Freitag, 18. Dezember 2015

Winter(speck), ade!

Wer kennt es nicht? In der Weihnachtszeit ist für uns eine Zeit angekommen, in der Schlemmen angesagt ist. Alle Jahre wieder legen viele Zweibeiner in der Adventszeit das eine oder andere Kilo zu. Wenn im Advent, Advent, ein Lichtlein brennt, dann finden wie von Zauberhand Gänsekeule und Klöße ihren Weg auf unsere Teller und von da aus entweder häppchenweise direkt zwischen die Zähne des hungrigen Vierbeiners, der unter oder mit am Tisch sitzt oder später in den Napf. Und wenn in der Weihnachtsbäckerei eine Fülle von Plätzchen entsteht und der beste Freund des Menschen ganz lieb guckt – dann kann man einfach nicht widerstehen und ausnahmsweise bekommt der Hund dann auch mal einen Keks. Und wenn am Weihnachtsbaum die Lichter brennen, dann fragt man sich: Was bringt der Weihnachtsmann für Fiffi? Natürlich einen Fresskorb und zwar alle Jahre wieder!

Natürlich ist nichts dagegen einzuwenden, einen Hund zu verwöhnen. Gerade in der Weihnachtszeit, ist es vielen Besitzern ein Bedürfnis, ihren Tieren etwas Gutes zu tun. Nur muss man der Sache irgendwann einen Riegel vorschieben und die Figur des Gefährten im Auge behalten, denn die meisten Hunde haben ein großes „Problem“: Sie sind eigentlich immer hungrig. Gibt man jedem Betteln des Vierbeiners und jedem „hungrigen“ Blick ständig nach, so wird die Fellnase bald übergewichtig sein, denn ein Sättigungsgefühl wie wir Menschen es kennen, haben die meisten Hunde nicht. Und sein wir ehrlich – auch wenn es wenig festlich klingt, auch uns Menschen ist es ein wenig abhandengekommen, sonst wäre nicht jeder zweite Deutsche übergewichtig. Und das wird mehr und mehr zu einem Problem mit gesundheitlichen Folgen…

Übergewicht – ein Problem mit Konsequenzen

Fettleibigkeit, in Fachkreisen Adipositas genannt, ist die häufigste Form der Fehlernährung bei Hunden in Industrieländern. Bis zu 30 % der Tiere leiden unter Übergewicht, wobei am häufigsten Tiere zwischen 4 und 11 Jahren betroffen sind.

Was auf den ersten Blick ein rein optisches Problem zu sein scheint, hat aber für den Hund weitreichende Konsequenzen. Fettgewebe ist mehr als nur ein Energiespeicher. Die Fettzellen (Adipozyten) produzieren eine Reihe von Zytokinen und Hormonen, die entzündungsfördernd sind und bei vielen Erkrankungen eine Rolle spielen. Außerdem erhöht Fettleibigkeit den oxidativen Stress und begünstigt somit bestimmte Krankheiten. Angefangen von einer grundsätzlich verkürzten Lebenserwartung und metabolische Veränderungen wie Insulinresistenz, Glukoseresistenz, Fettstoffwechselstörungen, endokrinologischen Erkrankungen wie Diabetes, Cushing, Schilddrüsenunterfunktion, über funktionelle Störungen wie eingeschränkte Immunfunktion, Dystokie (gestörter Geburtsverlauf), Hitze- und Bewegungsintoleranz, Gelenkerkrankungen, Atemproblemen, Bluthochdruck und anderen Krankheiten wie Krebs, Harnwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hauterkrankungen bis hin zu Bauchspeicheldrüsenentzündungen sind die Risiken von Fettleibigkeit breit gefächert und für den Hund letztendlich lebensgefährlich. Bereits moderates Übergewicht führt zu gesundheitlichen Problemen.[1]

Aus einer lebenslangen Studie an 48 Labradoren ging hervor, dass Tiere, die 25 % mehr Futter bekamen, gegenüber der Gruppe von restriktiv gefütterten Hunden nur 11,2 Jahre alt wurden, während die andere Gruppe im Schnitt eine Lebenszeit von 13 Jahren erreichte. Die Blutfett- und Glukosewerte der übergewichtigen Hunde waren erhöht, sie litten frühzeitiger unter Gelenkerkrankungen oder anderen chronischen Krankheiten, wobei die Überlebenschancen in der Gruppe der restriktiv gefütterten Hunde signifikant höher waren.[2]

Fettleibigkeit übersteigt also rein kosmetische Konsequenzen bei weitem und sollte daher gezielt vermieden und bekämpft werden. Auch wenn das Besitzerherz dabei blutet.

Die Ursachen von Übergewicht

Die mit Abstand häufigste Ursache für Fettleibigkeit bei Hunden ist eine dauerhaft positive Energiebilanz. Das bedeutet, dass das Tier laufend mehr Energie zu sich nimmt als es verbraucht. Und die Quelle dieses Problems ist ausnahmslos der Besitzer (oder dessen Umfeld). Ja, da muss man sich leider an die eigene Nase fassen und da helfen auch Ausreden wie „der bekommt doch schon kaum etwas zu fressen“ nicht weiter. Es ist nur in seltenen Ausnahmefällen (z. B. Tumorwachstum, Cushing) möglich, dass ein Hund immer weiter zunimmt, obwohl er „kaum Futter“ aufnimmt. Wenn ein Hund trotz Diät kein Gewicht verliert oder immer weiter zulegt, dann liegt es ganz einfach daran, dass der Hund zu viel Futter bekommt. Entweder, weil die Portionen allgemein zu groß sind, es nebenbei zu viel gibt (z. B. Leckerlis, Tischreste) oder der Hund eine weitere Futterquelle (z. B. Nachbarn) gefunden hat.

Häufig liegt es auch daran, dass der Hund aufgrund von Alterungsprozessen oder einer Kastration weniger Energie benötigt als vorher und der Besitzer die Anpassung der Ration verpasst hat.

Insgesamt ist es so, dass die Gewichtszunahme oft ein schleichender Prozess ist, der vom Hundehalter selbst gar nicht so wahrgenommen wird. Wer den eigenen Vierbeiner täglich sieht, stellt Veränderungen eben nicht so leicht fest oder beim Besitzer liegt allgemein eine verzerrte Wahrnehmung von dem vor, was aus medizinischer Sicht als Idealgewicht gelten würde.

Die meisten Leute halten ihren Hund für idealgewichtig

Das Problem von Übergewicht bei Hunden beginnt also schon dabei, dass die meisten Hundehalter das Gewicht ihres Hundes vollkommen unterschätzen und ihn für idealgewichtig halten, obwohl er eigentlich übergewichtig ist. Das geht teilweise so weit, dass der Hund bereits stark fettleibig ist, die Besitzer aber felsenfest der Überzeugung sind, ihr Hund könne ruhig noch etwas zulegen. Mal Hand auf´s Herz und Stolz beiseite: Wem ist das schon passiert? Wer hat schon einmal gehört, der Hund sei zu dick? Dieser Hinweis ist verletzend, nicht wahr? Und genau an der Stelle beginnt der Ursprung des Problems. Die Besitzer nehmen Kritik an ihren Hunden persönlich. Das ist leicht nachvollziehbar, denn sie lieben ihre Hunde und wollen bei der Ernährung nichts falsch machen. Vorgeworfen zu bekommen, man würde den Hund „mästen“ und damit gesundheitliche Probleme provozieren, tut einfach weh. Sowas will niemand hören. Aber manchmal haben die anderen eben Recht. Man sollte daher an dieser Stelle seinen Stolz über Bord werfen und versuchen, objektiv zu sein, auch wenn es schwer fällt. Wer sich nicht sicher ist, sollte einen Sachverständigen (Tierarzt, Tierheilpraktiker etc.) um Rat fragen und darum bitten, das Gewicht des Hundes zu beurteilen.

Was bedeutet eigentlich Idealgewicht?

Es ist bei Hunden aufgrund der Rassevielfalt und der unterschiedlichen Typen (z. B. Show- und Arbeitslinie) sehr schwierig, eine allgemeine Richtlinie für das Idealgewicht zu geben. Was bei einigen Rassen wie z. B. Windhunden als normalgewichtig eingestuft wird, würde bei anderen z. B. Englische Bulldogge als untergewichtig gelten. Manchmal spielen auch (teils fragwürdige) Trends im Ausstellungs- und Zuchtwesen eine Rolle.

Mal ganz unabhängig von derartigen Tendenzen gilt ein Hund als übergewichtig, wenn sein Körperfettanteil mehr als 15–20 % beträgt oder sein Gewicht 10–20 % über dem Idealgewicht liegt. Das sind allerdings Werte, mit denen ein normaler Hundehalter nichts anfangen kann. Wer kennt schon den Körperfettanteil seines Hundes? Von daher eignet sich grundsätzlich folgende Richtlinie:

Ein Hund ist dann idealgewichtig, wenn Rippen, Becken und Wirbelsäulenknochen nicht sichtbar, aber leicht tastbar sind, der Hund über eine gut sichtbare Taille verfügt und ein gewisses Maß an Unterbauchfettgewebe vorhanden ist.

Leicht tastbar bedeutet übrigens, dass man mit einer leichten Berührung der Haut die Rippen etc. fühlen kann – also ohne erst nach ihnen durch eine zentimeterdicke (auch 1 cm ist ein cm) Fettschicht hindurch „zu graben“. Etwas schwieriger ist das bei Rassen mit dichtem Fell, aber auch dort gilt im Prinzip das Gleiche.

Die folgende Grafik gibt einen Überblick:



OK, mein Hund ist zu dick – und nun?

Wenn sich herausstellt, dass ein Hund übergewichtig oder gar fettleibig ist, dann ist Handeln gefordert. Der Hund muss abnehmen! Zunächst sollten bestimmte Krankheiten wie eine Schilddrüsenunterfunktion ausgeschlossen werden, im Anschluss erfolgt eine Diät. Im Krankheitsfall muss diese mit dem Tierarzt oder Tierheilpraktiker abgestimmt werden.

Die Ernährung muss dauerhaft umgestellt werden! Egal wie sehr der Hund bettelt und auch wenn man Mitleid hat. Man sollte sich vor Augen halten, dass Hunde immer hungrig sind. Es sind Beutefresser – sie fressen, wenn etwas da ist, solange es da ist. Das ist ein instinktiv verankertes Verhalten, was in der Wildnis das Überleben sichert, in einer Welt des Überflusses aber zum Problem wird. Ein Hund muss also nicht satt werden.

Häufig ist es so, dass eine Umstellung auf ein natürliches Futter wie BARF schon mit einer gewünschten Gewichtsentwicklung einhergeht. Je nachdem, wie stark übergewichtig der Hund ist, muss die Futtermenge angepasst werden. Bei leichtem bis moderatem Übergewicht berechnet man die Futtermenge einfach auf Basis des Idealgewichts und geht von einem eher geringen Fettanteil im Muskelfleisch aus, also 15 %. Ein Hund, der eigentlich 30 kg wiegen sollte, aber 32 kg wiegt, bekommt also nicht 2 % von 32 kg, sondern 2 % von 30 kg. Ist der Hund stark übergewichtig, muss schrittweise vorgegangen werden. Ein Hund, der 30 kg wiegen sollte, aber 40 kg wiegt, würde eine Zeit lang wie ein Hund gefüttert werden, der 35 kg wiegt und wenn das Gewicht erreicht ist, würde das Futter auf Basis eines 30 kg Hundes ermittelt werden. Auch Hunde sollten nicht zu schnell abnehmen, das kann gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Daher erfolgt die Gewichtsreduktion schrittweise. Man sollte unbedingt von Diäten wie FDH („Friss die Hälfe“) absehen.

Das Futter sollte außerdem abgewogen werden, denn viele Hundehalter unterschätzen die Mengen, die sie füttern. Das trifft auch auf Leckerlis zu. Man sollte sich vor Augen führen, dass vor allem Trockenfleisch eine solche Tendenz fördert: 1 getrockneter Hähnchenmagen entspricht fast 40 g frischem Fleisch. Daher müssen während der Diät sämtliche Belohnungshappen und alternative Futterquellen gestrichen werden. Der Erfolg der Diät ist wichtig für die Gesundheit des geliebten Hundes!

Wir wünschen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest mit glücklichen, gesunden Zwei- und Vierbeinern!

Dieser Artikel ist Teil der Reihe "Wauzige Wuffnacht" von "Die Fabelschmiede".

________________________________
[1] Hand, M. S. et al. (2010): Small Animal Clinical Nutrition, fifth edition
[2] Kealy, R. D. et al. (2002): Effects of diet restriction on life span and age-related changes in dogs

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Zitat:
Ein Hund, der eigentlich 30 kg wiegen sollte, aber 32 kg wiegt, bekommt also nicht 2 % von 32 kg, sondern 2 % von 30 kg

Zur Prozentregel:
Wie kommen die Autoren darauf, dass sich die nötige Futtermenge auf diese Weise berechnen lässt?
Viele der Buchautoren behaupten ohne eine Quelle zu nennen, dass Ernährungswissenschaftler solche Futtermengen in prozentualer Abhängigkeit vom Körpergewicht des Hundes empfehlen würden. Dies entbehrt jeder Grundlage. Beispielhaft kann an dieser Stelle Prof. Zentek (FU Berlin) aus seinem Buch „Ernährung des Hundes“ zitiert werden:
„Die adäquate Futtermenge ergibt sich aus dem Energiebedarf des zu versorgenden Hundes
und dem Energiegehalt der Futtermischung.“
Univ.-Prof. Dr. Jürgen Zentek (Freie Universität Berlin, Institut für Tierernährung), Ernährung des Hundes (5. Auflage, Enke Verlag

Ebenso wie in der Ernährungsmedizin und Ernährungsberatung für Menschen erfolgt auch in der Tiermedizin und der Tierpflege die Berechnung der Essens- bzw. Futtermenge einzig sinnvoll auf Basis des individuellen Energiebedarfs und eben nicht in Abhängigkeit vom Körpergewicht.


http://www.barf-rechner.de/

Anonym hat gesagt…

Lieber Anonym,

Das Problem bei der Berechnung der Futtermenge nach Vorgaben der NRC oder Zentek - basierend auf den Energiebedarf nach gängigen Formeln gegenüber den Energiegehalt der Ration - ist dass sie sich in der Praxis bei der Rohfütterung nicht anwenden lässt.
Grundsätzlich scheinen rohernährte bzw mit frischen Lebensmitteln ernährte Hunde die Energie aus dem Futter wesentlich besser nutzen zu können, so dass der tatsächliche Energiebedarf deutlich unter dem Wert liegt, der sich „Ernährungswissenschaftlich" ermittelt lässt.
Mittlerweile werden sehr viele Hunde und Katzen mit Rohfutter oder selbst zusammengestelltes gekochtes Futter ernährt. Daraus ergeben sich tausende Erfahrungswerte, die durch die Bank zeigen, dass der Energiebedarf bei der Rohfütterung grundsätzlich weit unter den Vorgaben der Industrie und deren „skilled employees“ liegt.

Da die BARF Ernährung sich nach dem Modell Beutetier richtet, wird i.d.R. mit einer prozentualer Aufteilung der verschiedenen Futtermittelgruppen gearbeitet: Fleisch, Fett, Knochen, Innereien und dazu Gemüse, Obst und ggfls Getreide.
Diese Zusammensetzung ist immer ziemlich gleich; d. h. eine BARF Ration wird grundsätzlich zusammengestellt aus:

45 % Muskelfleisch durchwachsen
15 % Innereien
10 % Pansen/Blättermagen
10 % fleischige Knochen
20 % Gemüse/Obst/Getreide

Die Schwankungen im Energiegehalt halten sich in Grenzen. Eine typische BARF Ration mit 10-12 % Fett enthält 1500-1700 kcal (6,28 - 7,11 MJ) Energie.
Da wir nun festgestellt haben, dass der Energiebedarf, nach gängigen Formeln berechnet, generell zu hoch ist müssen wir irgend einen Ausgangspunkt wählen. Die Ration wird mit Prozentrechnungen aufgeteilt also ist es auch schlüssig zunächst den Futterbedarf nach % der KM zu bestimmen. In der Praxis hat es sich bewährt als Ausgangspunkt eine Futtermenge zu wählen, die 2 % des Körpergewichtes dar stellt. Dieser Ausgangswert wird mit Faktoren multipliziert, je nach Bewegung, Alter, Kastriation, Trächtigkeit, Laktation, Belastung etc. des Hundes.
Es wird Sie vielleicht überraschen, dass die meisten „Barfer“ mit Tabellenberechnungsprogrammen arbeiten, die durchaus den Energiebedarf (und Nährstoffbedarf) nach NRC und/oder Zentek berechnen. Einige arbeiten auch mit angepassten Werten, da die NRC Werte nicht die erheblich höhere Bioverfügbarkeit der Nährstoffe, die man bei frischen Lebensmitteln hat, berücksichtigt.

Beispiel Energiebedarf: Einie Hündin, 11,5 Jahre alt, intakt, aktiv braucht laut NRC 1671 kcal/Tag, frisst aber nur 1163 kcal/Tag. Nach 11,5 Jahren hätte man sicherlich ein Energiemangel in irgend einer Form bemerkt, meinen Sie nicht? Auch der „gravierende Nährstoffmangel“ läßt auf sich warten, so ist besagter Hund gesund, aktiv, fruchtbar und hat seit Welpenalter immer vorbildliche Blutwerte.

Das ist natürlich nur ein Beispiel, aber davon gibt es Tausende, die mittlerweile ein hohes Alter gesund erreicht haben, trotz BARF und „mitohne“ Hilfe eines auf „Basis des aktuellsten tiermedizinischen Kenntnisstandes“ berechneten Plans.
Das ist vielleicht gut so, denn die „tiermedizinischen Rationsberechnung“ hat bis heute nicht verstanden was Bioverfügbarkeit bedeutet. So rechnen sie fleißig weiter mit ihren NRC Werten, kippen kiloweise Mineralstoffmischung in Hunde hinein und meinen dass große Mengen an Kartoffeln artgerecht und gesund sind.

Ihren Vorschlag Verantwortliche in der Tierernährung zur Rechenschaft zu ziehen finde ich überigens begrüßenswert - beginnen wir doch bitte mit der Fertigfutterindustrie, die millionen kranke Tiere auf dem Gewissen hat, und die jährlich tausende Tiere vergiftet. *like*


Liebe Grüße
ebenfalls Anonym

Nadine Wolf hat gesagt…

Liebe(r) Anonym 1,

ich habe irgendwie das Gefühl, dass Sie extrem frustriert sind. Wie kommt das nur?

Wenn es zehntausenden von Barfern seit Jahren gelingt, erfolgreich mit der Prozentformel zu arbeiten, dann lassen Sie die Leute das doch einfach so machen. Was soll das Gemecker? Leben und leben lassen. Sie können doch weiterhin den Energiebedarf berechnen und einen Hund darauf basierend barfen (echtes BARF nach dem Beutetierprinzip). Vermutlich werden sie dann aber auch bald einen Hund haben, der wie Jabba the Hutt aussieht.

Viele Barfer versuchen seit Jahren nach den NRC-Werten zu füttern. Es gibt dazu wesentlich bessere BARF-Rechner als sie erwähnt haben. Auch ich habe versucht, nach NRC-Werten zu füttern. Mein Hund wurde eine Zeit lang mit diesen Energiemengen versorgt und nahm in 2 Wochen mehrere kg zu. Ja, ich weiß, das ist eine Anekdote, aber sie führte in meinem Fall dazu, dass ich mich lieber auf die Prozentregel verließ, denn die funktioniert seit Jahren. Ich bin nicht die Einzige, die das erlebt hat. Erstaunlicherweise stellen das recht viele Barfer fest. Es gibt also tausende dieser Anekdoten.

Hingegen stellt kaum jemand fest, dass die Prozentregel in der Praxis nicht funktioniert, denn sie richtet sich nach dem individuellen Energiebedarf – sie funktioniert nur anders als die wissenschaftlichen Formeln. Und nur das ist für Hundehalter relevant. Wie sich die Sachlage in Laboren mit Futtermitteln, die bis zu 80 % aus pflanzlichen Bestandteilen bestehen, verhält, interessiert uns Tierhalter nur insoweit, als dass wir Petitionen gegen solche Tierversuche unterschreiben, sie fleißig bei Facebook teilen und die armen Hunde bedauern, die so ein Futter zu sich nehmen müssen.

Aber gern können Sie eine Studie durchführen, die belegt, dass auf gebarfte Hunde (vorsichtshalber erwähne ich es nochmals: echtes BARF nach dem Beutetierprinzip, kein Verschnitt des Konzepts mit 30-50% Kohlenhydratlieferanten oder 70 % Knochen etc.) die NRC- oder Meyer / Zentek Energie Werte zutreffen. Dann sollten Sie aber langsam beginnen, Ihren echten Namen zu verwenden. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Durchführung der Studie. Und denken Sie daran, sauber zu arbeiten, nicht wie die Veterinärwissenschaftler sonst so oft. Noch mehr Cargo-Cult-Wissenschaft können wir Barfer nicht gebrauchen.

Viele Grüße
Nadine Wolf

P. S. Danke an Anonym 2 :)

Anonym hat gesagt…

Sie werben auf Ihrer Homepage für die artgerechte Hundeernährung schlechthin. Wenn Sie das ernst meinen , sollte ein wenig Kritik Sie nicht gleich aus der Fassung bringen .

Interessant ist schon, wie sich hier eine Barf-Ernährungsberaterin an ihren eigenen Halbwahrheiten und -Wissen selbst berauscht und andere Hundebesitzer in die Irre führt.
Die Futtermenge, die ich einem Tier gebe, hängt immer von der Energiedichte des Futters ab. ( anonym 2)Die Energiedichte orientiert sich auch nicht an ihren errechneten Kalorien. Jede Kalorie ist unterschiedlich. Roh wird anders verstoffwechselt wie gekocht.
Zum Beispiel erhöht Protein den Kalorienverbrauch . Und normalerweise sollte der Proteinanteil bei einer Gewichtsreduzierung erhöht und nicht reduziert werden.

Ich finde Ernährungstipps immer dann gefährlich, wenn Fehler gemacht werden und das ist bei einer Prozenteregel reine Glückssache. Obwohl hier auch " angebliche Fakten" aufgelistet sind, stimmen sie leider nicht.

Nadine Wolf hat gesagt…

„Die Futtermenge, die ich einem Tier gebe, hängt immer von der Energiedichte des Futters ab.“
Richtig.

„Die Energiedichte orientiert sich auch nicht an ihren errechneten Kalorien.“
Falsch. Die Energiedichte ist ja einfach eine physikalische Größe (p = dE/dX), die sich selbstverständlich auch für eine typische BARF-Ration ermitteln lässt. Für diese gelten schließlich bestimmte Regeln. Wenn man diese einhält, kann man sehr wohl eine Bandbreite der Energiedichte ermitteln. 1 kg BARF (Feuchtmasse) liefert (je nach Fettanteil im Muskelfleisch) zwischen 1.500 und 1.800 kcal. Dies zu ermitteln, ist reine, ganz einfache Mathematik. Für einen übergewichtigen Hund würde man selbstverständlich 15 % Fett im Muskelfleisch ansetzen, also den niedrigsten, möglichen Wert, sodass eher 1.500 kcal anzusetzen sind.

„Jede Kalorie ist unterschiedlich.“
Das ist nicht korrekt. Eine Kalorie ist eine Kalorie ist eine Kalorie. Denn es handelt sich bei dieser Bezeichnung um eine physikalische Größe, die genau definiert ist. Jedoch kann der Körper den physikalischen Brennwert von Nahrungsmitteln nicht gleichermaßen zur Energiegewinnung nutzen, auch wenn deren Energiewert mit bestimmten Messverfahren im Hinblick auf physikalische Kenngrößen hin untersucht und definiert wurde. Wollen Sie den Lesern des Blogs (das sind übrigens Laien) erklären, warum das so ist, oder soll ich das machen?

„Roh wird anders verstoffwechselt wie gekocht.“
Inhaltlich ist das korrekt.

„Zum Beispiel erhöht Protein den Kalorienverbrauch .“
Falsch. Protein erhöht den Kalorienverbrauch nicht. Richtig ist, dass die Makronährstoffe IM DURCHSCHNITT gewisse physikalische Brennwerte erreichen (Fett: 39 kJ, Kohlenhydrate: 17 kJ, Proteine 24 kJ). Nun ist ein Körper aber kein Bombenkaloriemeter, sodass bei der Verwertung von Proteinen als Brennstoff ein Wert anzusetzen ist, der ca. 20 % tiefer liegt (Quelle: Meyer / Zentek, Auflage 7, S. 49). Daraus kann geschlussfolgert werden, dass bei der Nutzung von Protein als Energiequelle gewisse Verluste auftreten, die dazu führen, dass bei gleichbleibender Futtermenge und somit höherem Sättigungsgrad, eine verringerte metabolische Nutzung der zugeführten Energie stattfindet, sodass dem Körper weniger „Kalorien“ zur Verfügung stehen. Nicht der Verbrauch wird erhöht, sondern die Verwertbarkeit gesenkt. Das ist ein Umstand, den sich im Humanbereich einige Diäten zu Nutze machen. Dass die Nutzung von Proteinen als überwiegende Energiequelle bei Hunden mit einer Belastung des Organismus einhergeht, sollten Sie dabei jedoch nicht unerwähnt lassen.

„Und normalerweise sollte der Proteinanteil bei einer Gewichtsreduzierung erhöht und nicht reduziert werden.“
Ja, das wird er auch. Angenommen, ein 30 kg Hund mit 2 kg Übergewicht bekam bisher 600 g Futter am Tag nach den BARF-Regeln. Sein Gewicht war bisher mit der Menge konstant, ist aber zu hoch. Der Fettanteil des Muskelfleisches betrug 25 %, weil die Halter es etwas zu gut meinten. Das führt dazu, dass das Energie-Protein-Verhältnis, vRp/uE, der Ration etwa 12,4 beträgt. Nun korrigiert man die Ration, indem das Tier nur noch 560 g Futter bekommt mit einem Fettanteil von 15 % im Muskelfleisch. Das Energie-Protein-Verhältnis beträgt nach dieser Anpassung 15,8, ist also höher. Da haben Sie ihre Erhöhung des Proteinanteils bei Senkung der Energiedichte des Futters und gleichzeitiger Reduktion der Futtermenge. Das führt zu einer negativen Energiebilanz und der Hund wird abnehmen.

Nadine Wolf hat gesagt…

„das ist bei einer Prozenteregel reine Glückssache“
Diese Aussage würde aber eine sehr geringe Trefferwahrscheinlichkeit suggerieren. Wie definieren Sie Glückssache? Anders gefragt, ab welcher statistischen Häufigkeit reden Sie von Glück, wann ist es Zufall, wann könnte man von einer Regel sprechen? Gehen Sie bei den großen Fallzahlen von denen man bei BARF und der Prozentregel durchaus sprechen kann (statistisch gesehen, werden in D mindestens 100.000 Hunde gebarft), wirklich von Glück aus? Meinen Sie nicht, es wäre längst ein empörter Ruck durch die BARF-Welt gegangen, wenn das reine Glückssache wäre? In jedem Forum würde doch stehen: „Hilfe, die Prozentregel stimmt nicht“. Warum bleibt das wohl aus….? Warum sind die Leute so zufrieden mit dem BARF-Konzept? Ja, ich weiß. Unwissenschaftliche Anekdoten. Aber für Hundehalter reicht es meist aus, wenn ein paar Tausend Menschen vom Erfolg eines Konzepts berichten. GMV.

Mal ganz unabhängig davon, ist aber das von Ihnen vorgeschlagene Vorgehen – nämlich die Berechnung des INDIVIDUELLEN Energiebedarfs anhand einer VERALLGEMEINERTEN Formel, ebenso „Glückssache“. Man kann diese Daten als Anhaltspunkt nutzen, diese müssen aber nicht auf das individuelle Tier zutreffen. Ebenso wie bei der Prozentregel. Daher gibt es die Faktoren, die man bei der Prozentregel anwendet. Anpassungen müssen immer vorgenommen werden. Das müssten Sie doch aus der Praxis wissen.

Würde ich z. B. den Energiebedarf für Frauen meines Alters unter der Berücksichtigung von individueller Bewegung auf mich anwenden, wäre ich innerhalb von wenigen Monaten nur noch Haut und Knochen. Ich brauche definitiv mehr Energie als die wissenschaftliche Formel es suggeriert und mein Hund braucht erfahrungsgemäß weniger als für ihn ermittelt wurde. Das kann jeder (Laie) ganz einfach überprüfen. Für seinen Hund oder sich selbst. Die Formeln sind ja kein Geheimnis und man muss kein Genie sein, um eine solche Analyse durchzuführen. Nur wenn man Lust hat, sich mit sowas herumzuschlagen. Alternativ kann man natürlich für Hunde die Prozentformel anwenden, sie mit den Faktoren auf seinen Hund anpassen und sich darüber freuen, dass BARF so einfach ist ;)

Anonym hat gesagt…

Lieber Anonym1,

Anonym1: „Interessant ist schon, wie sich hier eine Barf-Ernährungsberaterin an ihren eigenen Halbwahrheiten und -Wissen selbst berauscht und andere Hundebesitzer in die Irre führt.“

>>>>> Ist dieser Kommentar nicht ein kleines bißchen unsachlich?
Was führt denn hier die armen ahnungslosen Hundebesitzer in die Irre?
Und im gleichen Ton zu antworten; solltest Du nicht erstmal ein bißchen Erfahrung sammeln, bevor Du versuchst hier alle zu belehren?



Anonym1: „Die Futtermenge, die ich einem Tier gebe, hängt immer von der Energiedichte des Futters ab. ( anonym 2)“

>>>>>> Danke. Etwas anderes behauptet ja auch keiner.



Anonym1: „Die Energiedichte orientiert sich auch nicht an ihren errechneten Kalorien.“

>>>>>> Richtig! Die Energiedichte errechnet sich aus die Kalorien je kg Futter. Ich habe leider vergessen nach dem Satz mit „1500-1700 kcal (6,28 - 7,11 MJ) Energie“ PRO Kg Futter zu schreiben. Mea culpa.



Anonym1: „Jede Kalorie ist unterschiedlich.“

>>>>>>>> Wie denn? Die Kalorie gibt die Energiemenge an, die man zum Erwärmen von 1 g Wasser um 1°C benötigt (von 14,5° auf 15,5°). Ich vermute, dass Du den Unterschied von physiologischem und physikalischem Brennwert mit Kalorien verwechselt.



Anonym1: „Roh wird anders verstoffwechselt wie gekocht."

>>>>>>>>Bravo! Gut erkannt!



Anonym1: „Zum Beispiel erhöht Protein den Kalorienverbrauch . Und normalerweise sollte der Proteinanteil bei einer Gewichtsreduzierung erhöht und nicht reduziert werden."

>>>>>>>> Wie erhöht denn bitteschön Protein den Kalorienverbrauch? Bei Protein ist der der physikalische Brennwert höher als der physiologischer Brennwert, daher steigt der Kalorienbedarf wenn man viel Protein füttert, aber Protein führt nicht pauschal zu einen erhöhten Energieverbrauch. Bitte darauf achten, dass Du etwas präziser schreibst wenn Du Dich schon hier am eigenen Wissen so berauschen musst.



Anonym1: „Ich finde Ernährungstipps immer dann gefährlich, wenn Fehler gemacht werden und das ist bei einer Prozenteregel reine Glückssache. Obwohl hier auch "angebliche Fakten" aufgelistet sind, stimmen sie leider nicht."

>>>>>> Welche angebliche Fakten stimmen denn Deiner Meinung nach nicht?
Und ich bin sicher, dass Frau Wolf auch gefährliche Ernährungstipps nicht mag - z. B. Fertigfutter füttern, massen an kohlenhydratreicher Kost füttern, 70 % RFK, grandiose Überversorgungen mit Mineralien/Spurenelemente/Vitamine durch Mischungen, die von Deinesgleichen propagiert werden weil ihr immer noch nicht verstanden habt, dass Bedarfswerte bei Rohfütterung angepasst werden müssen.



Zur Prozentregel:
Sie ist nicht mehr oder weniger Glückssache wie die Formeln mit denen Du arbeitest. Nur weil Du ganz viel rechnest hast Du nicht ganz viel Recht.


Nehmen wir mal Beispiel 30 kg Hund, intakter, aktiver Senior, Idealgewicht

RER = 70 x KM^0,75
70 x 12,82 = 897,4 kcal
Faktor für aktiven, intakten Senior Hund ist 1,5
897,4 x 1,5 = 1346,1

Also braucht dieser Hund 1346 kcal/Tag (5,63 MJ)

oder

oder nach NRC
KM^0,75 x 105 = 1346 kcal/Tag (5,63 MJ)

oder

wir wir nutzen die Prozentregel
30 kg x 2,5 % = 750 g Futter/Tag
Futter durchschnittlich 1500 kcal/kg (frisch) = 1125 kcal/Tag (4,7 MJ)

1125 - 1110 kcal (750 g) entsprechen übrigens das, was dieser Hund in der Praxis bekommt.

Und bevor Du nun mit Anpassungsformeln kommst, die Hündin ist fast den ganzen Tag draussen (erhöhter Bedarf zumindest im Winter und Hochsommer), bekommt viel Protein (BARF 20:80) (erhöht Bedarf).
Also bräuchte sie nach tierärztlicher ernährungswissenschftlicher (Diet Check o.Ä.) Berechnung noch mehr Futter.
Dieser Hund würde bei einer Fütterung nach NRC Berechnung sehr fett werden.
D.h. man würde nach wenigen Wochen eine Gewichtszunahme festellen und müsste die Futtermenge entsprechend anpassen.



Welche Methode ist nun der bessere Glückstreffer?


LG
Anonym2

Maggy B. hat gesagt…

Herzlichen Dank Frau Wolf für diesen Artikel.
Seit langen Jahren ernähre ich unsere Hunde nach dem Beutetierprinzip und der beinhaltenden Prozentregel von Fr.Simon und hatte u. habe gesunde, vitale Hunde mit 'Ideal'figuren bis ins hohe Alter -sofern diese nicht bereits krank bei uns einzogen. Darunter waren auch einige secondhand Dickerchen, die sich nach ihrem Einzug bei uns mit dem nach den BARF-Regeln /S.Simon zubereitetem Futter arrangieren mussten. Selbst stark übergewichtige Kandidaten, die, je nach Übergewicht in kleinschrittigen Zielgewichtskorrekturen nach unten, die Rationen nach dieser Prozentregel bekamen, nahmen ab -ganz ohne wissenschaftlich basierte Berechnungs'modelle'. Manchmal hilft tatsächlich gesunder Menschverstand frei jeglicher wissenschaftlicher Betrachtung.

@Nd.: „Würde ich z.B. den Energiebedarf für Frauen meines Alters unter der Berücksichtigung von individueller Bewegung auf mich anwenden, wäre ich innerhalb von wenigen Monaten nur noch Haut und Knochen. Ich brauche definitiv mehr Energie als die wissenschaftliche Formel es suggeriert (…)“ Es können meiner praktischen Erfahrung nach auch sehr aktive Hunde durchaus einen 20%gen Fettgehalt innerhalb einer Reduktionsdiät benötigen. So z.B. unsere derzeitgige kastrierte Althündin. Sie schlappte mit lediglich nähernd 15% und gesenkter Futtermenge, lustlos neben mir her. Mit nach oben gesetztem Fettgehalt und unveränderter Rationsgröße nach erreichen ihres Idealgewichtes, haben wir wieder eine ihrem Alter entsprechend an ihrer Umwelt interessierte Hündin, die freudig und lustig mitläuft und Arbeit einfordert, deren Laborwerte und Gesamtzustand unsere Tierärztin bei jeder Vorstellung ins Schwärmen geraten lässt. ;).

@Anomym: man(n)/frau kann vieles verkomplizieren, vor allem dann, wenn mann/frau evtl. einen Bereich für sich entdeckt hat, mit dem sich(zusätzliche)Einnahmen generieren lassen. Den Eindruck gewinne ich bei Sichtung der sich aktuell am Markt befindlichen 'Fach'Literatur gerade von Tierärzten und Ihr Kommentar zu diesem Artikel bestätigt mir dies lediglich. (V.Biber u. J.Ziegler ausdrücklich ausgenommen).

Wohltuend anders der seit langen Jahren betriebene Blog von Frau Wolf.
Vielleicht liegt dies ja daran, dass es Frau Wolf ursprünglich um die gesunde und artgerechter Ernährung ihrer eigenen Hunde ging und sie HundehalterInnen von ihren Recherchen profitieren lassen wollte – und dies ohne kommerzielle Interessen.

Ich kann bei der selbst in unserem ländlich geprägtem Raum angesichts der steigenden Kleintierpraxisdichte nachvollziehen, dass Tierärzte auf den Zug ‚BARF‘ aufspringen wollen und aus betriebswirtschaftlichen Gründen sogar müssen. Aber doch bitte mit der gebotenen Fairness gegenüber denjenigen Menschen, die Jahre und Jahrzehnte lang ohne kommerzielle Interessen ihr Wissen und vor allem ihre Erfahrung Anderen zur Verfügung gestellt haben.

Zitat Anonym „(…)sollte ein wenig Kritik Sie nicht gleich aus der Fassung bringen .“
Diese Anmerkung bringt mich gerade zum schmunzeln. Ich beobachte von Tierärzten veröffentlichte sogenannte BARF-Fachbücher, deren Autoren derart offensichtlich und jedweder Souveränität auf geäußerte Negativkritik der LeserInnen reagieren, dass es schon fast an Peinlichkeit grenzt.
Zudem würde es alleine die Höflichkeit der Gastgeberin dieses Blogs Frau Wolf gegenüber gebieten, die Nennung der(eigenen?)gewerblichen Homepage zu unterlassen.
Alleine, dass Frau Wolf Ihren Beitrag freigeschaltet hat zeigt mir, dass sie die Fähigkeit besitzt und bereit ist, sich konstruktiv mit der wie von Ihnen vorgetragenen Kritik auseinander zu setzen. Dies ist ein ganz, ganz schlechter Stil, den Sie alleine damit zeigen, dass Sie anonym ‚auftreten‘- aber passt! Glashaus u.s.w. ;).

VG sendet Maggy, der bei der Ernährung ihrer Kindern exakt die gleichen Argumentationsketten seitens der Lebensmittelindustrie wissenschaftlich geschulter Mediziner 'begegnet' sind, wie derzeit zum Thema artgerechte Hundeernährung^^

Olli hat gesagt…

@Anonym1 du machst ein Fass auf für einen Punkt der eigentlich mit kurzem Überlegen schnell zu lösen ist. 2% ist ein Richtwert ... man gibt erst mal 2%. Wird der Köter zu dick gibt man weniger, wird er zu dünn legt man noch etwas drauf (und schließt andere Ursachen aus). Fertig. Was ein zu dicker Hund ist steht im Artikel.

@Nadine du hast beim Abspecken etwas fundamentales, wenn es nach mir geht, vergessen: Bewegung. Klar kann man das Futter reduzieren aber wenn der Hund sich nicht anstrengt bzw bewegt ist natürlich auch der Energiebedarf nicht so hoch. Ich habe festgestellt, dass, zumindest bei meinem Hund, das sehr gut über Bewegung reguliert wird. Eine Woche mal etwas größere Strecken, etwas mehr Spiel und der Hund hat nen halbes Kilo abgenommen (natürlich wurde auch das Futter etwas runter geschraubt). :)

Nadine Wolf hat gesagt…

Haha, Olli wieder ;)

Das ist ein guter Einwand. Ich werde das im Artikel ergänzen. Wobei (kann ich auch aus eigener, leidvoller Erfahrung bestätigen) die Ernährung einen weit größeren Einfluss auf den Erfolg einer Diät hat als Bewegung / Sport. 500 kcal sind eben mühsamer verbrannt als dass sie nicht gegessen werden ;)
In diesem Sinne frohe Weihnachten! Heute ist trotzdem Schlemmen angesagt!

leni4n56 hat gesagt…

Oh nein, ich finde das immer ganz schlimm Hunde mit Übergewicht zu sehen. Unsere beiden hatten vor der Umstellung auf BARF auch leichtes Übergewicht, aber deshalb sind wir dann auf getreidefreies Hundefutter umgestiegen weil es einfach gesünder ist. Ein grosses Problem ist, dass viele Hundebesitzer ihren liebsten einfach zu viele Essensreste geben und die Hunde diese gekochten Lebensmittel einfach nicht vertragen. Da setzen sie halt schnell mal an Gewicht an. Ich hoffe, dass Leute einfach dazulernen und ihre Haustiere aus dieser Lage helfen weil die können es einfach selber nicht ändern. LG

Doggenbändiger hat gesagt…

Olli hat es ja schon gesagt, keine wie auch immer geartete Formel ersetzt die Beobachtung des Hundes bezüglich des Gewichtes. Ich habe unseren Doggenrüden auch mit der Prozentformel plus Wachstumskurve nach Meyer/Zentek aufgezogen und er ist prima gewachsen. Ich fand das einfach praktisch. Regelmäßig wiegen, bei einer Dogge mit 4% anfangen und dann langsam, dem Wachstum entsprechend die Prozente nach unten anpassen. Und ansonsten einfach die hier schon genannten Umständen berücksichtigen.
Dieser NRC Wert passt auf Doggen sowieso nicht. Doggen haben einen 15-20% höheren Erhaltungsbedarf, daher sind bei erwachsenen Doggen die 2% auch zu wenig. Der auch von Swanie Simon und vielen anderen empfohlene Calciumwert passt nebenbei auch nicht. Letztlich sind so viele Kriterien am Gewicht des Hundes und auch an der Zusammensetzung des Futters beteiligt, dass wiederum die einfachste Möglichkeit das Idealgewicht festzustellen die Beste ist: anschauen und mal über die Rippen streicheln. Gerne zitiere ich Herrn Bloch: heutzutage sind die meisten unserer Haushunde überfüttert. Dem ist nichts hinzuzufügen.

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