenfutter zu? Ist teuer immer gleich gut und billig immer gleich schlecht? So pauschal lässt sich das nicht beantworten. Allerdings ist der Preis durchaus ein Indikator. Nehmen wir an, ein Hersteller verkauft sein Dosenfutter für 1,80 Euro pro kg im Supermarkt. Auf der Dose steht: "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (4 % Rind)" in der Werbung wird von "50 % Rind in der Dose" gesprochen. Kann das ein Futter sein, das zur Hälfte aus Fleisch, Pansen, Leber und Niere besteht? Wenn man sich auf dem Markt für Futterfleisch umsieht, so stellt man fest, dass frisches Muskelfleisch vom Rind z. B. 4,00 Euro pro kg kostet, wenn es für den Heimtierbedarf gedacht ist (also s. g. Material der Kategorie 3). Komponenten wie Lunge, Niere, Pansen oder Leber schlagen auch mit etwa 3,00 Euro zu buche. Diese Preise beinhalten bereits Steuern und gewisse Aufschläge des Verkäufers, also auch seinen Gewinn, daher kann man sie sicherlich als Grundlage ansetzen, auch wenn die Hersteller deutlich niedrigere Einkaufspreise haben. Nun muss man sich die Frage stellen, ob in einer Dose, die 1,80 Euro pro kg kostet, tatsächlich zu 50 % Komponenten enthalten sein können, die im frischen Zustand schon für 3,00-4,00 Euro pro kg angeboten werden. Schließlich kosten die Verarbeitung zu Dosenfutter und das Beimengen von etwaigen Zusätzen sowie die Dose selbst auch Geld. Viele Anbieter stecken zudem viel Geld in Marketingmaßnahmen (z. B. Werbespots im TV, Sponsoring von Veranstaltungen sind sehr kostspielig). Kann das sein? Sind die Futtermittelhersteller so nett zu uns Kunden, dass sie uns etwas schenken? Das ist wohl eher unrealistisch. Aus diesem Grund ist die offene Deklaration so unglaublich wichtig. Und nicht jedes Futter, was teuer ist, ist offen deklariert und umgekehrt. Aber wenn der Preis gering ist und die Deklaration keinen Hinweis auf die tatsächliche Zusammensetzung gibt, muss man sich die Frage stellen, was da wohl tatsächlich in der Dose landet.

Die richtige Dose finden

Wie immer ist es im Bereich des Fertigfutters schwierig, eine wirklich passende Variante zu finden. Es findet sich fast immer ein Haar in der Suppe – manchmal ist es aber einfach nur der Preis, denn hochwertiges Dosenfutter ist für gewöhnlich recht teuer. Natürlich gibt es einige Hersteller, die gutes Alleinfutter in Dosen anbieten, aber kaum ein Hersteller erfüllt die o.g. Kriterien . Vor allem preiswerte Futtersorten in s.g. Supermarktqualität sind dahingehend problematisch – bei denen scheitert es schon an der offenen Deklaration, die aber einer der entscheidenden Punkte ist, um abzuschätzen, ob ein Dosenfutter geeignet für den besten Freund des Menschen ist.


Für jene, die keine Kompromisse machen wollen, kommen wahrscheinlich nur offen deklarierte Vollfleischdosen in Frage. Diese bestehen ausschließlich aus der genannten Fleischart und müssen daher mit entsprechenden Zusätzen ergänzt werden, weil sie kein Alleinfutter darstellen. Man kann beispielsweise eine solche Vollfleischdose mit frischem, püriertem Gemüse, Ei, etwas Knochenmehl und Lebertran sowie ein bisschen Fischöl in eine ausgewogenen Mahlzeit verwandeln. Allerdings fehlt es dieser Methode dann wieder an der Einfachheit des Fertigfutters. Sie stellt aber sicher eine Alternative für Tierhalter dar, die gern barfen würden, aber nicht wissen, wo sie Unmengen an Fleisch lagern sollen oder die sich vor rohem Fleisch ekeln.

Fazit

Feuchtfutter in Dosen kann eine gute und recht natürliche Variante der Hundefütterung darstellen, wenn die Inhaltsstoffe hochwertig sind. Man sollte immer das Etikett studieren und sich nicht von Marketing-Floskeln oder bunten Verpackungen blenden lassen. Im Zweifel kann man den Hersteller auch einfach anschreiben und nach den einzelnen Bestandteilen fragen: Erhält man keine ausführliche Antwort, dann weiß man immerhin, welche Dose man nicht füttern sollte ;)

Montag, 13. Februar 2012

Happy Birthday Alastair!



Heute ist ein besonderer Tag, denn unser kleiner Alastair wird 4 Jahre alt. Unglaublich, wie die Zeit vergeht: Zog doch "erst gestern" ein kleiner Wollfuß bei uns ein, der unsere Meinung zu kleinen Hunden doch sehr auf den Kopf gestellt hat. Alastair ist nämlich ein ganzer Kerl und dazu auch noch sehr sportlich: 1.562 km haben wir im vergangenen Jahr gemeinsam zurück gelegt - laufend, Rad fahrend und schwimmend.

Mein lieber Ales, wir wünschen Dir für Dein neues Lebensjahr alles erdenklich Gute. Auf dass Du weiterhin gesund, munter und so süß bleibst.

Sonntag, 22. Januar 2012

Impfungen – einfach nur ein kleiner Pieks?

Jeder Hundehalter kennt sie, die jährlichen Wiederholungsimpfungen gegen Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Tollwut, Leptospirose, Zwingerhusten und vielleicht noch Borreliose und Tetanus. Brav marschieren Millionen von Hundehaltern alljährlich zu ihrem Tierarzt und lassen fleißig „boostern“. Haben Sie sich mal gefragt, warum? Wir Menschen gehen nicht jährlich zur Wiederholungsimpfung gegen Mumps, Masern oder Röteln. Wieso ist das beim unseren geliebten Vierbeinern anders? Und noch viel wichtiger: Ist das überhaupt nötig und ist es so harmlos wie es scheint? Eigentlich ist nämlich schon längst klar, dass ein jährliches Impfschema vollkommen überholt ist. Warum sollte man also weiter daran festhalten, bringt es doch keinerlei Vor- sondern nur Nachteile für Gesundheit und Geldbeutel mit sich...

Sonntag, 8. Januar 2012

Warum Eiweiß nicht gleich Eiweiß ist


Als ich neulich durch das Internet surfte, viel mir ein Dokument[1] auf, das von Royal Canin herausgegeben wurde. Es ging darin, um die Deklaration von Hundefutter. Darin war die folgende Frage enthalten:
„Warum wird der Fleischanteil bei ROYAL CANIN nicht angegeben?“
Interessant dachte ich, denn das frage ich mich seit Jahren. Ist doch der Fleischanteil für einen Fleischfresser wie den Hund nicht gerade irrelevant. Oder etwa doch?

Die Antwort von Royal Canin lautet:
„Worauf es bei den Zutaten wirklich ankommt, das sind die Nährstoffe (Aminosäuren, Fette, Kohlenhydrate), die sie für Hunde und Katzen liefern. Die ernährungsphysiologische Qualität von Hunde- und Katzennahrung ist nicht abhängig vom Prozentsatz an Fleisch, das sie enthält, sondern vielmehr von der Menge, Qualität und Vielfalt an Nährstoffen sowie von deren Verdaulichkeit und Bioverfügbarkeit für den Organismus der Tiere.

Wird auf einer Packung nur der Fleischgehalt angegeben, so ist das keinerlei Garantie für die Qualität des Produkts, da diese nur von den ernährungsphysiologischen Eigenschaften des verwendeten Fleisches abhängig ist. Aus diesem Grund hat sich ROYAL CANIN dafür entschieden, die einzelnen Nährstoffe und deren Gehalte auf seinen Produkten anzugeben und nicht nur einfach die verwendeten Zutaten.“
Ach so, und ich dachte immer, das hätte andere Gründe... ;)

Spaß beiseite, ich denke, es ist eine gute Idee, sich ein Futter von Royal Canin genauer anzusehen und die Sinnhaftigkeit der Aussage vor allem in Hinblick auf das im Futter enthaltene Eiweiß etwas genauer zu prüfen. Eiweiß bzw. bestimmte, darin enthaltene Aminosäuren sind für den Hund essenziell. Das heißt, er kann ohne sie nicht leben. Ein Eiweißmangel führt zu verminderter Fresslust, Durchfällen oder Parasitenbefall und dazu, dass das Fell des Hundes langfristig stumpf und brüchig wird. Ist der Mangel extrem, kann es zu einer Anämie kommen.[2] Aber Eiweiß ist nicht gleich Eiweiß, wie wir gleich sehen werden.