BARF Mythos #5: Fleisch macht Hunde aggressiv

Beim Thema Hundefütterung scheiden sich die Geister. Jeder Hersteller ist der Meinung, das beste Futter zu produzieren und jeder Tierarzt ist sich sicher, das beste Futter zu empfehlen. Dabei gerät immer wieder das Thema BARF in die Kritik. Es gibt eine Reihe von Mythen um diese Ernährungsform, die jedoch meist in das Reich der Märchen und Sagen gehören, aber dennoch oft von Kritikern aufgeführt werden.

BARF Mythos #5: Rohes Fleisch bzw. Fleisch im allgemeinen löst bei Hunden aggressives Verhalten aus und steigert das Jagdverhalten


Auch diese Vorurteil hält sich nach wie vor sehr hartnäckig. Immer wieder wird davor gewarnt, Hunden rohes Fleisch zu servieren, da dies automatisch Aggressionen hervorrufen kann. Offenbar stellt man sich einen Hund vor, der durch den Genuss von Fleisch in eine Art Blutrausch versetzt wird… Ein Ammenmärchen, welches schon ziemlich alt ist: In einem Hundeernährungsbuch aus dem Jahre 1960 fand ich unter der Überschrift „Sogenannte Volksweisheiten“ den folgenden Satz: „Fleisch macht die Hunde „falsch“ und wild“. Eine Aussage, die der Autor sogleich widerlegt. Seiner Ansicht nach führt eine unsachgemäße Behandlung und schlechte Zuchtauswahl zu Aggressionen und nicht etwa Fleisch.[1]

Auch heute – über 50 Jahre später – gibt es keine Studien, die den Zusammenhang zwischen Rohfleischfütterung und Aggressionen oder Jagdtriebsteigerungen bei Hunden belegen konnten: „Eine Korrelation zwischen der BARF-Fütterung und erhöhter Aggression oder auch verstärkter Jagdleidenschaft wurde in keiner wissenschaftlich belastbaren Studie nachgewiesen, jedoch sollte der Umkehrschluss, dass kein mit Fertigfutter gefütterter Hund zum Jagen neigt, diese These hinreichend widerlegen.“ [2]

In Deutschland werden 87% aller Hunde hauptsächlich mit Fertigfutter ernährt, 11% aller Hunde erhalten Fertigfutter zusätzlich zu anderer Nahrung.[3] Tausendfach pro Jahr ereignen sich Beißvorfälle. Wie wahrscheinlich ist es wohl, dass diese Angriffe ausschließlich von Hunden ausgehen, die rohes Fleisch bekommen haben, wenn doch die meisten Hunde doch Fertigfutter erhalten…? Mangels Datengrundlage lässt sich diese Frage nicht beantworten, aber es gibt natürlich wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Futter und Aggression.


Der Zusammenhang zwischen Fütterung und Aggressionen

Aggressionen bei Hunden können sehr vielfältige Ursachen haben: so werden genetische oder biochemische Ursachen angeführt, aber auch krankheitsbedingte Ursachen (Aggressivität in Verbindung mit bestimmten Erkrankungen). Traumata können Aggressionen auslösen, aber auch Angst und Schmerz. Ohne vertiefend auf die Ursachen eingehen zu wollen, spielt aber interessanterweise auch die Ernährung eine Rolle:

„So fördern größere Mengen qualitativ minderwertiger Eiweiße die Neigung zu gesteigerter Aggressivität bzw. zu ausgeprägter Territorialverteidigung. In diesem Zusammenhang kommt dem Ammoniak und den Aminosäuren Tyrosin und Tryptophan besondere Bedeutung zu, da sie die Bildung von Metaboliten beeinflussen, die für das Verhalten von Hunden bedeutsam sind.“[4]

Für Hunde minderwertige Eiweiße sind aufgrund ihrer ungünstigen Aminosäurenzusammensetzung z. B. Futtermittel pflanzlicher Herkunft (z. B. Maiskleber, Weizenkleber)[5] wie sie oft in kommerziellen Fertigfuttern in großen Anteilen vorkommen. In diesen Futtermitteln kommt wenig Tryptophan, dafür aber verhätlnismäßig mehr lange, neutrale Aminosäuren (LNAA) wie z.B. Tyrosin vor. Tryptophan ist eine essenzielle Aminosäure die vor allem in Fleisch, Milchprodukten und Eiern vorkommt, weniger jedoch in Getreide[6]. Als biosynthetische Vorstufe des Neurotransmitters Serotonin (im Volksmund bekannt als Glückshormon), hat es u.a. Auswirkungen auf die Stimmung eines Lebewesens. Eine verminderte Serotoninbildung kann möglicherweise zu einer aggressiveren Reaktion auf Reize führen.

Glücklicher durch optimales Aminosäurenprofil

Wie aber kann die Rationsgestaltung einen Einfluss auf die Serotoninfreisetzung haben? Die meisten Proteine haben einen geringen Tryptophan-Anteil (Trp) und einen hohen Anteil an LNAA. Diese LNAA konkurrieren mit Tryptophan um das gleiche Transportsystem durch die Blut-Hirn-Schranke, sodass die Fütterung proteinreicher Nahrung den Trp:LNAA Quotienten erniedrigt und den Transport von Tryptophan durch die Blut-Hirn-Schranke verringert. Je schlechter das in der Nahrung vorliegende Verhältnis zwischen Trp und LNAA ist, desto ausgeprägter ist dieser Effekt. Diäten mit geringerem Eiweißgehalt (aber entsprechendem Fett- oder Kohlenhydratgehalt) und besserer Aminosäurenzusammensetzung führen im Gegensatz dazu zu einem höheren Trp:LNAA Quotienten, der den Transport von Tryptophan über die Blut-Hirn-Schranke fördert.[7]

Der Einfluss von Energieträgern

Und welchen Einfluss haben Kohlenhydrate oder Fett? Kohlenhydratreiche Rationen stimulieren die Insulinsekretion. Das vermehrt ausgeschüttete Insulin steigert die Aufnahme derjenigen LNAA in die Muskelzellen, die mit Tryptophan in das Gehirn gelangen. Da nun der Trp:LNAA Quotient höher ist, gelangt mehr Tryptophan in das Gehirn. In Bezug auf den Fettgehalt der Nahrung findet ein anderer Prozess statt: Die Erhöhung freier Fettsäuren im Blut nach der Nahrungsaufnahme führt zur Verdrängung des an Albumin gebundenen Anteils von Tryptophan. Das so freigesetzte Tryptophan wird vermehrt in das Gehirn transportiert und steht nun aus diesem Grund vermehrt für die Synthese von Serotonin zur Verfügung.[8] Im Übrigen hat auch der im Zusammenhang mit BARF oft praktizierte Fastentag einen positiven Effekt auf die Stimmung des Hundes, denn Tierversuche belegen, dass es bei kurzzeitigem Fasten zu einer erhöhten Tryptophanverfügbarkeit im Gehirn und daher zu einer gesteigerten Serotoninsynthese kommt.

Weniger Aggression nach Futterumstellung

In Studien wurde übrigens eine Verbesserung der Aggressionsprobleme bei Hunden durch das Umstellen der Fütterung auf eine selbst zubereitete Schonkost auf Lammfleischbasis mit geringem Proteingehalt beobachtet. Ob die Verbesserung aufgrund mangelnder Zusatzstoffe (Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker im Trockenfutter) oder der Veränderung der Proteinquelle eingetreten ist, konnte nicht abschließend geklärt werden.[9] Interessant ist jedoch: die Hunde waren aggressiver als sie noch kommerziell hergestelltes Futter bekamen.

Zusammenfassend kann man sagen: Ein Hund, der eine auf Fleisch basierende Nahrung zu sich nimmt, in der er eine optimale Aminosäurenzusammensetzung und zudem einen niedrigen Proteingehalt (siehe BARF-Mythos #1) sowie ausreichend Fett vorfindet, wird weniger wahrscheinlich aggressiv sein als ein Hund, der aufgrund des hohen Anteils pflanzlicher Proteine im kommerziellen Fertigfutter eine ungünstige Aminosäurenzusammensetzung in seiner Nahrung und dafür einen höheren Proteingehalt vorfindet, auch wenn dieser hohe Anteile an Kohlenhydraten zu sich nimmt.

Andere fütterungsbedingte Aspekte

Ein weiterer Aspekt, der zwar nicht isoliert im Zusammenhang mit Fleisch, allerdings mit einer optimalen Fütterung steht und Aggressionen auslösen kann, ist Schmerz. Es ist hinlänglich bekannt, dass Schmerzen Aggressionen verursachen können.[10] Es gibt viele Hunde, die kommerzielle Futtermittel nicht vertragen. Sie reagieren mit Unverträglichkeiten und Allergien auf Getreide, Futtermilben, Zusatzstoffe oder sogar bestimmte Fleischsorten, die sich durch Magen-Darm-Probleme oder Hautreaktionen bemerkbar machen.[11] Natürlich verursachen derartige Unverträglichkeiten oftmals auch Schmerzen und diese können eben auch ein aggressives Verhalten nach sich ziehen. Mit BARF ist es relativ einfach, sich auf die Bedürfnisse eines Hundes einzustellen und Futtermittel zu vermeiden, die der Hund nicht verträgt und die ihm Schmerzen bereiten. Bei einem kommerziellen Futter ist das vollkommen unmöglich, da nicht nachvollziehbar ist, welche Zutaten sich nun genau im jeweiligen Futter wiederfinden. Das erschwert erstens die Suche nach dem Auslöser der Unverträglichkeit und zweitens natürlich dessen Vermeidung bei der Fütterung.

Fazit

Rohes Fleisch macht Hunde nicht aggressiv. Ganz im Gegenteil: Eine getreidebasierte Nahrung wie sie oft mit kommerziellem Hundefutter zugeführt wird, fördert die Entstehung von Aggressionen, da wichtige Aminosäuren im Futter fehlen. Eine fleischbasierte, natürliche Enrährung hingegen kann Aggressionen sogar verringern, weil die Aminosäurenzusammensetzung der Nahrung besser ist.

Weitere BARF-Mythen?

BARF-Mythos #1: zu viel Fleisch, zu viel Eiweiß
BARF-Mythos #2: Barfen sei zu teuer
BARF-Mythos #3: Rohes Fleisch macht Hunde krank
BARF-Mythos #4: Nicht alle Nährstoffe im richtigen Verhältnis 
BARF Mythos #6: BARF ist zu kompliziert und zu zeitaufwendig

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_____________________________
[1] Donath (1960): Hunde – gesund ernährt, S. 162.
[2] Hinger, M. (2008): BARFen - ein alternatives Ernährungskonzept?, in: Zeitschrift für Ganzheitliche Tiermedizin, 01/2008, S. 24 ff.
[3] http://de.statista.com/statistik/daten/studie/174762/umfrage/verwendungshaeufigkeit-von-fertigfutter/
[4] Meyer/Zentek (2010): Ernährung des Hundes, S. 137.
[5] Meyer/Zentek (2005): Ernährung des Hundes, S. 102 ff.
[6] Meyer/Zentek (2005): Ernährung des Hundes, S. 249.
[7] Köhler, K. (2005): Evaluierung von somatischen Ursachen für Verhaltensveränderungen beim Hund in der tierärztlichen Praxis, S. 19. 
[8] http://www.aerzteblatt.de/V4/archiv/artikel.asp?id=9630
[9] Köhler, K. (2005): Evaluierung von somatischen Ursachen für Verhaltensveränderungen beim Hund in der tierärztlichen Praxis, S. 18-19.
[10] Köhler, K. (2005): Evaluierung von somatischen Ursachen für Verhaltensveränderungen beim Hund in der tierärztlichen Praxis, S. 19.
[11] Meyer/Zentek (2005): Ernährung des Hundes, S. 187

Kommentare

  1. Danke erstmal für diese tolle Seite! Ich habe schon viele Tips sehr gut gebrauchen können und finde es klasse, dass du die "trockenen" Zahlen so gut für uns aufarbeiten kannst!
    Unser Parson ist für seine Rasse in manchen Dingen sehr reaktiv (Hundeplatz, Gebell, Besuch), obwohl er sonst eigentlich eine coole Socke ist. Zur Unterstützung des Trainings wollte ich in seinen BARF-Rationen das Protein etwas reduzieren. Kannst du mir sagen, wie ich vorgehen soll? Z.B. habe ich bei haustierkost gesehen, dass Lamm mit 31 % ziemlich viel Protein hat... Außerdem nimmt er momentan ständig zu (wahrscheinlich zu viele Sachen ausser der Reihe). Ich freue mich auf ein paar Tips von dir! Doris

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  2. Die Proteinzufuhr bei einem Hund, der dabei ist, immer dicker zu werden, zu senken, ist sehr einfach: Futtermenge reduzieren ;)

    Mir ist übrigens keine einzige Fleischsorte bekannt, die in frischem Zustand 31 % Protein enthält. Das gibt es nicht. Selbst nahezu fettfreie Hühnerbrust liegt eher bei 23 %.

    Wie viel % Futter bekommt denn Dein Hund? Und wie viel wiegt er bzw. was wäre sein Idealgewicht? Einem Parson würde ich so 3-4 % Futter vom Idealgewicht geben und darauf achten, dass das Fleisch genug Fett enthält. Wenn man fettes Fleisch füttert, führt man insgesamt weniger Eiweiß zu als wenn man versucht, den Hund mit magerem Fleisch zu versorgen. Davon müsste man viel mehr geben, weil es eben nicht genug Energie liefert. Will man also den Proteinanteil in der Nahrung eher gering halten, sollte man vor allem darauf achten, dass der Hund genug Energie in Form von Fett oder Kohlenhydraten zu sich nimmt. Man sollte aber auf keinen Fall zu stark reduzieren. Die empfohlene Eiweißzufuhr sollte nicht unterschritten werden. Wenn Du 3 % fütterst, sollte es eigentlich passen.

    Die Fütterung ist aber gerade, wenn es um das Verhalten geht, kein Allheilmittel. Wenn Dein Hund für seine Rasse ein untypisches Verhalten zeigt, könnte das natürlich auch andere Ursachen haben. Gab es Erlebnisse in seinem Leben, die das verursachen können? Hast Du mal die Schilddrüse testen lassen? Eine subklinische Schilddrüsenunterfunktion kann die merkwürdigsten Verhaltensänderungen hervorrufen.

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  3. Wow, das war aber eine schnelle Antwort - danke!

    3%!?!?!?!?! Mein Süßer bekommt, bei einem Gewicht von momentan ca. 10,8 kg, (Idealgewicht ca. 10 kg) mittlerweile nur noch 1,5% Futter! An Fleisch achte ich schon auf Fett, er kriegt meistens Lammbauch, Wild, Rind durchwachsen, an Knochen: Ochsenschwanz, Rinderbeinscheiben, Hühnerhälse, Hühnerschenkel, so alle 1 - 2 Tage knabbert er einen Ochsenziemer, als Leckerlie gibts Lunge getrocknet, Light-Trockenfutter und die Lightversion von den Meatballs, Hüttenkäse(vorher gabs Käse, Fleischwurst usw.) Ich weiß nicht, ob das fett genug ist...
    1,5 % ist natürlich dann schon extrem wenig und würde auch erklären, warum er ständig hungrig ist und auf alles Essbare wie ein Aasgeier. Wie hoch ist denn die empfohlene Eiweißzufuhr für meinen Terrier?

    Zum Thema "rassetypisches Verhalten": Er ist für einen Parson draußen schon aktiv,er hat einen extrem ausgeprägten Jagdtrieb, daheim eher nicht so. Im Garten klappt auch jede Unterordnung, Apportieren etc.,auf dem Hundeplatz ist er ziemlich gaga. Wir haben mit Agility angefangen, da hat er ziemlich schnell hochgedreht. Wenn er dann mal hochdreht, ist er auch fast nicht mehr zu beruhigen, deswegen gibts kein Agility mehr, stattdessen Rallye Obedience. Aber auch da kann er nicht gut arbeiten, weil er so aufgeregt ist. Übrigens: Wenn er dann so aufgeregt ist, kommt es auch zu Aggressionen gegen andere Hunde.

    Denkst du, es würde nicht schaden, die Schilddrüse untersuchen zu lassen? Ich möchte natürlich auch keine unnötigen Untersuchungen machen lassen...

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  4. Ja, 3-4 % wäre normal für einen mäßig aktiven Kleinhund. Ich zähle jetzt einfach mal einen Parson zu den kleinen Hunden. Ein 10,8 kg Hund braucht etwa 30 g hochverdauliches Protein am Tag. Das ist nicht zu verwechseln mit dem Gesamtprotein. Will man 30 g hochverdauliches Protein zuführen, heißt das in der Praxis, dass man mehr als 30 g Gesamtprotein zuführen muss, weil nicht alle Proteine hochverdaulich sind.

    Insgesamt kommt mir merkwürdig vor, dass Dein Hund so wenig frisst und dennoch zunimmt. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder Dein Hund bekommt nebenbei einfach mehr Leckerlis etc. als Du denkst (dann solltest Du das mal genau dokumentieren) oder es liegt eine Erkrankung vor (da wäre Schilddrüse naheliegend) bzw. Dein Hund ist ein extremer Energiesparhund. Das kommt auch vor.

    Wenn das Verhalten Deines Hundes dann auch noch zwischen aufgedreht und aggressiv schwankt, dann ist das ein weiterer Hinweis auf die Schilddrüse.

    Muss aber nicht sein.

    Wäre es mein Hund, würde ich in einem ersten Schritt ermitteln, wie viel der Hund wirklich noch so nebenbei bekommt. Das ist oft mehr als man denkt.

    Wenn sich herausstellt, dass das nicht besonders viel ist, würde ich auf jeden Fall die Schilddrüse untersuchen lassen. Leider sind die meisten TÄ darauf nicht spezialisiert und wissen nicht, welche Werte man untersuchen lassen muss.

    Wichtig wären folgende Blutwerte: T4, ft4, T3, ft3, TSH und außerdem Cholesterin, Eosinophile, Selen, Zink und Eisen. Es empfiehlt sich, auch einen TAK-Test zu machen. Diese Untersuchung sollte am besten von einem spezialisierten TA durchgeführt werden. Die meisten TÄ lassen nur T4 und TSH testen und orientieren sich an den Referenzwerten. Das ist aber nicht korrekt. Ein junger Hund sollte z. B. beim T4 über der Hälfte des Referenzbereichss liegen. Einige TÄ weigern sich erstaunlicherweise sogar, weitere Werte bestimmen zu lassen. Meistens muss man dann noch einmal Blut abnehmen und das kostet wieder mehr Geld. Daher sollte man einen TA aus der GTVMT-Liste wählen: http://www.gtvt.de/10/verhaltenstieraerzte-in-ihrer-naehe.htm Die sollten sich etwas besser mit der Thematik auskennen. Das Labor http://www.idexx.de/ macht diese Untersuchungen besonders preisgünstig. Vielleicht findest Du einen TA in der Liste, der bereit ist, die Probe an das Labor zu schicken. Laboklin & Co. sind deutlich teurer.

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  5. Ich hab jetzt mal drüber nachgedacht, ob Hund zuviel nebenher kriegt. Aber wenn er sowieso nur die Hälfte von 3% bekommt, könnte er eigentlich einiges zusätzlich fressen... Dann mach ich mich jetzt mal auf die Suche nach einem geeigneten Tierarzt. Die aus der o.g. Liste sind nicht in meiner Nähe, aber da findet sich schon einer. Wenn ich bei meinem Haustierarzt all die Werte vorgebe, die du geschrieben hast, müsste das ja auch klargehen.

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  6. Du kannst mir gern die Werte (inkl. Referenzwerte) per Mail schicken. Ich kann sie mir ja mal ansehen.

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  7. Hallo! Ich habe dir eine Mail geschickt, hast du die bekommen?
    Schönen Tag noch..

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  8. Hallo,
    bezüglich Aggressivität im Zusammenhang mit Rohfütterung:
    Ich kann bei einem meiner beiden Hunde beobachten, dass er bei bei rohem Fleisch oder Knochen stark auf Ressourcenverteidigung umschaltet, was er bei Fertigfutter nie macht...ich hab das auch schon bei anderen Hunden beobachtet. Möglicherweise hat er den Geschmack von Rohem mit den diversen Jagderfolgen verknüpft, die er in seiner Jugend erlebt hat?
    Eine andere Theorie, die ich auf einer anderen Webseite gelesen hab besagt, dass der Hund den Fleischbrocken verteidigt weil er sozusagen "endlich mal was vernünftiges" ergattert hat und halt nicht will dass ihm das wer wegnimmt. Ganz normales Verhalten halt im Grunde.

    Jedenfalls gibts sowas :)

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  9. Ja, das hab ich auch beobachtet. Das hat aber nichts damit zu tun, dass der Hund durch das rohe Fleisch aggressiver wird, er verteidigt in dem Fall einfach eine Ressource.

    Mein Neo hasste Trockenfutter. Er hat es nur gefressen, um nicht zu verhungern. Leckerlis aus Trockenfutter hat er weder fremden Hunden, noch bekannten Hunden gegenüber verteidigt. Bei getrocknetem Pansen oder einem Stück Käsebrot sah das schon ganz anders aus und wenn es frisches Fleisch gab, dann war die Hölle los, wenn Alastair zu nah an ihn heran ging.

    Hunde verteidigen Ressourcen nur dann, wenn sie aus ihrer Sicht wertvoll erschienen. Das passiert aber auch bei Bällen, Stöcken oder einfach "Frauchen". Das hat mit dem rohen Fleisch nichts zu tun, das ist einfach eine situative Aggressivität.

    Koch das Fleisch doch mal. Du wirst sehen, dass Deine Hunde trotzdem diese Ressource verteidigen, einen Trockenfutterbrocken jedoch nicht.

    Kritiker argumentieren aber, dass durch die Rohfleischfütterung der Hund allgemein aggressiver wird. Er würde dann auch Menschen oder andere Tiere anfallen, weil er ja einmal "auf den Geschmack gekommen" ist. Das stimmt aber einfach nicht.

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  10. Hallo nochmal,

    ob der Geschmack von Rohem den Hund in Aufregung versetzen kann, weil er dies mit Jagderfolg verknüpft, weiss ich auch nicht. Vorstellen könnt ichs mir.
    Ansonsten seh ichs so wie du, nur find ich halt schon wichtig dass man grad Neulinge drauf hinweist, dass es verstärkt zu Ressourcenverteidigung kommen könnt...je nach Hund halt :)

    Lieber Gruss, Dietmar

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