Was macht ein afrikanischer Hund im Winter?


Die Kälte hat uns fest im Griff. Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt lassen uns Menschen zu dicken Winterjacken, Schals, Mützen und Handschuhen greifen. Was aber macht ein afrikanischer Hund in solch einer kalten Umgebung? Ridgebacks haben ein tolles, glänzendes Fell, aber sie verfügen über keinerlei Unterwolle. An den Innenschenkeln und im Bereich des Unterbauches sind Ridgebacks sogar so gut wie nackt. Sie scheinen für derartige Temperaturen ganz und gar nicht gerüstet zu sein.

Kann man bei -10°C oder gar -20°C überhaupt mit einem Ridgeback spazieren gehen? Ja, man kann (grundsätzlich) und die meisten Ridgebacks lieben Schnee sogar sehr. Wichtig ist, dass sich der Hund kontinuierlich bewegt, damit er nicht friert. Solange der Hund in Bewegung ist, stellt ein Spaziergang - auch bei wirklich niedrigen Temperaturen - kein Problem dar. Kritisch wird es allerdings, wenn man länger mit ihm stillstehen muss (etwa an einer Bushaltestelle oder auf einem Weihnachtsmarkt), der Hund irgendwie nass wird oder wenn die Spaziergänge zu lang werden. Hunde zeigen dann sehr deutlich, dass sie frieren: Sie zittern am ganzen Leib.

Aber auch dafür gibt es eine Lösung: Ein warmer Hundemantel. Das mag zwar lächerlich für einen so großen Hund erscheinen, aber gerade in Situationen, in denen sich der Hund sich nicht genug bewegt oder gar Erkrankungen am Skelett vorliegen, ist es wichtig, dass der Hund sich nicht unterkühlt. Man darf nicht vergessen, dass die meisten Hunde heutzutage Wohnungshunde sind. D. h. sie verbringen 2022 Stunden am Tag in beheizten Räumen und haben keine Chance, sich an die Kälte draußen zu gewöhnen. Gerade Hunde ohne wärmende Unterwolle sind da im Nachteil. Und dann sollen sie auf einmal auf einem Spaziergang Temperaturen unter 0°C aushalten, nur weil es große Hunde sind?

Bayo trägt Mantel, wenn es unter -5 °C sind

Lieber ein (für den Besitzer vielleicht peinlicher) Hundemantel als ein kranker Hund. Je älter ein Hund wird, desto weniger bewegt er sich in der Regel und desto empfindlicher wird er, was Kälte anbelangt. Neo konnte zwar auch im Alter von 9 Jahren noch einen schnellen Sprint hinlegen oder am Rad laufen, aber meistens spazierte er eher gemütlich durch die Gegend. Bei sehr niedrigen Temperaturen (unter 0°C) bekam er einfach seinen Mantel angezogen, der den gesamten Rücken und seine Flanken bedeckte, und er war zufrieden und fror nicht mehr. Auch jüngeren Hunden mit afrikanischen Wurzeln schadet ein Hundemantel nicht. Wer mal bei -10 oder -15 °C ein paar Stunden mit einem Kurzhaarhund unterwegs war, sollte danach mal die Haut des Hundes fühlen. Sie wird richtig kalt sein. Also, Mantel anziehen und schon bleibt der Hund deutlich wärmer.

Auf keinen Fall sollte man einen kurzhaarigen Hund wie den Ridgeback bei Temperaturen unter 0°C längere Zeit im unbeheizten Auto sitzen lassen, auch wenn es ein vermeintlich warmer Ort zu sein scheint. Damit sind keine kurzen Aufenthalte á la "ich geh mal schnell zur Post" gemeint, sondern längere Zeiträume (etwa auf dem Hundeplatz bei längeren Ruhephasen). Fahrzeuge kühlen sich schneller ab als man denkt und schon ist der Hund in der Eishölle gefangen. Auch da kann aber ein Hundemantel Abhilfe schaffen. 

Außerdem sollte man im Winter darauf achten, die Pfoten nach einem Spaziergang abzuwaschen, um mögliche Streusalzreste zu entfernen. Das Streusaltz brennt auf der Haut und der Hund wird versuchen, es abzulecken. Streusalz kann Frostschutzmittel enthalten, welches Hunde auf keinen Fall fressen sollten. Stehen längere Spaziergänge auf gestreuten Wegen bevor, sollte man auch nicht davor zurückschrecken, dem Hund  s. g. "Booties" anzuziehen.


Wie gesagt, die meisten Hunde lieben Schnee. Sie spielen ausgelassen und fressen oft auch Schnee. Zuviel Schnee kann jedoch Durchfall oder Erbrechen verursachen. Sogar eine Mandelentzündung könnte der Hund bekommen. Also sollte man Obacht geben, dass der geliebte Vierbeiner nicht all zu viel von der weißen Pracht verspeist.

Also, getreu dem Motto: „Der Winter ist keine Jahreszeit, sondern eine Aufgabe.“ auch immer die geliebten, kurzhaarigen Hunde im Auge behalten, wenn es draußen bitter kalt ist.


Kommentare

  1. Hallo ...
    ich habe auch zwei Rigdies, die natürlich im Winter auch ihre Mäntel anbekommen. Vor allem wenn es regnet. Leider habe ich bisher keine wirklich passenden Mäntel gefunden. Ein besonderes Problem ist die jüngere Hündin, weil sie ein bisschen zu groß geraten ist (72 cm Schulterhöhe). Wo kann ich den im Beitrag abgebildeten Hundemantel bekommen? Es scheint wirklich perfekt zu sitzen und nicht immer hin und her zu rutschen. Wir würden uns über eine Antwort wirklich freuen ...

    Übrigens: eine tolle und sehr informative HP :-)

    Viele Grüße

    Marita mit Lilly und Shary

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  2. Hallo Marita,

    den Mantel hab ich bei www.freshwind.eu anfertigen lassen. Dort gibt es alle möglichen Materialien und Versionen.

    Viele Grüße
    Nadine

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